Normalerweise bin ich ein Sturzgeburtschreiber: egal ob Artikel oder Buch, ich vergrabe mich intensiv über einen kurzen Zeitraum in meinen Text. So entsteht ratzfatz ein erster Entwurf. Bei Büchern sorgt das für ein ständiges Dranbleiben: ich bin und bleibe mitten im Thema und weiß immer genau, was ich zuvor geschrieben habe. Das erhält die Schreibfreude, sorgt für einheitlichen Stil und beschleunigt alles, weil ich mich nicht erst wieder reinfinden muss.
Beim Roman sieht das natürlich anders aus. Ich bin noch nicht an dem Punkt angelangt, wo ich richtig drin bin und in Fahrt komme. Vielmehr habe ich mich diese Woche zurückversetzt gefühlt, als ich meinen ersten Pullover gestrickt habe. Der Anfang des Romans kommt mir wie das Stricken des Bündchens vor.
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Juhuuuu! Ich habe die ersten Seiten fertig. Das ist sehr aufregend für mich, weil das belletristische Schreiben wirklich eine völlig andere Disziplin ist:
- Den Leser mit den Charakteren bekanntmachen,
- eine flüssige, unangestrengte und unterhaltsame Schreibe,
- überhaupt: Dinge zu beschreiben!
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Wie zu erwarten war, hatte ich letzte Woche kaum eine ruhige Minute, weil mich der Workshop so in Beschlag genommen hat.
Am Sonntag habe ich mich wenigstens dem Erzähltempo des Romans gewidmet.
Letzte Woche hatte ich ja schon mal erwähnt, dass das eine wichtige Herausforderung ist:
Besonders spannend wird für mich auch, wie schnell/langsam ich einzelnen Passagen erzähle. Was muss sich schlüssig etwas länger aufbauen (ohne zu langweilen), was kann/darf/muss schneller passieren.
Ich habe festgestellt, dass ich mein erstes Kapitel viel zu vollgestopft hatte:
- Der Leser muss die Charaktere ja erst einmal kennenlernen (natürlich, ohne sich zu langweilen, sondern schon richtig mittendrin in der Handlung).
- Und dann gibt es einige wichtige Entwicklungen bevor der erste richtige „Hammer“ in der Geschichte kommt, der alles weitere lostritt.
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Diese Woche habe ich – wie erwartet – fast keine Zeit für den Roman gehabt. Vor allem keinen Kopf. Zur Zeit läuft ja der Webtexte-Workshop. Dieser und mein ganz normaler Alltag mit diversen laufenden Kundenaufträgen plus dem Bloggen beschäftigt mich vollkommen und der Kopf ist voll auf meine Kunden fokussiert. Für den Roman ist da kein rechter Platz, was übrigens auch der Grund war, warum ich das Romanprojekt die letzten Jahre immer wieder vor mir hergeschoben habe. Aber so kommt man ja zu nichts, wenn man immer „wenn ich mal Zeit und den Kopf frei habe“ denkt.
Eigentlich wollte ich diese Woche meine Struktur und Szenen verfeinern. Da habe ich ja in den ersten Wochen wirklich gute Fortschritte gemacht. Da mir die Woche so davongelaufen ist, habe ich mir heute Vormittag einige Stunden Zeit genommen und mich direkt mal ans Schreiben des Anfangs gemacht. Huiuiui …
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Hui. Da hatte ich letzte Woche ja schon mit Zeitnot für meinen Roman zu kämpfen – diese Woche ist mir komplett davongelaufen, da zum ganz normalen Alltag noch die Satzfahnen vom neuen Sorry-Buch, das im September erscheint, gekommen sind. Da war dann Korrekturlesen und Optimieren von Text & Layout angesagt. Eine für mich immer etwas elende Fleißarbeit, aber wichtig: denn ein gutes Layout beeinflusst das Leseerlebnis natürlich enorm und manchmal ist es erst dann richtig gut, wenn man im nachhinein an einigen Stellen nochmal Textlängen optimiert.
Ich habe in den letzten Tagen immer mal meine Wochenziele durchdacht (in der U-Bahn, beim Kaffeetrinken, auf dem Weg zum Sport):
1. Brauche ich zwei angedachte Charaktere wirklich? Die Antwort ist: Jein. Eine davon ist wichtig, ihre Rolle habe ich weiter ausgebaut. Die zweite Person genügt völlig als kleine Randfigur. Eine wichtige Entscheidung, um die verschiedenen Handlungsstränge nicht zu zerfasern.
2. Wie könnte mein Roman enden? Das soll ja nicht nur insgesamt ein schlüssiges Ende sein, sondern die verschiedenen Charaktere haben ja einen Entwicklungsstrang, der gut und für die Leser befriedigend enden soll, und das natürlich ohne vorhersehbar zu sein.
Gar nicht so leicht! Das Schöne beim Schreiben, unabhängig davon, welche Texte Sie anpacken, ist ja, dass wir Autoren unendliche Möglichkeiten haben. Was wählen wir aus, wie gehen wir es an? Bei Belletristik ist das noch vielfältiger.
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Die letzte Woche hatte ich nur wenig Zeit, mich dem Roman zu widmen. Mein Ziel war ja, ein erstes Grundgerüst für den gesamten Roman fertigzubekommen, das heißt, die Geschichte wirklich schon in ungefähre einzelne Szenen herunterbrechen.
Ausgangslage war ja eine grobe Grundidee, die in Richtung Psychothriller geht. Ich würde es mittlerweile nicht mehr so bezeichnen, aber wüsste jetzt auch nicht genau, wie man es sonst einordnen sollte. Vielleicht Psychodrama mit Kriminalität, nur viel spannender als es gerade klingt.
In der zweiten Woche habe ich dann das Rückgrat meiner Geschichte gefunden, indem ich für mich herausgearbeitet habe, was meine Grundaussage ist, was sozusagen der unterliegende gemeinsame Nenner für meine Charaktere ist. Darauf basierend habe ich die Figuren konkreter ausgearbeitet und ihre spezielllen Facetten, die sie innerhalb der Geschichte repräsentieren, geschärft.
Diese Woche stand dann also im Zeichen des konkreteren Ablaufs. Ich habe mir ja einen Wandplan pro Kapitel gemacht und habe damit begonnen, die Handlung bereits in einen ersten „Wurf“ an einzelnen Szenen zu packen. Das ist gar nicht so leicht! Doch ich habe einmal mehr gemerkt, wie sinnvoll es ist, vor dem eigentlichen Schreiben derart konkret zu hirnen.
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Das war eine ereignisreiche Woche für mich angehende Romanautorin
. Sie wissen ja schon, dass ich ein Fan guter Struktur bin und deswegen auch erst mit dem eigentlichen Schreiben beginnen werde, wenn ich meine Geschichte wirklich im Griff habe. Dabei meine ich keineswegs „Überplanung“ (siehe auch: Woche 1).
Der Quantensprung rührt daher, dass ich mir nochmal zwei Bücher aus meinem Regal herausgesucht habe, die ich kürzlich bereits gelesen habe – seinerzeit aber nicht mit einem konkreten eigenen Buchprojekt. Da ist das dann, wie es mit Büchern oft ist: Man liest viele Anregungen, findet sie einleuchtend oder interessant … aber liest eben doch nur drüber.
Jetzt habe ich mir gezielt diese zwei Bücher nochmal vorgenommen, um meine Grundidee zu vertiefen.
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Na, hatten Sie ein schönes langes Wochenende? Das Wetter war ja genial! – Darum kommt mein erster Wochenbericht auch einen Tag später: ausnahmsweise habe ich mal einen ganzen Tag meinen Computer ausgelassen.
In der ersten Woche meines Romanprojekts gibt es zu berichten:
Die Grundidee ist festgelegt, die sehr grobe Aufteilung in Kapitel und was jeweils ungefähr passieren könnte ist skizziert, stimmt aber noch nicht richtig.
Die Charaktere stehen grob, bin schon recht zufrieden, daran feile ich aber jetzt erstmal noch im Einklang mit der Handlung.
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Schon seit langem möchte ich einen Roman und ein Filmdrehbuch schreiben. Seit einigen Jahren schiebe ich das vor mir her. Auch wenn ich problemlos nebenbei in Serie Ratgeber- und Businessbücher schreiben kann, so ist Belletristik ein völlig anderes Paar Stiefel. Doch Sie wissen ja: Schreiben lernt man nur durchs Schreiben. Darum ist meine Devise jetzt „Loslegen!“ anstatt „Wenn ich mal den Kopf dafür habe …“.
Ich dachte mir, es ist für Sie vielleicht auch spannend, meine Fortschritte und Gedanken zu verfolgen. Vielleicht schließen Sie sich mir ja auch an mit Ihrem Schreibprojekt und berichten in den Kommentaren jeweils, wie es Ihnen in der vergangenen Woche ergangen ist: Was haben Sie geschafft? Woran haben Sie geknabbert? Was ist überraschend gut gegangen? Wo hakt es vielleicht? Was war ein Aha-Effekt?
Für mich ist die Öffentlichkeit natürlich doppelt und dreifach gut: Ich bin gezwungen, auch wirklich konsequent dranzubleiben. Und wenn der Roman fertig ist und die Bestsellerlisten erklimmt, können wir alle im Detail zurückschauen, wie er entstanden ist.
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Wenn Sie Roman- oder Film-Ambitionen haben, habe ich einen exzellenten Buchtipp für Sie: Writing Dialogue von Tom Chiarella. Gibt’s leider nur auf Englisch.
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