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Konzipieren

Nah- und Fernsicht

Können Sie sich noch an Ihre ersten Fahrstunden erinnern? Wie Sie hochkonzentriert damit beschäft waren, das Auto zu starten. Zündschlüssel drehen, ach in den Spiegel schauen soll man ja auch!, Gas, Kupplung, AAAH!, der andere Spiegel, huch, das Auto macht einen Satz und geht wieder aus. Endlich fährt es! Beim Abbiegen hat man mit dem Blinker und den Spiegeln alle Hände voll zu tun. Den Blick fest auf den Tacho fixiert, damit man ja nicht den genauen Zeitpunkt verfehlt, in dem man schalten muss …

Etwas später, wenn man das Auto selbst einigermaßen in Griff hat, rückt plötzlich die gefährliche Außenwelt in den Fokus. Jetzt schaut man dauernd auf das Draußen: Bleibt der auf seiner Fahrbahn? Schaffe ich die grüne Ampel noch? Was bedeuten diese ganzen Schilder?

Heute sind Sie geübt im Autofahren. Sie wissen, was Sie tun, und wie selbstverständlich haben Sie alles im Griff. Augen und Wahrnehmung sind überall.

Diese gleichzeitige Nah- und Fernsicht brauchen Sie auch beim Schreiben. Bei allen Textarten und –längen. Wenn Sie nur auf eines achten, und das passiert extrem häufig, dann hat das Folgen.

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Audio: Fragen stellen

Hier mal wieder was zum Hören:

:arrow: Stellen Sie sich Fragen (MP3)

Ich habe mir Ihr Feedback zum ersten Audio zu Herzen genommen: der hier ist kürzer. Viel Spaß!

Ergänzender Lesestoff:

Fordern Sie sich! Sie wissen mehr, als Sie glauben.

A bissl was geht immer! – Mehr Lesernutzen

Making-of: Ich schreibe ein Testimonial

Weil ich gerade ein Testimonial für meine Sport-Trainerin schreibe, dachte ich, ich lasse Sie dabei mal über meine Schulter schauen. Ist ja immer recht interessant, so einen Entstehungsprozess mitzuerleben.

Die Situation:
- Ich mache seit Frühjahr mehrmals die Woche ein Outdoor-Fitness-Bootcamp mit.
- Ich will für Marina, die Leiterin des Bootcamps, eine Referenz für ihre Website schreiben.

Obwohl ich schon früh begeistert war, habe ich die Referenz bisher zurückgehalten, und das hat einen guten Grund: Die Referenz ist noch mehr wert, wenn ich über konkrete Erfolge berichten kann. Da ich gerade noch am Abnehmen meiner überschüssigen Kilos bin, die sich über die letzten zehn Jahre angeschlichen haben, habe ich ihr gesagt: Wenn ich 5 kg weg habe, schreibe ich die Referenz. Das ist ein noch größerer Anreiz für viele, gerade weil es sich um die klebenden Kilos vom Normal- zum Idealgewicht handelt.

Testimonials anbieten und darum bitten

Marina hat mich nicht um eine Referenz gebeten. Ich habe sie ihr von mir aus angeboten, weil ich von ihr und ihrer Leistung begeistert bin. Gibt es jemanden, den Sie großartig finden? Dann schreiben Sie ihr/ihm doch auch unaufgefordert ein Testimonial!

Und scheuen Sie sich umgekehrt nicht, Ihre Kunden um solche O-Töne zu bitten. Ich höre immer wieder von Selbstständigen, dass sie sich nicht trauen, weil das ja Arbeit verursacht. Fragen kostet erstens nichts und zweitens schreiben Ihnen zufriedene Kunden gerne eine Referenz – besonders, wenn das persönliche Verhältnis stimmt.

Auch für so einen Text ist das Konzipieren eine wichtige Vorstufe. Ich gehe in 3 Schritten vor:
Schritt 1: Stoffsammlung
Schritt 2: erster grober Entwurf
Schritt 3: überarbeitete Fassung
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Und dann starre ich aufs Papier und warte auf die Erleuchtung …

Zur Zeit ist ja der Buchkonzept-Workshop, wo elf fleißige künftige Autorinnen an ihren wunderbaren Buchideen feilen. Die wahre Kunst am Bücherschreiben liegt ganz am Anfang: wieder mal das Konzipieren. Eine Buchidee zu finden, ist relativ einfach. Aber dafür die Inhalte bestimmen und schlüssig in Form zu bringen, ist etwas ganz anderes.

Gerade vorhin ist mir so richtig bewusst geworden, dass etwas, das ich ganz oft mache, um den richtigen Dreh für den Aufbau zu finden, tatsächlich das Starren aufs Papier ist (manchmal auch auf den Bildschirm, aber weit häufiger drucke ich es aus oder notiere mir Ideen auf Papier).

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Making of: leeres Blog füllen (Vom Bild zum Text, Teil 2)

Ich hatte Ihnen kürzlich ein “Making of” eines Newslettertextes versprochen, aber wie das immer so ist: mittlerweile habe ich die Lust an dem angefangenen Blogbeitrag verloren. Das passiert! Bevor ich mich also zwinge, den Text fertigzumachen, bekommen Sie einfach ein anderes “Making of”, das mir gerade mehr Spaß macht.

Momentan bestücke ich ja mein neues Blog mit Inhalten. Es empfiehlt sich, bei einem frischen Blog bereits ein paar Einträge vorzuschreiben, damit Sie nicht komplett leer starten. Auf diese Weise können die Erstbesucher, die vorbeischauen, weil Sie Werbung für Ihr Blog gemacht haben, schon etwas sehen außer einer einsamen und unergiebigen “Ich blogge jetzt auch”-Nachricht.

Sie müssen sich vorstellen: Wenn jemand nicht gleich sieht, was es hier gibt, dann verpufft die Aufmerksamkeit. Denn ein Besucher braucht immer einen Anreiz, wiederzukommen. Gerade bei einem neuen Blog ist es umso wichtiger, dass Sie das Blog repräsentativ vorstellen.

  • Worum geht es hier?
  • Welche Bandbreite an Inhalten gibt es hier?
  • Danach entscheidet der Besucher: Gefällt mir das? Komme ich wieder?

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Thema gefunden. Wille da. Und jetzt?

“Ein gutes Thema hab ich! Aber wo fange ich jetzt nur an?” Wenn ich jetzt fragen würde “Newsletter-LeserInnen: bitte mal Hand hoch, wem es schon mal so gegangen ist”, dann bin ich ziemlich sicher, dass wir ein Händemeer sehen würden. Sie sind also bei weitem nicht alleine!

Die Kunst des Auswählens ist die wichtigste Autorenleistung, die die Leser in der Regel überhaupt nicht wahrnehmen. Die TeilnehmerInnen meiner Buchkonzept-Schreibwerkstatt kennen es besonders: Gar nicht so leicht, eine noch so gute Buchidee im Detail auszuarbeiten.

Doch egal, wie lange Ihr Text ist, ob es sich um ein Buch, einen Tipptext, eine Gebrauchsanweisung, einen Roman oder einen Marketingtext handelt: immer stellt sich die Frage, wie Sie das Thema denn jetzt nun wirklich anpacken.

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Wo ist die Logik?

In den letzten Wochen ist mir verstärkt das Thema „Logik“ über den Weg gelaufen, das ich heute mal im weiteren Sinne aufgreifen möchte. Schauen wir uns zuerst kurz an, was genau ich mit Logik meine:

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Sehr, sehr nützlich: Textschablonen

Eine simple Möglichkeit, schneller zu schreiben, ist, sich vorab eine Standardstruktur zu überlegen. Auf diese Weise entsteht eine “Textschablone”, die Sie nur zu füllen brauchen.

:arrow: Das erleichtert es Ihnen, die besten Inhalte auszuwählen.

:arrow: Sie halten sich (und Ihren Text) sicher auf Kurs.

:arrow: Sie tun sich sehr viel leichter, schneller zu schreiben.

:arrow: Wenn Sie mehrere Texte für die gleiche Sache schreiben, z. B. eine Artikelserie oder Ihre Website, dann wird das Endergebnis ausgewogener und “runder”. Die Leser finden sich zudem schneller zurecht.

So geht’s:

1. Sie überlegen sich zuerst, was genau in einen Text soll.
2. Sie definieren sinnvolle Textabschnitte (die manchmal auch identisch sein können).
3. Jetzt brauchen Sie nur noch aufzufüllen. Dabei brauchen Sie nicht mal sofort zu formulieren, sondern können zunächst Stichpunkte pro Textabschnitt notieren.

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7 x Kohlensäure für schale Texte

Sie haben sich so viel Mühe mit Ihrem Text gegeben, aber irgendwie liest er sich nicht richtig. Ein wenig flach alles, langweilig.

Dann ist es Zeit, den Text etwas aufzublubbern.

Sie haben zahlreiche Möglichkeiten, Ihren Text lebendiger zu machen. Sieben habe ich Ihnen zusammengestellt:

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Formulieren stört das Konzipieren!

Wann immer Sie etwas konzipieren – Ihre Website, einen Flyer, einen Artikel, eine Seminarausschreibung, ein Buch, eine Checkliste, ein Projekt – verbieten Sie sich in der Konzeptionsphase das Formulieren! Schreiben Sie aussagekräftige Stichpunkte, halten Sie sich erstmal ganz an die Fakten.

Warum?

:arrow: Weil das Formulieren Ihr Gehirn in eine Richtung schickt, die Sie momentan nicht brauchen. Fokussieren Sie erstmal auf Rahmen, Inhalt, Struktur und Ziele.

:arrow: Weil das Formulieren auch Sie selbst sehr schnell darüber hinwegtäuschen kann, dass es kein „Fleisch an den Knochen gibt“ (siehe auch „Where’s the beef?“)

:arrow: Und weil das Formulieren den einen sehr leicht und den anderen sehr schwer fällt: Wenn es Ihnen leicht fällt, haben Sie das Gefühl „fertig“ zu sein, obwohl Sie überhaupt nicht genug in die Tiefe gedacht haben. Und wenn es Ihnen schwer fällt, sind Sie doppelt gelackmeiert: Denn wer keine klaren Fakten hat, kann auch nicht gut formulieren: da fehlt der Stoff für Struktur und Inhalte. Unterm Strich brauchen Sie also noch länger und haben am Ende weder das eine, noch das andere richtig gemacht.

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