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Marketing

Dem Papierkorb entkommen

Vorhin habe ich wieder eine Kundenzeitschrift aus dem Briefkasten geholt und sofort in den Papierkorb geworfen. Dieses Schicksal ereilt alle Kundenzeitschriften: die des Verlags, der Bank, der Wohnbaugesellschaft, des Energiebetreibers, des Mietervereins … ich kann sie gar nicht zählen.

Der Grund: Es sind dünne Heftchen, in denen nichts Wesentliches steht. Es lohnt sich schlichtweg nicht, sie zu lesen: sie sind nicht gehaltvoll, meist steht Zeug drin, das man längst weiß oder andauernd woanders liest. Es ist nicht mal besonders interessant oder unterhaltsam geschrieben.

Heute habe ich mir einmal überlegt, wie viele Leute daran gearbeitet haben, mir diese Zeitung zu schicken.

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Making-of: Ich schreibe ein Testimonial

Weil ich gerade ein Testimonial für meine Sport-Trainerin schreibe, dachte ich, ich lasse Sie dabei mal über meine Schulter schauen. Ist ja immer recht interessant, so einen Entstehungsprozess mitzuerleben.

Die Situation:
- Ich mache seit Frühjahr mehrmals die Woche ein Outdoor-Fitness-Bootcamp mit.
- Ich will für Marina, die Leiterin des Bootcamps, eine Referenz für ihre Website schreiben.

Obwohl ich schon früh begeistert war, habe ich die Referenz bisher zurückgehalten, und das hat einen guten Grund: Die Referenz ist noch mehr wert, wenn ich über konkrete Erfolge berichten kann. Da ich gerade noch am Abnehmen meiner überschüssigen Kilos bin, die sich über die letzten zehn Jahre angeschlichen haben, habe ich ihr gesagt: Wenn ich 5 kg weg habe, schreibe ich die Referenz. Das ist ein noch größerer Anreiz für viele, gerade weil es sich um die klebenden Kilos vom Normal- zum Idealgewicht handelt.

Testimonials anbieten und darum bitten

Marina hat mich nicht um eine Referenz gebeten. Ich habe sie ihr von mir aus angeboten, weil ich von ihr und ihrer Leistung begeistert bin. Gibt es jemanden, den Sie großartig finden? Dann schreiben Sie ihr/ihm doch auch unaufgefordert ein Testimonial!

Und scheuen Sie sich umgekehrt nicht, Ihre Kunden um solche O-Töne zu bitten. Ich höre immer wieder von Selbstständigen, dass sie sich nicht trauen, weil das ja Arbeit verursacht. Fragen kostet erstens nichts und zweitens schreiben Ihnen zufriedene Kunden gerne eine Referenz – besonders, wenn das persönliche Verhältnis stimmt.

Auch für so einen Text ist das Konzipieren eine wichtige Vorstufe. Ich gehe in 3 Schritten vor:
Schritt 1: Stoffsammlung
Schritt 2: erster grober Entwurf
Schritt 3: überarbeitete Fassung
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Fundstück: Exzellentes Buch-Marketing ;-)

In New York hat ein Autor einen Buchladen eröffnet, in dem es ausschließlich sein Buch gibt.

:arrow: A Book Store. That’s Right. Book, Singular.

für Schon-Buchautoren: amazon “Author Central”

Cool: amazon Deutschland baut gerade wieder um. Es gibt jetzt die auf der amerikanischen Seite längst üblichen Autorenseiten. Wenn Sie schon ein Buch veröffentlicht haben, können Sie nähere Informationen zu sich hinterlegen, zum Beispiel ein Foto und eine Kurzbiografie.

Mit der Sicherheit nimmt man es – zum Glück – ganz genau. Ab Anmeldung dauert es einige Tage bis mit den Verlagen verifiziert wurde, dass man auch wirklich der Autor ist. Dann werden die Inhalte und weitere Funktionen freigeschaltet.

Lohnen sich Textkooperationen?

Der Deal „Content gegen link“ war früher mal sehr attraktiv.

Wir haben uns Ende 1999 selbstständig gemacht und damals war gerade der Internethype groß, was uns sehr zu Gute kam. Unzählige Seiten brauchten dringend Inhalte, es gab zum Teil riesige Online-Redaktionen. Texte wurden sogar mitunter für gutes Geld bezahlt. Als dann das große Sterben von Websites losging und Online-Redaktionen reihenweise aufgelöst wurden, blieb das Bedürfnis nach Inhalten. Da diese in der Regel “für lau” angestrebt werden, hat man am vermeintlich attraktiven Angebot “Text gegen link” festgehalten.

Es werden so genannte Textkooperationen angeboten, bei denen die Autoren Texte liefern und als Gegenleistung einen link auf ihre Seite, manchmal ein kleines Profil bekommen. Doch meiner persönlichen Erfahrung nach hinken diese Deals in der Regel sehr: es profitiert die Website, die den Text erhält, selbst hat man leider oft so gut wie nichts davon.

Natürlich kann das für Sie dennoch interessant sein, wenn Sie beispielsweise eine sehr wenig besuchte, so gut wie unbekannte eigene Seite haben. Ist die andere Website sehr bekannt, können Sie durchaus einen guten Marketingeffekt erzielen.

Wenn Ihnen eine Textkooperation angeboten wird, empfehle ich Ihnen:

  • Schauen Sie sich die Website immer genau an. Häufig fragen sehr, sehr kleine (besucherschwache) Seiten an, die sich natürlich total groß bei Ihnen präsentieren, die Ihnen aber nicht viel bringen. Auch gibt es zahlreiche Seiten, die lediglich dafür aufgebaut werden, über Werbung und Partnerprogramme zu verdienen und die ohne selbst irgendetwas aufbauen zu wollen, Inhalte von anderen einstellen möchten.
    Achten Sie auch auf Professionalität und weitere Inhalte. Denn auch diese “fremde” Website reflektiert auf Sie und Ihr Unternehmen. Sind Sie umringt von lauter schlechten Inhalten oder halbseiden wirkenden Anbietern, machen Sie mehr kaputt als Sie bekommen.

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