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Leser-Ansprache

Sinnvolle Gleichmacherei

Ich gebe zu: dass sich der Artikel „10 Formatierungen, die Ihren Text unlesbar machen“ zum Renner entwickelt, habe ich nicht erwartet. In nur einer Woche wurde er schon Hunderte Male angeklickt.

Das freut mich, denn tatsächlich ist die Lesefreundlichkeit genauso wichtig wie ein guter Text. Mir ist nachträglich noch ein weiterer wichtiger Aspekt aufgefallen, den ich ergänzen möchte: die sinnvolle Gleichmacherei.

Damit ist gemeint, dass Sie bestimmte Formate, Schreibweisen und auch die Bebilderung „gleich“ durchziehen und nicht andauernd wechseln.

Konkrete Beispiele dafür sind:

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Ist Ihr Friseur krank oder warum erzählen Sie mir das?

Als Leser kratzt man sich mitunter heftig am Kopf und fragt sich: „Was will der Künstler mir damit sagen?“ Oder man steigt vorzeitig aus: „Das ist nichts für mich.“ Sehr viele Texte reden an Leser hin oder sogar an ihnen vorbei.

10 typische Gründe dafür und wie einfach Sie sie vermeiden können:

:arrow: 1. zu viel „ich“:

Anekdoten und sonstige eigene Erfahrungen sind eine schöne Sache, wenn sie dosiert sind und jeweils als Sprungbrett dafür dienen, den Text wieder auf für Ihre Leser relevante Gleise zu bringen.

Hat ein Text einen zu hohen Ich-Anteil, labern Sie Ihre Leserschaft voll. Sie kennen das von Gesprächen, bei denen Ihr Gegenüber andauernd nur über sich selbst redet.

Durchgehend Ihre eigene Perspektive einzunehmen ist nur dann interessant, wenn Sie von vornherein einen Erfahrungsbericht ankündigen und dieser – je nach Thema – dann auch wirklich relevant, spannend oder unterhaltsam zu lesen ist.

Ansonsten gilt für Tipp-Texte und für Korrespondenz: der Leser und dessen Belange müssen im Vordergrund stehen.

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Zielgruppengerecht – am Beispiel Säbelzahntiger

Bevor Sie weiterlesen, klicken Sie doch bitte mal hier und lesen diesen Beitrag auf der Kinderseite blinde-kuh.de: Der Tiger, der gar keiner war und fürchterliche Zähne hatte

Fertig?

Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie phänomenal gut ich diesen Artikel geschrieben finde! Abgesehen davon, dass es auch als Erwachsener richtig Spaß macht, ihn zu lesen, und man wie nebenbei etwas lernt (lesen Sie mal zum Vergleich den wikipedia-Text), ist das natürlich die perfekte zielgruppengerechte Sprache.

Dieser Text zeigt zwei wichtige Dinge:

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Leser-Ansprache (Teil 3): Bieten Sie Ihr Wissen so an, dass Ihre Leser es auch annehmen?

Der dritte Teil zur Leser-Ansprache hat gleichzeitig etwas mit Ihrer Wirkung als AutorIn zu tun: Je nach Formulierung kann sich schnell das Gefühl einstellen, dass Sie auf Ihre Leser “herunterschreiben” oder aber auch, dass Sie scheinbar nicht genau wissen, wovon Sie sprechen. Beides ist nicht schön. Ihre Leser steigen aus oder zweifeln an dem, was Sie schreiben.

Auf Ihre Leser “runterschreiben”

Letzte Woche ging es ja um den schönen Anspruch, die Leser da abzuholen, wo sie sind. Dazu gehört es auch, bei Tipp-Texten Ihre Leser ganz klar an die Hand zu nehmen.

Nehmen wir einmal das Beispiel eines Artikels, der sich an Führungskräfte wendet. Es geht darum, rechtzeitig einzugreifen und seinen Mitarbeitern nicht alles durchgehen zu lassen oder zu hoffen, dass sich die Lage von selbst bessert.

Nun könnte ich den Artikel so beginnen:

Es ist wirklich ein Unding, wie viele Vorgesetzte in Wirklichkeit Angst haben und tatenlos danebenstehen. Als Führungskraft ist es Ihre Pflicht, zu handeln! Personalverantwortung fordert einfach viel mehr von Ihnen, als nur das Alltagsgeschäft zu regeln. Hier geht es um Menschen! Wenn Sie dieser Aufgabe gerecht werden möchten, müssen Sie A, B und C tun.

Gerade bei Themen, die uns sehr wichtig sind, kommt es schnell zu solchen Formulierungen. Die sind oft gar nicht so krass gemeint und kommen dennoch beim Lesen so an. Nun versetzen Sie sich einmal in eine Führungskraft. Wie gerne lesen Sie diesen Artikel weiter?

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Leser-Ansprache (Teil 2): Ihre Leser abholen

Das ist ein schönes Ziel: Ihre Leser dort abholen, wo sie stehen. Doch Tatsache ist: Die stehen alle ganz woanders!

Auch wenn Sie einen Text für lauter Fachleute in einem bestimmten Gebiet schreiben, sind diese lange nicht genau auf dem selben Stand. Stopfen wir doch mal einen Raum voller Informatiker: Glauben Sie, dass die alle dasselbe wissen und können, einen ähnlichen Erfahrungsschatz haben oder von ihrer Persönlichkeit so gestrickt sind, dass sie beispielsweise gut abstrahieren können? Weit gefehlt.

Hier einige wichtige Aspekte, auf die es sich zu achten lohnt:

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Leser-Ansprache (Teil 1): Sie/du, wir, ich

Das Schöne bei eigenen Texten ist, dass Sie völlig frei bestimmen können, wie Sie mit Ihren Lesern sprechen.

Wenn Sie für jemanden veröffentlichen, kann es hier natürlich feste Vorgaben geben, zum Beispiel mögen manche Redaktionen oder Verlage keine direkte Leser-Ansprache.

Wir gehen jetzt aber mal davon aus, dass es sich um Texte für Ihre Website, Ihren Newsletter oder Ihr Blog handelt, Sie also selbst entscheiden können.

Sie/du: Ihre Leser direkt anzusprechen, ist meiner Meinung nach ein großer Vorteil, denn Sie können dadurch noch unmittelbarer mit Ihnen in Kontakt treten. Wenn Sie es schaffen, über Ihre Texte so richtig mit Ihren Lesern zu reden, manchmal vielleicht sogar zu plaudern, dann liest sich das nicht nur flüssiger, sondern man fühlt sich auch gemeint.

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