Der facettenreiche Blick (II)

Letzte Woche ging es im Newsletter um das Wahrnehmen von Facetten:

  1. Das Bewusstsein, dass alles komplexer ist, als man auf den ersten Blick sieht.
  2. Gesamtzusammenhänge sehen
  3. und ganz besonders: an Details interessiert sein

Ich hatte als Beispiel diese Aussage getroffen und zu Fragen und Spekulationen angeregt, was zahlreich in den Kommentaren passiert ist:

“Ich habe mir so einen elektrischen Küchen-Zerkleinerer gekauft. Das war der Kauf des Jahrhunderts, der gerade mein Leben verändert.”

In Ergänzung zu diesem Beitrag hier noch einige Informationen, warum es meiner Meinung nach so wichtig ist, als AutorIn immer wach durch das Leben zu gehen. Alles, wirklich alles, hat solche Facetten.

Viele Autoren neigen beim Schreiben dazu, mit spektakulären Inhalten zu glänzen. Doch was einen Text – oder eine Geschichte – wirklich spannend macht, ist gutes Erzählen.

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Fundstück: Kreatives Schreiben

Auf zeitzuleben.de gibt es einen umfangreichen Artikel rund um Kreatives Schreiben – mit 145 Schreibideen und Tipps gegen Schreibblockaden.

:arrow: Kreatives Schreiben … was brauche ich dafür?

Mitteilungsdrang?

In einem Blogbeitrag vom Februar ging es darum, dass das Schreiben erst dann so richtig fließt, wenn Sie etwas zu sagen haben. Gehen wir doch nochmal eine Ebene höher: Wie sieht es mit Ihrem Mitteilungsdrang aus?

Schreiben kann eine reine Aufgabe sein. Man kann schreiben, ohne sich dafür riesig zu begeistern – und es muss nicht mal eine Quälerei sein. Sie kennen das von anderen Tätigkeiten. Denken Sie an Ihren Haushalt: Vielleicht bügeln Sie nicht sonderlich gerne, aber Sie bügeln gut und es macht Ihnen auch nichts weiter aus.

Oder Joggen. Ich bin einige Jahre gelaufen und war dadurch fit genug, eine ganze Stunde durchzuhalten. Aber so wirklich gefallen hat es mir nie, ich hatte auch keinen Spaß oder Drang oder irgendwelche Hochgefühle.

Andere Leute aber schon. Ich kenne Menschen, die liebendgerne bügeln, und viele Leute springen voller Begeisterung in ihre Laufschuhe und sind voll in ihrem Element.

Mit dem Schreiben ist es ganz genauso. Nur kommt mit dem Mitteilungsdrang ein weiteres wichtiges Element hinzu.
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Reden können Sie gut, aber schreiben …?!

Es gibt ja die einen, die sich total wohlfühlen mit dem Schreiben und beim Formulieren so richtig in ihrem Element sind. Und es gibt die anderen, die einfach stärker mündlich sind.

Je stärker man im Gespräch oder Vortrag ist, desto frustrierender ist es, dass das, was man sagen möchte, einfach nicht richtig aufs Papier – oder den Bildschirm – will. Entweder es ist eine elende Quälerei und nichts geht voran oder man starrt auf das, was man geschrieben hat, und alles klingt falsch und entspricht einem so gar nicht.

Zunächst die gute Nachricht: Wer gut sprechen kann, kann (prinzipiell) auch gut schreiben.
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Notizen: Themenideen für später

Dass es gut ist, sich Ideen gleich aufzuschreiben, ist bekannt. Der Rat, immer etwas zu schreiben mitzunehmen, auch.

Tatsache ist ja: selbst die allerspannendsten Vorkommnisse geraten in Vergessenheit, auch wenn wir noch so sicher sind, dass wir uns das auf jeden Fall merken.

Aber das Sammeln von Ideen ist ja noch viel lustiger, als es auf den ersten Blick aussieht.

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Welche Ihrer Eigenschaften nützen Ihnen besonders für’s Schreiben?

Ist es die Ausdauer, mit der Sie an den Dingen dranbleiben?
Ist es die Genauigkeit, mit der Sie sorgsam formulieren und Fehler finden?
Ist es Ihr Humor, der Texte lockerflockig und unterhaltsam werden lässt?
Ist es Ihre Sprachgewandtheit, mit der Sie gekonnt und pointiert formulieren?
Ist es Ihre Logik, mit der Sie Texte schnell konzeptionieren können?
Ist es Ihre Empathie, mit der Sie Ihre Leser besonders gut an die Hand nehmen?

Sie haben eine ganze Menge an persönlichen Eigenschaften, von denen Ihre Schreibfähigkeiten enorm profitieren. Welche sind es bei Ihnen?

Soll man recherchieren – oder lieber nicht?

Eins vorab: Wir reden hier über Texte, bei denen Recherche nicht zwingend notwendig ist. Sie wollen also einen Tipp-Text oder einen Artikel über etwas schreiben, das Sie gut kennen. Nun kommt die Frage ins Spiel, ob es gut ist, sich erstmal zu informieren, was andere darüber schreiben oder nicht.

Und das ist wieder ein etwas komplexeres Thema:
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Empfehlenswert: verschiedene Durchgänge beim Überarbeiten

Eine gute Sache – gerade, wenn Sie noch nicht so wahnsinnig viel Schreibroutine haben – ist es, beim Überarbeiten verschiedene Durchgänge zu machen.

Also nicht versuchen, gleich auf Anhieb alles zu finden, was sich verbessern lässt oder was falsch ist, sondern in jedem Durchgang immer nur eine Sache im Blick haben:

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Newsletter Nr. 1: Flexibilität und Einfallsreichtum

Gute Texte sind immer facettenreich: sie gehen über “das Übliche” hinaus, sie bringen verschiedene Sichtweisen ein und sie sind abwechslungsreich formuliert. Damit das überhaupt gelingen kann, sind zwei wichtige Fähigkeiten als AutorIn, “mit dem Gehirn” hin- und herspringen zu können und differenziert hinzusehen.

Der 1. Newsletter zeigt ein paar wirksame – und lustige – Übungen im ganz normalen Alltag, wie Sie diese Fähigkeiten wunderbar trainieren können.

Fragen? Ergänzungen? Diskussion zum Newsletter?
- Dafür ist hier der richtige Platz.

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Selbstgespräche!

Gestern haben sich meine Schreibwerkstattler amüsiert, weil ich erzählt habe, dass ich zu allen Gelegenheiten rund um’s Schreiben gerne mal mit mir selbst rede.
Laut, versteht sich.

Und tatsächlich sind Selbstgespräche ein universelles Schreibwerkzeug:

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