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Newsletter

O-Töne – Glaubwürdigkeit vor Grammatik

Wann immer Sie einen “Originalton” einbauen, also eine wörtliche Rede, ist das oberste Ziel die Glaubwürdigkeit. Nur wenn das gesprochene Wort auch echt klingt, stellen Sie sicher, dass Ihre Leser es flüssig lesen und vor allen Dingen glauben. Im Newsletter Nr. 16 (“Lügen Sie Ihre Leser nicht an!“) habe ich das bereits angesprochen.

Weil das Schreiben von wörtlicher Rede, besonders von Dialogen keine leichte Sache ist, will ich Ihnen heute konkrete Beispiele dazu liefern, warum korrekte Grammatik der Glaubwürdigkeit – und dem Lesefluss – entgegenstehen.

Das gilt übrigens für alle Arten von Texte: ob es die Kundenreferenz ist, die Sie auf der Website veröffentlichen, ob Sie einen Tipp-Text oder einen Ratgeber schreiben oder ob Sie sich an einen Roman wagen.

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Versierter formulieren

Genauso, wie wir alle einen sehr begrenzten aktiven Wortschatz haben, haben wir eine bestimmte Art, uns auszudrücken. Sie merken das, wenn Sie bestimmte Begriffe, Redewendungen aber auch Satzkonstruktionen immer wieder nutzen. Solche Sprachmuster hat jeder: die einen mehr als die anderen.

Wenn Sie sich schriftlich völlig anders ausdrücken als mündlich, ist es wahrscheinlich, dass Sie die immer gleiche schriftliche Ausdrucksweise verwenden. Schauen Sie also mal über das, WAS Sie schreiben hinweg … und achten Sie auf die Formulierungsmuster, die Sie verwenden.

Ich schreibe seit 11 Jahren fast täglich. Je mehr Sie schreiben, desto eher werden Sie merken, dass Sie an Ihre Grenzen stoßen, wenn Sie vorhandene Muster nicht erkennen – und sie erweitern.

Wie wichtig die Flexiblität beim Schreiben ist, habe ich in diversen Beiträgen schon behandelt. Heute zeige ich Ihnen anhand von Beispielen, was ich mit dem Erweitern von Formulierungsmustern meine.

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Viele Köche …

Dass viele Köche den Brei verderben, wissen wir ja alle. :-)

Das gilt ganz besonders für das Schreiben, wo “die Köche” ganz unterschiedliche Formen annehmen können:

Mehrere Autoren:
Co-Autorenschaft ist eigentlich eine schöne Sache. Ich habe selbst ja zusammen mit Christine mehrere Bücher geschrieben. Und auch von Kunden kenne ich es, dass sie zusammen an Texten arbeiten. Nicht nur, wenn es eine gemeinsame Firma gibt, sondern auch bei Kooperationen. Mehrere Autoren stellen einen Text aber vor besondere Herausforderungen:

  • Ist der Stil so ähnlich, dass kein totaler Bruch entsteht?
  • Bei Geschäftstexten: Hat zumindest einer der Beteiligten die “Sprache”, die das Unternehmen richtig präsentiert?
  • Können die beteiligten Autoren den Text schlüssig be-schreiben und den Leser wirklich durchführen?
  • Behalten sie (oder zumindest einer) den Überblick, ob und inwieweit Änderungen dem Text in Inhalt und Form schaden?
  • Sorgen sie dafür, dass in diesem Fall nochmal insgesamt poliert wird?

Meiner Erfahrung nach funktioniert die Co-Autorenschaft immer am besten, wenn man Texte aufteilt.

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Where’s the beef?

“Where’s the beef?” ist eine amerikanische Redewendung, die ihren Ursprung in einem Hamburger-Werbespot hatte (bei youtube ansehen): Damit wird eine Sache hinterfragt. Auch bei Texten können Sie sich immer fragen “Where’s the beef?” – oder wie ich das bei meinen Kunden immer mache: “Wo ist die Substanz?”

Hä? Welche Substanz?

Ich sehe ja sehr viele Texte: Korrespondenz, Flyer, Angebote, Webtexte, Artikel … und der größte Makel, den die meisten dieser Texte haben, ist nicht, dass sie schlecht oder unverständlich, sondern dass sie zu bla sind.

Das klingt gemein, ist es aber nicht.

Im Gegenteil: Ich lege Ihnen hiermit ans Herz, dass Sie Ihre Texte immer gründlich auf den Bla-Faktor prüfen. Je höher der Bla-Faktor, desto weniger wird Ihr Text das erreichen, was er für Sie erreichen soll.

Bla-Texte zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich meistens ganz gut anhören, aber der Frage “Wo ist die Substanz?” nicht standhalten.

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Das praktische Umsetzen von Schreibtipps

Hand aufs Herz: Wie viele der Tipps, die Sie so rund um das Schreiben lesen – zum Beispiel hier von mir – nehmen Sie nur zur Kenntnis, nicken vielleicht … und was davon setzen Sie tatsächlich um?

Das mit der Umsetzung ist nämlich immer so eine Sache:

  • Manchmal tut man es gar nicht (das geht mir nicht anders!).
  • Besonders kleine Tipps lassen sich oft schnell umsetzen.
    Wenn ich sage: Achten Sie auf unnötig umständliche Formulierungen wie “Ich möchte mich bedanken” oder “Wir erinnern Sie” und schreiben Sie lieber direkt: “Danke …”, “Bitte denken Sie an …”, dann fällt Ihnen das nächste Mal genau diese Formulierung ins Auge und Sie werden es umformulieren.
  • Schwieriger ist es bei Tipps, die Übung erfordern.
    Dabei sind gerade diese besonders wichtig: Entweder, um sich ungute Angewohnheiten abzugewöhnen oder eben um einfach besser, schneller, “anders” zu schreiben. Im vorletzten Newsletter habe ich Sie zum Beispiel gefragt, wie Ihr Schreibstil aussieht/aussehen soll. Dorthin kommt man nicht einfach nur durch Wissen und gutem Vorsatz. Schön wärs! ;-)

Genauso wie Sie ein Musikinstrument nur dann wirklich gut erlernen, wenn Sie regelmäßig spielen und sich die richtige Technik aneignen (und sie üben, üben, üben), sieht es mit dem Schreiben aus.

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Verbessern Sie Ihre Korrespondenz in nur fünf Tagen!

Klingt ganz schön vollmundig, gell? Geht aber. Probieren Sie es selbst aus!

Die meisten von uns schreiben täglich mehrere E-Mails oder Briefe. Das ist die Gelegenheit, sich zu verbessern – und nebenbei ganz gezielt die eigenen Schreibfähigkeiten zu erweitern.

Ich schlage Ihnen ein kleines Experiment vor. Wichtig ist, dass Sie meine Vorgaben genau einhalten. Diese Vorgaben sind:

  • Unten steht für jeden Tag der folgenden Woche eine Aufgabe.
  • Die Aufgaben werden aufgestockt: jeden Tag kommt eine weitere dazu, die zusätzlich zu den vorhergehenden ausgeführt wird. Genau wie bei dem Kinderspiel “Ich packe in meinen Koffer” wiederholen Sie also immer auch die Aufgaben, die schon dran waren und nehmen die aktuelle hinzu.
  • Denken Sie in Kleinigkeiten! Es geht nicht darum, Ihre gesamte Korrespondenz zu ändern, sondern klitzekleine Veränderungen vorzunehmen, die der Aufgabe entsprechen.

Drucken Sie sich den Newsletter am besten aus, schneiden Sie die Aufgaben aus und hängen Sie sie sich vor die Nase. :-)

Und hier Ihre Aufgaben. Fangen Sie gleich heute damit an!

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Wie sieht Ihr Schreibstil aus?

Stellen Sie sich vor, es gibt ein Kaufhaus für Schreibstile. Ich betrete das Kaufhaus und sehe mir die Orientierungstafel bei der Rolltreppe an:

Wo finde ich Ihren Schreibstil?

In welches Stockwerk muss ich fahren, welche verschiedenen Abteilungen muss ich besuchen, um Ihren Schreibstil zu finden?

Eine lustige Vorstellung – natürlich mit Hintergedanken. Ich will Sie dazu anregen, sich Ihren Schreibstil einmal genau anzusehen und ihm einen Namen zu geben.

Gute Texte sind meiner Meinung nach ganz eng damit verknüpft, dass sie IHREN eigenen Stempel bekommen.

Wenn Sie für Kunden schreiben, dann ist es nicht immer Ihr eigener, sondern der Stempel Ihrer Kunden. Doch auch dann haben Sie Ihren ureigenen Stil – oder sollten ihn haben -, der wiederum beeinflusst, wie Sie selbst auftreten und an Texte Ihrer Kunden herangehen.

Und damit Ihre Texte ein eigenes Profil zeigen und nicht nur Worte aneinanderreihen, ist ein eigener Stil wichtig.

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Lügen Sie Ihre Leser nicht an!

Das ist ja mal ein erstaunlicher Rat, oder? Wo es Ihnen doch wahrscheinlich gar nicht erst in den Sinn gekommen ist, vorsätzlich in Texten zu lügen.

Dennoch kommt es häufig vor. Dass gelogen wird oder dass beim Leser zumindest der Eindruck entsteht, dass er angelogen wird. Das ist so ziemlich das Schlimmste, was Ihnen passieren kann. Denn damit verlieren Sie Glaubwürdigkeit und Vertrauen.

Lügen in Texten geschieht meistens, um einen Kunstgriff zu versuchen. Ein Klassiker, der mir ganz häufig begegnet, ist es, einen Inhalt als echt abgelaufenes Gespräch zu verkaufen. Sozusagen “mitbelauscht”, unmittelbar dabei. Problematisch wird das dann, wenn Sie als AutorIn das Gespräch 1:1 wiedergeben, aber selbst offensichtlich nicht dabei gewesen sein können. Wenn man als Leser denkt:

Hä? Woher weiß er das, dass das Gespräch so abgelaufen ist? Welche Rolle hat er selbst dabei gehabt?

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Facettenreich schauen, hören und denken

Wenn Sie mich fragen, was die wichtigste Eigenschaft ist, wenn man regelmäßig schreibt – vor allen Dingen, wenn man mit seinen Texten etwas weitergeben möchte, dann muss ich nicht lange überlegen: Es ist meiner Überzeugung nach der facettenreiche Blick.

Mit facettenreich meine ich vor allem drei Dinge:

  1. Das Bewusstsein, dass alles komplexer ist, als man auf den ersten Blick sieht.
  2. Gesamtzusammenhänge sehen
  3. und ganz besonders: an Details interessiert sein

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So schreiben Sie schneller

Im Februar habe ich Sie gefragt: “Dauert das Schreiben auch so lange bei Ihnen?” und dabei einige typische Ursachen aufgelistet, die der Grund dafür sein könnten.

Abgesehen von irgendwelchen Blockaden und Hürden ist aber die Schreibgeschwindigkeit allgemein ganz leicht zu erhöhen, und zwar in ganz einfachen drei Schritten.
Der erste Schritt ist optional: Wenn Sie geübt sind oder wenn Sie recht klar und logisch denken, dann werden Sie die Bestandteile von Schritt 1 ganz automatisch “nebenbei” bedenken und einfließen lassen. Wenn Sie eher nicht so der strukturierte Typ sind beziehungsweise noch nicht so viel Schreiberfahrung haben, empfehle ich Ihnen unbedingt, beim ersten Schritt zu beginnen.

Schritt 1: Klare Ziele

Jeder Text verfolgt ein Ziel. Ich gehe mal davon aus, dass die meisten von Ihnen aus beruflichen Gründen schreiben: für Ihr Unternehmen, zur Kundenakquise- und bindung, um sich einen Namen zu machen – oder einfach, weil Sie Lust haben, zu schreiben.

Für alles, was Sie schreiben, stellen sich diese beiden Fragen:
- Was soll dieser Text für mich tun?
- Was soll dieser Text für meine Leser tun?

Es nützt Ihrer Schreibgeschwindigkeit enorm, wenn Sie sich diese Fragen vorher wirklich beantworten: auf genau den Text bezogen, den Sie planen. Auf diese Weise bleiben Sie auf Kurs und können beim Überarbeiten auch wirklich noch mal überprüfen, ob der Text Ihren Zielen gerecht wird.

Noch viel wichtiger ist aber, dass sich daraus oft inhaltliche Bestandteile ergeben, die Sie vielleicht noch gar nicht bedacht haben und die Sie für die Text-Struktur brauchen.

Schritt 2: Eine klare Struktur

Jedem Text sein Skelett” habe ich Ihnen schon vor einiger Zeit empfohlen … und tatsächlich hämmere ich Ihnen die drei Schritte in diesem Newsletter auch im Blog wieder und wieder ein, zum Beispiel auch kürzlich, als ich über die Entstehung eines Artikels berichtet habe.

In meinen Coachings und Trainings sehe ich andauernd, dass Leute drauflosschreiben und eine vorherige Konzeption ihres Textes (oder Buches) entweder überspringen wollen oder sie viel zu oberflächlich machen.

Das gilt für alle Texte, also auch für Ihre Unternehmensdarstellung, Marketingaktionen etc.!

Natürlich kann man einfach so losschreiben: beim ersten Wort beginnen und beim letzten aufhören. Und vielleicht kommt auch ein wunderbarer Text dabei raus. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Vorgehensweise jedoch viel länger dauert und meistens in irgendeiner Form in den Wald führt, ist ziemlich groß.

Geschwindigkeit beim Schreiben ist gleichbedeutend mit Zielgerichtetheit. Je klarer Ihre Struktur ist, desto weniger müssen Sie beim Schreiben großartig überlegen, und desto besser wird Ihr erster Entwurf (was wiederum die Überarbeitungsphase stark verkürzt).

Schritt 3: Schnell raus mit dem kompletten Entwurf!

Die meisten von uns machen sich das Schreiben zu kompliziert. Da wird zerdacht, verkünstelt, umgeworfen, angefangen, geändert, geflickwerkt und die Stunden, Wochen oder gar Monate gehen ins Land.

Ich habe in meinem Leben tatsächlich schon Selbstständige getroffen, die monatelang gebraucht haben, um zwei oder drei Sätze über sich selbst zu schreiben – und damit ihr Business unnötig blockiert haben (ganz zu schweigen davon, dass solche Aufgaben einem dann andauernd im Genick sitzen).

Wenn ich höre, dass jemand einen halben Tag für einen kurzen Text braucht oder für seine kleine Image-Website wochenlang rummacht, schlage ich die Hände über den Kopf zusammen. Und zwar aus drei Gründen:

  • Texte, die so entstehen, sind meistens leider nicht besonders gut.
  • Es ist hinten und vorne nicht rentabel, wenn so viel Zeit draufgeht.
  • Vor allen Dingen aber weiß ich, dass man einen kleinen Text in maximal einer halben Stunde und umfangreichere Schreibprojekte wie etwa die Webtexte schon in wenigen Stunden hinkriegen kann (und dazu müssen Sie kein Schreibprofi sein!).

Die Lösung: Hauen Sie immer einen ersten Entwurf runter. Möglichst in einem Aufwasch. Und wirklich runterhauen, also “quick and dirty”: Erlauben Sie sich Umgangssprache oder Platzhalter à la “Hier steht dann ein phänomenaler Absatz über den Kundennutzen”, aber schauen Sie, dass Sie Ihr zuvor erstelltes Text-Skelett möglichst schnell auffüllen.

Warum betone ich das “möglichst schnell” so?

  • Weil Texte, die fließend geschrieben sind, sich auch fließend lesen.
  • Weil Sie sich selbst keine Zeit geben, sich zu verkünsteln.
  • Weil Sie näher an Ihrer eigenen Stimme bleiben, als wenn Sie jeden Satz zerdenken.

Solche ersten – zackig entstandenen – Entwürfe, sind meiner Erfahrung nach bereits wahre Rohdiamanten. Und: Das Polieren geht schneller am fertigen Text. Die Schreibfreude bleibt erhalten. Ihre Texte haben mehr Charakter.

Doch selbst, wenn sich der eine oder andere so entstandene Entwurf als noch nicht so der Bringer entpuppt, ist das nicht tragisch! Sie haben die erste Hürde genommen. Die Inhalte stehen vor Ihnen. Jetzt fällt es Ihnen sehr viel leichter, hin- und herzuschieben, Absätze zu tauschen, zu streichen, zu straffen oder zu ergänzen als wenn alles nebulös in Ihrem Gehirn hin- und herschwappt.

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