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Leser

7 x Kohlensäure für schale Texte

Sie haben sich so viel Mühe mit Ihrem Text gegeben, aber irgendwie liest er sich nicht richtig. Ein wenig flach alles, langweilig.

Dann ist es Zeit, den Text etwas aufzublubbern.

Sie haben zahlreiche Möglichkeiten, Ihren Text lebendiger zu machen. Sieben habe ich Ihnen zusammengestellt:

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Entrümpeln Sie Ihre Sätze, indem Sie auf diese fünf einfachen Dinge achten

Manchmal, wenn man so schreibt, wie es einem gerade einfällt, schleichen sich eine ganze Menge Nebensätze ein – und die machen einem dann das Lesen und das Verstehen wirklich schwer, wenn nicht gar unmöglich. Gleiches gilt (nicht nur, aber auch!) für die meisten Klammern. Punktuell eingesetzt ist eine Klammer (genauso wie Spiegelstriche) natürlich in Ordnung, aber wenn Sie sie über Gebühr einsetzen, wird es ganz schnell unübersichtlich. ;-)

Behalten Sie beim Überarbeiten im Augen:

:arrow: Entschlacken Sie Sätze: Verzichten Sie auf Ausschmückungen und Gedankenschleifen.

:arrow: Verkürzen Sie zu lange Sätze: entweder knackiger formulieren oder Sätze einfach teilen

:arrow: Lösen Sie Klammern & Co. möglichst auf: Auch hier gilt „keep it simple“ – meistens kann man auf Klammern sogar verzichten, etwa wenn Sie bei einer Aufzählung in jedem Punkt eine Klammer gesetzt haben. Oft ist ein Doppelpunkt wesentlich übersichtlicher.

:arrow: Achten Sie auf ein Zuviel: zu viele Kommas, zu viele Gedankenstriche, zu viele Aufzählungen, zu viele „und“, „oder“, „weil“ etc.

:arrow: Reißen Sie den Sinn nicht auseinander! Der Satz „Punktuell eingesetzt ist eine Klammer (genauso wie Spiegelstriche) natürlich in Ordnung“ ist so ein Beispiel für einen auseinandergerissenen Sinn, weil ich vor dem Satzende noch schnell etwas anderes „reingestopft“ habe. Das „(genauso wie Spiegelstriche)“ stört den Lesefluss und damit die Verständlichkeit.

Call to Action – Fordern Sie Ihre Kunden auf!

Ich bin jetzt 41 Jahre und habe es nur ein einziges Mal erlebt, dass im Schaufenster eines kleinen Ladens so ein Schild stand:

Bitte kommen Sie herein!
Wir freuen uns auf Sie.

Das Schild begeistert mich jetzt schon seit vielen Jahren. Natürlich weiß ich, dass ich hereinkommen darf. Doch mich im Schaufenster anzusprechen und damit aktiv hereinzuholen, ist nochmal was ganz anderes!

Das Schild sagt nicht: „Sie sind willkommen. Wir beraten Sie gerne.“, sondern es fordert mich freundlich und gleichzeitig unverbindlich zum Reinkommen auf. Die freuen sich auf mich! Das müssen nette Leute sein.

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Ich bin es, das Gehirn Ihrer Leser

Liebe Autorin, lieber Autor,

ich möchte Ihre Texte so gerne einordnen, lesen und verstehen können – und zwar idealerweise genau so, wie Sie sie meinen. Ohne Verwirrung, ohne Wissenslücken, ohne Missverständnisse und Fehlinterpretationen … vor allen Dingen aber auch, ohne mich zu langweilen.

Sie können mir enorm dabei helfen, dass das gelingt. Da haben wir beide was davon!

:arrow: Sagen Sie mir von vornherein, worum es geht.

Kennen Sie Gespräche, bei denen Ihr Gegenüber redet und redet und redet – und Sie können gar nicht richtig folgen, bis Sie endlich mal herausbekommen, worum es überhaupt geht? Genau das passiert bei ganz vielen Texten auch. Sie glauben gar nicht, wie oft ich drei oder vier Absätze lesen muss, bis ich überhaupt verstanden habe, worauf der Verfasser hinaus will!

Das Blöde ist, dass ganz viele Informationen durch mich hindurchlaufen BIS ich überhaupt checke, worum es geht. Vielleicht haben Sie in den ersten Absätzen bereits gute Informationen oder Tipps für mich, die ich überhaupt nicht wahrnehme, weil ich noch mit der Frage „Worum geht es hier überhaupt?“ beschäftigt bin.

Nehmen Sie Korrespondenz. Der Betreff bei Briefen ist dazu da, mich von vornherein auf die richtige Gedankenschiene zu bringen. Wenn der aussagekräftig ist, kann ich ab diesem Zeitpunkt aufmerksam Ihren Brief lesen. Wenn … – Die Realität ist, dass der Betreff oft fehlt oder alles andere als aussagekräftig ist.

Bei anderen Texten ist es die Überschrift oder der Einstieg, der mir sofort klarmachen muss, was mich erwartet. Erst wenn Sie das sicherstellen, kann ich Ihnen meine volle Hirnleistung schenken – von Anfang an.

:arrow: Machen Sie mir das Lesen bitte leicht!

Mein Alltag ist schnell. Ich überfliege viel, ich muss neue Informationen und Eindrücke ganz fix verarbeiten. Damit ich diesen Job gut machen kann, brauche ich:

  • eine gut lesbare Schriftgröße (keine Popelschrift)
  • einen übersichtlich, klar strukturierten Text (keine Bleiwüste)
  • etwas Luft und Lockerheit (quetschen Sie nichts zusammen)
  • kurze, eindeutige Sätze und keine wild verschachtelten Satzkonstruktionen

Ist Ihr Text länger? Dann machen Sie Zwischenüberschriften für mich rein. Ich orientiere mich bei längeren Texten auch gerne an grafischen Symbolen oder Kästen, wenn etwas besonders wichtig ist.

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Wussten Sie schon?

Ich habe Ihnen schon mal empfohlen, mit einer Frage anzufangen – praktisch als Starthilfe. Eine Frage ist zudem für Ihre Leser meistens spannend: Man möchte die Antwort erfahren.

Eine Variante davon ist eine Frage, die mit „Wussten Sie schon …?“ oder „Wussten Sie eigentlich schon …?“ beginnt.

Das ist für die Leser sogar noch etwas spannender, fordert Sie selbst aber auch wunderbar heraus: Denn wenn sowas kommt, steht meistens etwas besonderes Gutes, Unbekanntes oder Überraschendes dahinter.
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Was haben Sie denn da jetzt wirklich gesagt?

Eine typische Fehlerkette: Man möchte etwas schreiben, macht sich nicht genug Gedanken über die Inhalte, sondern fängt sofort mit dem Formulieren an. Am Schluss hat man einen Text, der nach was aussieht und feilt und feilt … und verpasst dabei, dass man gar nicht wirklich etwas gesagt hat.
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Fangen Sie mit einer Frage an!

Oft höre ich: „Reden kann ich gut, aber wenn’s an’s Schreiben geht …!”

Die meisten Leute können sehr schnell und gut auf Fragen antworten, die ihr Fachgebiet betreffen. Machen Sie sich das zu Nutze und beginnen Ihren Text ganz einfach mit einer Frage. Dann brauchen Sie nicht lange drum herum schreiben, sondern fangen einach direkt mit der Antwort an.

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Artikel-Formen: Der xx Tipps-Artikel

„7 Tipps für besseres Selbstmanagement“, „13 Kniffe gegen Aufschieberitis“ oder auch „Die 3 Gebote, Konflikte zu vermeiden“ … Artikel mit einer bestimmten Anzahl von Tipps zu bestücken, ist gleich aus mehreren Gründen eine feine Sache:
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Fundstück: Leser manipulieren (engl)

Eben bin ich via Bildblog auf folgenden interessanten Artikel gestoßen:
6 Subtle Ways The News Media Disguises Bullshit As Fact

Fünf davon haben mit Formulierungen zu tun:

1. Guessing the Motives Instead of Reporting the Facts
2. The Active Voice
3. Biased Photos
4. Burying Inconvenient Facts
5. Implying Without Saying
6. Weasel Words

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Sind das Sie?

Schnell, ohne groß nachzudenken, aufschreiben:

Was sind die 5 Eigenschaften, die Sie persönlich am besten charakterisieren? WIE sind Sie so?

1. ……………………………………………….

2. ……………………………………………….

3. ……………………………………………….

4. ……………………………………………….

5. ……………………………………………….

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