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Selbstmanagement

Gehen Sie barfuß!

Ich liebe es, barfuß zu gehen. Das erste, was ich beim Heimkommen mache, ist die Schuhe in die Ecke zu pfeffern. Daheim gehe ich ausschließlich barfuß. Draußen ist es mir zu eklig, stupsig und gefährlich. Da müssen bald mal Barfußschuhe her.

Jedenfalls ist mir eben aufgefallen, dass barfußgehen das Schreiben verbessert. Jaha, Sie haben richtig gehört: Gehen Sie barfuß, und Sie schreiben besser. Natürlich im übertragenen Sinn …

So nützt Ihnen das Barfußgehen als AutorIn:

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Keine Zeit zum Schreiben? So geht es schneller.

Zum letzten Newsletter kommentierte Armin: “Thema da. Wille da, aber Zeit?” Tatsächlich ist die Zeit für die meisten von uns ein knappes Gut. Irgendwas ist immer zu tun und wenn nicht, dann wollen wir ja auch noch ein Privatleben.

Wie ich Armin in den Kommentaren schon geantwortet habe, ist das “keine Zeit” etwas komplexer und keineswegs nur eine Organisationsfrage. Im wesentlichen geht es, wie beim Sport, darum, das Schreiben möglichst effizient zu machen. Das wiederum ist eine nur individuell richtig zu beantwortende Frage:

Was sind Ihre persönlichen Ziele, was ist Ihr aktueller Stand
und welches Zeitpensum steht zur Verfügung?

Darauf basierend ließe sich dann tatsächlich wie bei einem Personal Training auch das Schreiben sinnvoll gestalten. Sowohl, was das Üben, sich ausprobieren, als auch das Texteproduzieren angeht.

Es gibt aber natürlich unabhängig davon zahlreiche Zeitspar- und Beschleunigungstipps beim Schreiben. Fünf habe ich Ihnen hier zusammengestellt:

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Thema gefunden. Wille da. Und jetzt?

“Ein gutes Thema hab ich! Aber wo fange ich jetzt nur an?” Wenn ich jetzt fragen würde “Newsletter-LeserInnen: bitte mal Hand hoch, wem es schon mal so gegangen ist”, dann bin ich ziemlich sicher, dass wir ein Händemeer sehen würden. Sie sind also bei weitem nicht alleine!

Die Kunst des Auswählens ist die wichtigste Autorenleistung, die die Leser in der Regel überhaupt nicht wahrnehmen. Die TeilnehmerInnen meiner Buchkonzept-Schreibwerkstatt kennen es besonders: Gar nicht so leicht, eine noch so gute Buchidee im Detail auszuarbeiten.

Doch egal, wie lange Ihr Text ist, ob es sich um ein Buch, einen Tipptext, eine Gebrauchsanweisung, einen Roman oder einen Marketingtext handelt: immer stellt sich die Frage, wie Sie das Thema denn jetzt nun wirklich anpacken.

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Übung macht nicht immer den Meister!

Auch von mir hören Sie, dass Regelmäßigkeit und „üben, üben, üben“ wichtig dafür ist, wenn Sie besser, müheloser und schneller schreiben möchten. Alles, was Sie beherrschen möchten, braucht Übung. Die Musikerin im Profiorchester übt. Der Hochleistungssportler trainiert regelmäßig. Wieso kommen nur so viele auf die Idee, dass sie besser werden könnten, wenn sie alle Vierteljahr einen kleinen Text schreiben?

Bleiben wir kurz beim Sport: Wie viele Leute rennen, oft seit Jahren, in ein Fitnessstudio, aber es verändert sich nicht viel. Sie werden nicht muskulöser, leichter, ausdauernder. Weil sie falsch trainieren.

Üben ist also eine gute Sache. Doch es ist vor allem wichtig, richtig zu üben.

Jetzt kommt die schlechte Nachricht

Es gibt nicht die schnellen drei oder fünf Tipps für richtiges Üben. Schreiben ist eine komplexe Sache, die einige große Brocken umfasst:

:arrow: das richtige Thema zu finden und es schlüssig (und schlau) herunterzubrechen
:arrow: den Text klar aufzubauen
:arrow: verständlich zu schreiben, idealerweise im Dialog mit Ihren Lesern
:arrow: überarbeiten: straffen, kürzen und feintunen

Aber auch:

:arrow: Ihr Selbstbewusstsein als AutorIn („Wen interessiert das?“, „Habe ich überhaupt was zu sagen?“, „Alles schon mal dagewesen!“)

:arrow: Ihr Schreibprozess in allen Schreibphasen, der besonders für die Mühelosigkeit und Schnelligkeit verantwortlich ist

Darum ist, wie beim Sport, oft der kürzeste Weg zum Ziel, sich einen Personal Trainer zu holen.

Die gute Nachricht

Natürlich gibt es immer auch grundlegende Dinge, die Sie beachten können, wenn Sie zielgerichtet üben wollen. Ich habe sieben davon für Sie herausgegriffen:
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Eine der wichtigsten Gewohnheiten, die Sie für das Schreiben – und fürs Leben – brauchen können

Wenn Sie mich fragen, was aus meiner Sicht der allerwichtigste Tipp fürs ganze Leben ist, dann zögere ich nicht einen Moment:

konkret werden

Der konkrete Blick zeigt Wege auf, entwirrt Probleme, verhindert Missverständnisse und Fehlentscheidungen. Und zwar ganz unabhängig davon, um welche Situation oder Sache es geht.

Nehmen wir es aber mal eine Nummer kleiner. Auch Ihre Schreibfähigkeiten – und damit Ihre Texte – profitieren davon ungemein.

Denn wenn Sie konkret werden, können Sie diese 7 Vorteile ernten:

1. Sie schulen Ihre Beobachtungsgabe.
2. Sie profitieren von Ihrem Blick für Details.
3. Sie zeigen sehr viel mehr (und glaubwürdiger) Ihre Kompetenz.
4. Sie beweisen Scharfsinn.
5. Sie schaffen eine Verbindung zu Ihren Lesern.
6. Sie stellen sicher, dass Sie verstanden werden.
7. Ihre Texte sind nutzbringender als die üblichen, oberflächlicheren Texte zum selben Thema (besonders wichtig bei “Nichts wirklich Neues”-Themen)

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Chronische Unlust

Newsletter-Tag! Theoretisch bin ich hochmotiviert:

  • Vorgestern habe ich einen Super-Artikel begonnen zum Thema “richtig brainstormen”, weil mir im Coaching und in Workshops immer wieder auffällt, dass viele Leute dieses tolle Werkzeug falsch anwenden. Leider bin ich nur halb fertig.
  • Gestern habe ich einen tollen Text für Sie zum Thema “Textschablonen nutzen” geschrieben – zur Hälfte.
  • Heute habe ich einen noch wundervolleren Text zum Thema “Besonders die kleinen Texte auf Aussagekraft überprüfen, allem voran der Firmenname” verfasst – zur Hälfte.

Bei allen drei Texten fehlen nur noch ein paar Beispiele, damit Sie auch wirklich praktisch etwas von den Tipps haben. Doch auf Beispiele habe ich heute einfach keine Lust. So sitze ich also über meinen drei halbfertigen Texten, schiele in Richtung Uhr … und nutze die absolute Freiheit, die wir beim Schreiben so haben. Ich schreibe über etwas anderes. Meine Unlust.

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Blut, Schweiß und Tränen?

“Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt” heißt es und tatsächlich haben viele von uns verinnerlicht, dass Erfolg hart erarbeitet sein muss. Das begegnet mir auch immer wieder in Schreib-Workshops. Vielleicht kennen Sie es auch. Manchmal schreibt man lockerflockig irgendwas runter … und wird sofort misstrauisch:

- Das kann es noch nicht sein!
- Das ist mir jetzt viel zu leicht gefallen.
- Bestimmt habe ich (was vergessen/noch nicht gut genug formuliert …).

Die Folge ist oft: verschlimmbessern.

Doch bleiben wir mal ganz am Anfang: Idealerweise fällt Ihnen das Schreiben leicht. Letzte Woche habe ich in meinem Seminar am Anfang gesagt “Habt Spaß mit Euren Texten” – und einige TeilnehmerInnen haben mir gesagt, dass das ein wichtiger Satz für sie war.

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Schreibrhythmus und Ballkontakt

Stellen Sie sich vor, Sie fahren zu einem eine Stunde entfernten Badesee. Beim Starten des Wagens lassen Sie die Kupplung zu schnell kommen und würgen den Motor ab. Neuer Versuch. Jetzt geben Sie zu viel Gas und das Auto macht einen Satz vorwärts. Nochmal starten.

Endlich fahren Sie los. Erst fahren Sie im Schneckentempo, dann geben Sie kurz ganz viel Gas, nehmen die Füße von den Pedalen, drücken wieder auf die Tube. Jetzt fahren Sie rechts ran und bleiben einfach mal zehn Minuten stehen. Dann wieder anfahren. Sie steigen abrupt auf die Bremse. Sie geben wieder Gas. Sie fahren wieder rechts ran und machen eine halbe Stunde gar nichts. Dann weiter …

Nach Ewigkeiten kommen Sie so an Ihrem Ziel an. Sie sind völlig gestresst, angestrengt und alles andere als ausgeglichen. Von einem schönen Ausflug kann keine Rede mehr sein.

Genau so schreiben viele Leute:

  • Sie beginnen etwas, unterbrechen dann, lassen es Ewigkeiten liegen.
  • Sie wollen schnellschnell nach vorne preschen, ohne wirklich überlegt zu haben, was das Ziel, ihre Botschaft ist und wie sie den Text am besten strukturieren.
  • Sie setzen sich unter Druck, weil sie es hinter sich bringen wollen.
  • Oder sie geben sich viel zu viel Zeit, setzen aus, die Wochen ziehen ins Land, bevor sie sich nochmal völlig neu einlesen müssen.

Die Folge: Das Schreiben ist anstrengend. Es fließt nicht richtig. Und oft verliert man schlichtweg die Lust, sich schon wieder damit auseinanderzusetzen.
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“Worüber soll ich schreiben?” – Entscheidungsschwäche hat oft andere Gründe

Oft fängt man nicht an, weil man zu viele Möglichkeiten hat.

Ich könnte ja darüber schreiben oder darüber oder auch darüber …
Das Thema steht fest, aber ich könnte es so angehen oder so oder auch so …

Eigentlich ist das ja paradox! Denn Ideenreichtum ist ja gerade eine Stärke beim Schreiben. Jetzt kommt Ihr Selbstmanagement ins Spiel: denn wenn Sie sich nicht endlich für eine Idee entscheiden, passiert überhaupt nichts.

Wie Sie sich entscheiden können, habe ich hier bei der Gehirnverstopfung schon geschrieben. Manchmal geht es aber um etwas anderes: Das Nicht-anfangen-wollen oder sich davor scheuen, einen Text fertigzustellen. In dem Moment, wo Sie loslegen, wird es nämlich ernst.

Das kennen ganz besonders diejenigen unter Ihnen, die schon immer mal einen Artikel veröffentlichen wollten oder ein Buch schreiben möchten. Das als Traum vor sich herzutragen, ist das eine. Es zu tun und sich damit auch möglichen Schwierigkeiten oder Absagen auszusetzen, ist das andere.

Hier einige Tipps, wie Sie mit der Panik vor dem Veröffentlichen umgehen können.

Fundstück: Selbstsabotage in Sachen Schreiben

Tania Konnerth schreibt über ihre aktuelle Selbstsabotage-Strategie und fragt nach: Was ist es denn bei Ihnen?

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