Manche Formulierungen lassen Sie vage und unsicher erscheinen. Wenn es ganz dumm läuft, kommen Sie sogar unglaubwürdig rüber.
Ich glaube
Natürlich ist es in Ordnung, auch mal was zu glauben, aber wenn das in einem Text öfter geschieht, auch in anderen Varianten wie “ich nehme an”, “meiner Ansicht nach”, dann kommen Sie als AutorIn schnell unsicher rüber:
- Weiß er überhaupt, was er sagt?
- Macht sie es selbst/kann ich ihr vertrauen, dass diese Tipps funktionieren, wenn sie selbst so unsicher ist?
Darüber hinaus fällt es Lesern unangenehm auf, wenn sich Autoren über die Sprache abzusichern versuchen. Solche vagen Formulierungen sind ja oft nicht anderes als der Versuch, einen klaren Standpunkt zu umgehen: „Tun Sie dieses, lassen Sie jenes“ – willkommener Klartext oder Befehlston?
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Manchmal sind es nur wenige Wörter, die einen großen Nutzen bieten. Dieses Plakat des Pizzaservices Smileys ist mir aus dem Bus heraus aufgefallen. Am Laden selbst sind wir auch vorbeigefahren, aber der ist mir nicht ins Auge gestochen. Das Plakat an der Bushaltestelle schon:

Mir hat es gleich ein dickes Lächeln entlockt, denn so ein kleiner Gag ist nicht nur besonders passend für eine Firma, die Smileys heißt, sondern es macht das Unternehmen auch gleich sehr viel sympathischer. Ein nüchternes Hinweisschild ohne das „Halte durch!“ wäre nicht der Rede wert.
In der Innenstadt habe ich dann dieses clevere Hinweisschild auf der Rückseite eines Weihnachtsmarktstandes gesehen:
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Ein Artikel im SZ Magazin fängt mit diesem großartigen Satz an:
Das Paradies liegt am Arsch der Welt.
… und auf Spiegel Online gibt es einen Artikel über Steakhäuser in New York mit der witzigen Überschrift:
Ich will ein Rind von dir
Zur Zeit bin ich im Endspurt für dieses Jahr. Und wie das immer so ist: Wenn man einige Wochen für seine Kunden von der Bildfläche verschwindet, geht es vorher zu wie Hölle.
Dann wird das schnelle Medium E-Mail noch ein bisschen schneller. Und das erinnert mich, Sie daran zu erinneren, dass Schriftliches gerne mal anders interpretiert wird, als es gemeint ist.
Eine kurz angebundene E-Mail kommt schnell mal grob oder grantig an. So mancher Empfänger zerbricht sich den Kopf, ob der Absender sauer ist, oder ärgert sich über schnörkellose, vielleicht sogar unhöflich klingende Worte.
Ich habe mir angewöhnt, einfach dazuzuschreiben, dass ich gerade kurz angebunden bin, zum Beispiel:
- … nur ganz kurz, weil ich gerade auf dem Sprung bin:
Oder ich schreibe die E-Mail fertig und baue die Info in den Gruß ein:
- Telegrammstilige Grüße
Gitte
- Viele Grüße
Gitte Härter
(gerade etwas hektisch)
So weiß der Empfänger immer Bescheid und es gibt keine Missverständnisse.
Dr. Bopp schreibt über den Apostroph:
Schreiben S’ hier einen Apostroph
… auch den links im Artikel folgen. Da geht’s nämlich auch um den Apostroph bei Auslassungen.
Und jetzt muss ich aufhören “Apostroph” zu schreiben, denn je länger ich hinschaue, desto absurder schaut das Wort aus.
Es wird oft geraten, dass man am besten so schreibt, wie man spricht. Und das ist ein sehr guter Rat, auf dem ich auch immer wieder herumreite. Mit gutem Grund:
“Normal” Geschriebenes lässt sich flüssiger lesen und leichter verstehen.
Ihre Leser fühlen sich viel mehr angesprochen.
Sie verleihen Ihren Texten individuellen Ausdruck.
Theoretisch wissen wir das. Und trotzdem haben viele Menschen eine Art “Schreibfilter” im Kopf. Sobald sie zum Stift greifen oder in die Tasten hauen, scheint sich ein Schalter umzustellen. Dann wird es hölzern, neutral, distanziert, bürokratisch … oder man bricht sich einen ab. Das Schreiben ist mühsam und meistens kommt nichts Gescheites dabei raus.
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“Ich lade Sie auf die CeBIT ein!”, “Ich lade Sie zu meinem neuen Seminar ein”, “Ich lade Sie ein, mit mir zum Thema X zu diskutieren”, “Ich lade Sie zum Businessfrühstück ein” …
Laden Sie wirklich ein?
Eine Einladung ist üblicherweise für den Eingeladenen kostenlos. Gerade im Businesskontext wird “einladen” aber gerne anders verwendet:
- Da meint man, der Empfänger soll auf dem Messestand vorbeikommen, aber denkt nicht daran, ihm die Eintrittskarte zu zahlen.
- Die Einladung zum Seminar ist die Aufforderung, einen Platz zu kaufen.
- Die Diskussion kostet Eintritt.
- Und Businessfrühstück heißt: jeder zahlt selbst.
Wenn Einladungen nicht eindeutig formuliert sind, kann das ganz schön unangenehm werden:
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Letzte Woche habe ich in der Himbeerwerft über Automatismen und Macken geschrieben. Da lag der Gedanke nahe, mich auch typischen Schreibmacken zu widmen: Formulierungen oder Angewohnheiten, die wir einfach so drin haben.
Genau wie jeder von uns einen bestimmten aktiven Wortschatz und Sprachmuster hat, gilt das natürlich auch für unsere Schreibe. Das ist gut, weil es idealerweise unseren eigenen Stil ausdrückt.
Aber es führt natürlich auch zu unerwünschten Mustern. Zehn weit verbreitete dieser Schreibmacken habe ich hier für Sie zusammengefasst. Wundern Sie sich nicht, dass ich auf manche immer mal wieder zu sprechen komme. Es sind nicht umsonst unausrottbare Klassiker, die in vielen Texten immer wieder auftauchen.
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Momentan schreiben zehn fleißige Selbstständige im Webtexte-Workshop an ihrer Selbstdarstellung und ich hacke von früh bis spät mit. Eben war ich draußen zum Seilspringen. Eine gute Idee ist das. Ich merke richtig, wie der Sauerstoff durch Mund, Nase und Ohren zieht und mich sofort schlauer macht. Die Hüpferei trägt ihres bei: Ich stelle mir vor, dass sich Staub im Hirn löst und dass so mancher Wissensschnipsel, der in eine Ecke gerutscht ist, an eine andere Stelle fällt und wieder denkbar wird.
Danach springe ich meistens noch in den Supermarkt, der gleich neben dem Spielplatz liegt, und für den Rückweg kaufe ich mir einen Milchkaffee. Während ich also die paar Minuten zurück zu meiner Wohnung schlendere und so meinen Kaffee schlürfe, denke ich oft über Blogbeiträge nach. So ist damals auch die Idee zum letztjährigen Adventskalender entstanden.
Heute starre ich so auf meinen Kaffee und denke: Synonyme!
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Mit 8 oder 9 habe ich im Junior eine Geschichte gelesen, in der ein Krokodil aus der Kanalisation in der Kloschüssel auftauchte .. während ein Kind drauf saß! Seitdem, also seit über drei Jahrzehnten, fällt mir das immer wieder mal ein, wenn ich aufs Klo gehe.
Nein, keine Sorge, ich glaube nicht, dass es wirklich passiert und ich hatte auch als Kind keine Angst, aber das Gelesene hat mich offensichtlich nachhaltig beeindruckt. Wenn das der Autor der Geschichte wüsste, was?!
Texte, die uns emotional packen, fesseln uns nicht nur beim Lesen, sie bleiben auch deutlich besser hängen.
Wie können Sie dafür sorgen, dass Sie Ihren LeserInnen nicht nur Inhalte vermitteln, sondern sie emotional berühren?
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