Bessere Verständlichkeit: Ziehen Sie Vergleiche

Auf Borneo wurde eine erbsengroße Froschart entdeckt. Klicken Sie mal hier und schauen Sie sich die Bilder des Frosches an.

Wäre nur der Frosch abgebildet, könnten wir uns gar nicht richtig vorstellen, wie klein er ist. Ähnlich habe ich es in diesem Beitrag gemacht, um die Größe eines USB-Sticks zu zeigen. Durch die Finger bekommt man ein Verhältnis zur Größe.

Auch in Texten funktioniert das.

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Den Leser schon am Start neugierig machen

Ein guter Text sorgt dafür, dass Ihre Leser wirklich bis zum Schluss dranbleiben. Wenn Sie regelmäßig schreiben und Ihre Stammleser Ihren Stil mögen, dann lesen diese meist zu Ende, weil sie Sie kennen: Er/sie schreibt gute Texte. Es lohnt sich, dranzubleiben.

Doch diesen Bonus hat man in der Regel nicht. Darum ist es immer wichtig, darauf zu achten, dass der Text so nah am Leser ist, dass er Lust hat, weiterzulesen. Ein Grund dafür ist die schon oft benannte Nutzendichte: keine Längen, keine unnötigen Schlenker, nichts Verwirrendes, sondern schlüssige Informationen und gute Tipps. Wenn Sie einen Text zur Unterhaltung schreiben, dann heißt es: Unterhaltungsdichte. Gleiches Prinzip.

Eine sehr effektive Möglichkeit, zu garantieren, dass Ihre Leser wirklich bis zum Ende dranbleiben, ist es, zu Beginn eine Lücke zu öffnen:
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Wie finden Sie es, wenn Sie schriftlich geduzt werden?

Das Internet ist ja ein Duz-Medium. Immer, wenn es interaktiv wird – also in Foren, Chats oder in Blog-Kommentaren – finde ich das Du in Ordnung.

Doch wenn ich auf einer Website, insbesondere einer Business-Website, geduzt werde, sträubt sich in mir alles. Die Ausnahme ist, wenn der Firmenauftritt schlüssig drumherumgebaut wird. IKEA beispielsweise nehm ich es nicht krumm, auch bei hippen Firmen oder solchen mit übermäßig jugendlichem Publikum finde ich es ok.

Komme ich aber auf die Seite von irgendeinem Coach, Computerfachmann o. Ä., dann bin ich immer etwas befremdet: Ich kenne die Person doch gar nicht!

Auch Prospekte, Briefe, Artikel oder gar Bücher sind für mich fast unlesbar, wenn ich geduzt werde.

Wie geht es Ihnen damit?

Nutzen Sie Synonyme, um einen Begriff zu verdeutlichen

Bei Business-Texten, gerade, wenn es um die Unternehmensdarstellung geht, werden oft die typischen Schlagworte benutzt: effektiv, kompetent, zuverlässig, Perspektiven, Erfolg und und und

Das Gemeine ist, dass viele dieser Begriff eigentlich gut und wichtig sind, aber viel zu inflationär benutzt werden.

Ein schönes Stilmittel – das man auch wunderbar ins Layout einbinden kann – ist es, mit Synonymen zu arbeiten.

Dabei nutze ich meinen Liebling Wortschatz Uni Leipzig und gebe das Wort ein, um das es geht. Dann suche ich mir aus der Liste die Begriffe aus, die facettenreich untermauern, was ich damit meine. Manchmal ergänze ich etwas, das dazugehört, auch wenn es kein direktes Synonym ist.

Das ist wichtig! Es geht ja nicht darum, einen Deutschkurs zu veranstalten, sondern Sie möchten mit dieser Wort-Liste ja ausdrücken, was Sie meinen beziehungsweise was Ihnen daran besonders wichtig ist.

Zwei Beispiele:
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Vergleichen Sie mal: Interviews

Hin und wieder – gerade, wenn Sie Fachwissen oder bestimmte Erfahrungen haben – kommt es vor, dass man um ein Interview gebeten wird. Und manche Interviews drehen sich sehr nah um einen selbst.

Ein wunderbares Anschauungsmaterial, wie unterschiedlich Interview-Fragen beantwortet werden können, bietet die Interview-Reihe “Auf Du und Du mit Deinem Lebenstempo” von Petra Schuseil in ihrem Lebenstempo-Blog.

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“Ich muss Ihnen nicht sagen …”

Manchmal schreibt man etwas, von dem man überzeugt ist, dass es “zu banal” oder schon hundert Mal gesagt ist. Sie können in so einem Fall dazu schreiben, dass es “bekannt”, “(vielleicht) selbstverständlich” oder sogar “eine Binsenweisheit” ist.

Sie können aber auch sagen, dass Sie etwas nicht sagen. ;-)

Ich muss Ihnen nicht erzählen, wie entscheidend Ihre Einstellung dafür ist, ob Ihr Vorhaben erfolgreich sein wird. Sie kennen die Beispiele aus dem Sport zur Genüge: Wenn der Hochspringer innerlich überzeugt ist, dass er die Höhe nicht schafft, hat er keine Chance.

Noch ein Fundstück: toller Satz

Über das Bildblog bin ich auf diesen Artikel gestoßen: Die Ausputzerin

Putzen besteht aus vier Komponenten: Wassertemperatur, Reinigungsmittel, Zeit, Mechanik. Sie variieren je nach Oberfläche.

Ein tolles Beispiel dafür, wie komprimiert man etwas aussagen kann!

Fundstück: Verständlich kommt von Verstand

Kerstin Hoffmann, die ein sehr gehaltvolles eigenes Blog – PR-Doktor – führt, hat für ueberzeugend-praesentieren.de einen Gastbeitrag geschrieben: Verständlich kommt von Verstand – wie man Anspruchsvolles in verständlichen Worten erklärt.

Stilmittel: Umgangssprachlich schreiben

Was punktuell sehr witzig ist und einen Text richtig beleben kann, ist das buchstäbliche Schreiben-wie-man-spricht:

  • Geduhuld!
  • Das geht alles so laaaaaaaaaaangsam.
  • NEEEEEIIIIIIIIIINNNNN!
  • Können Sie mal bitte zu-hö-ren.
  • Schon meakwüadig.

Natürlich immer nur dann verwenden, wenn es sinnvoll für den Text ist, und immer nur in kleinen Dosen , sonst wirkt es zu gewollt und wird anstrengend für die Leser.

Fundstück: unglückliche Anführungszeichen

In der U-Bahn sah ich diese Werbung für ein Seniorenheim:

Sie haben es sich verdient, dort zu leben,
wo es am “schönsten” ist.

Das wirkt in dem Fall unabsichtlich ironisch – denn die Anführungszeichen sind hier völlig unnötig und kehren das Gemeinte regelrecht um.

Apropos Ironie: Da lese ich doch kürzlich, dass es ein Ironiezeichen gibt. Sowas!