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Struktur

Es ist einfach, ein Buch schreiben zu wollen.

Gestern habe ich den fleißigen Erstautoren im Buchkonzept-Workshop etwas gesagt, das auch für Sie wichtig ist, wenn Sie schon immer mal einen Ratgeber schreiben wollten:

Es ist sehr leicht, zu sagen „Ich will ein Buch schreiben.“

Es ist auch noch sehr leicht zu sagen: „Es soll ein Buch über … sein.“

oder

„Mein Buch soll den Menschen dabei helfen, … zu tun.“

Ein wenig schwieriger wird es dann schon, diese vage Idee in ein konkretes Buchthema zu packen, sich für eine klare Zielgruppe zu entscheiden und festzulegen, welchen Aufhänger man seinem Thema geben möchte.

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Protokolle schreiben in Firmen, Organisationen, Arbeitsgruppen

Das kennen Sie sicher auch: Man hat ein internes Meeting, aber mit der Pünktlichkeit nimmt es niemand so genau. Der erprobte und ultimative Tipp: Der Letzte schreibt das Protokoll. – Haha! Tatsächlich das Einzige, was wunderbar funktioniert hat in unserer früheren Firma. Plötzlich kam jeder noch ein bisschen früher und die Besprechungen konnten pünktlich beginnen.

Protokollschreiben ist für viele eine schreckliche Strafarbeit. Noch viel haarsträubender ist es, wie oft damit sinnlos Zeit vergeudet und Aufwand getrieben wird.
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Thema gefunden. Wille da. Und jetzt?

“Ein gutes Thema hab ich! Aber wo fange ich jetzt nur an?” Wenn ich jetzt fragen würde “Newsletter-LeserInnen: bitte mal Hand hoch, wem es schon mal so gegangen ist”, dann bin ich ziemlich sicher, dass wir ein Händemeer sehen würden. Sie sind also bei weitem nicht alleine!

Die Kunst des Auswählens ist die wichtigste Autorenleistung, die die Leser in der Regel überhaupt nicht wahrnehmen. Die TeilnehmerInnen meiner Buchkonzept-Schreibwerkstatt kennen es besonders: Gar nicht so leicht, eine noch so gute Buchidee im Detail auszuarbeiten.

Doch egal, wie lange Ihr Text ist, ob es sich um ein Buch, einen Tipptext, eine Gebrauchsanweisung, einen Roman oder einen Marketingtext handelt: immer stellt sich die Frage, wie Sie das Thema denn jetzt nun wirklich anpacken.

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Formulieren stört das Konzipieren!

Wann immer Sie etwas konzipieren – Ihre Website, einen Flyer, einen Artikel, eine Seminarausschreibung, ein Buch, eine Checkliste, ein Projekt – verbieten Sie sich in der Konzeptionsphase das Formulieren! Schreiben Sie aussagekräftige Stichpunkte, halten Sie sich erstmal ganz an die Fakten.

Warum?

:arrow: Weil das Formulieren Ihr Gehirn in eine Richtung schickt, die Sie momentan nicht brauchen. Fokussieren Sie erstmal auf Rahmen, Inhalt, Struktur und Ziele.

:arrow: Weil das Formulieren auch Sie selbst sehr schnell darüber hinwegtäuschen kann, dass es kein „Fleisch an den Knochen gibt“ (siehe auch „Where’s the beef?“)

:arrow: Und weil das Formulieren den einen sehr leicht und den anderen sehr schwer fällt: Wenn es Ihnen leicht fällt, haben Sie das Gefühl „fertig“ zu sein, obwohl Sie überhaupt nicht genug in die Tiefe gedacht haben. Und wenn es Ihnen schwer fällt, sind Sie doppelt gelackmeiert: Denn wer keine klaren Fakten hat, kann auch nicht gut formulieren: da fehlt der Stoff für Struktur und Inhalte. Unterm Strich brauchen Sie also noch länger und haben am Ende weder das eine, noch das andere richtig gemacht.

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Checklisten selbst gemacht!

Checklisten sind eine feine Sache: Ob es nun die private Packliste für den Urlaubskoffer ist, ob man eine bestimmte Vorgehensweise festlegen möchte oder ob man eine Veranstaltung organisiert … und sie sind, man glaubt es kaum, zusätzlich eine wunderbare Schreibübung!

Denn für Checklisten ist gefragt:

:arrow: eine klare Struktur
:arrow: Weit- und Überblick
:arrow: differenziert das Wichtigste auf den Punkt zu bringen
:arrow: einfache Verständlichkeit
:arrow: eine logische Abfolge von Aufgaben und gute Zeitplanung

Vor allen Dingen schulen Sie sich darin, komplexe Sachverhalte klar und schlüssig auf den Punkt zu bringen.

Hier eine kleine Anleitung, wie Sie sich Ihre eigenen Checklisten zusammenstellen können, sozusagen eine Checkliste für Checklisten.
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Vom Hölzchen aufs Stöckchen

Anfang des Jahres hat sich Silke mal gewünscht, dass ich etwas mehr über Struktur schreibe, unter anderem darüber, wie man sich nicht in Details verliert. Jetzt ist das Thema „Struktur“ wirklich sehr komplex – es zieht sich buchstäblich durch jeden Ihrer Texte. Und Sie können sich mit den verschiedensten Hilfsmitteln Struktur schaffen: Mit einer Artikel-Form etwa, die vorgibt, dass Ihr Text „7 Tipps“ enthält, mit einem Interview oder einer Liste. Um nur drei zu nennen.

Leider kann man nicht einfach sagen „Mach A und B, dann wirst Du Dich nie mehr in Details verlieren oder vom Thema abkommen“. Denn es kommt immer auf den Text insgesamt an. Auch eine Detailinformation oder ein kleiner Ausflug auf ein Nebenthema kann goldrichtig platziert sein.

Schauen wir uns also am besten mal drei grundlegende Aspekte an, die Sie fest im Blick halten sollten, wenn Sie einen Text schreiben. Denn diese sind dafür verantwortlich, dass Sie den Text grundsätzlich richtig aufbauen. Wenn der Aufbau in sich stimmt, sind grobe Verzettelungen schon gar nicht mehr richtig drin.
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Öfter mal was Neues: Texte rechnen

Idealerweise gehen Tipptexte für Ihre Leser auf: Der Aufbau ist schlüssig, die Infos und Tipps genau aufeinander gestimmt und es gibt ein konkretes Ergebnis. Also nehmen wir das doch einfach mal wörtlich: Rechnen Sie Ihre Texte!

Die Grundrechenarten bieten ein wunderbares Gerüst für Sie, einen Text zu konzipieren. Außerdem hilft Ihnen das Mathe-Prinzip dabei, eine logische Struktur aufzubauen.

Anhand einiger Beispiele zeige ich Ihnen, was ich meine. Sie können beliebige weitere Formeln zugrunde legen.

Addieren

Summand + Summand = Summe

Für Ihren Text kann das zum Beispiel bedeuten:

Info + Tipps = Ergebnis

Das ist ein klassischer Tipptext-Aufbau: Sie bringen Infos, führen diese gegebenenfalls weiter aus, fügen konkrete Tipps, Anregungen oder Handlungsanweisungen hinzu – et voilà: der Leser kommt zu einem gewissen Ergebnis, das sich aus der logischen Weiterführung dieser Infos und Tipps ergibt.

Achten Sie idealerweise darauf, dass Ihre Tipptexte dieses Ergebnis auch immer glasklar benennen! Manchmal neigt man dazu, zu abrupt aufzuhören, meistens wenn man ein paar gute Tipps gegeben hat (auch mir passiert das immer wieder), anstatt noch eine abschließende „Schleife“ dranzumachen, die Ihren Text komplettiert und Ihre Leser motiviert, Ihre Tipps auszuprobieren.

Sie können die Addition aber natürlich auch umdrehen:

Ergebnis = Info + Tipps

Dann beginnen Sie mit dem Ergebnis, zum Beispiel einer Lösung zu einem Problem, das Ihre Zielgruppe hat. Oder Sie schwenken eine attraktive Karotte vor dem Leser: Willst du das auch?/Schau mal, das kannst du erreichen, wenn du weiterliest, denn ich sage dir gleich, wie das geht. Der Tipptext beginnt also mit dem Ergebnis und löst dann konkret auf, was passieren muss, damit das Ergebnis eintreten kann.
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Warum ich ein Buch immer mit dem Anhang beginne und mein wichtigstes Werkzeug beim Buchschreiben

Wenn ich ein neues Buch schreibe, ist der Startschuss immer dieses Ritual:

:arrow: Ich lege mir im PC einen Ordner für das Buch an: jedes Kapitel bekommt einen eigenen Unterordner. Hier das Beispiel meines 222-Tipp-Buches:


:arrow: Gibt es bestimmte Vorgaben, wie der Verlag das Manuskript formatiert haben möchte, erstelle ich eine Vorlage.

:arrow: Dann kommt in jeden Ordner eine Datei, wo ich die Kapitelüberschrift und das, was ich dazu im Konzept vermerkt habe einstelle. Im nächsten Schritt erstelle ich für jedes Kapitel erstmal die genaue Struktur (wie hier anhand eines Artikels gezeigt).

:arrow: Nun kommt das Allerwichtigste …

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Folgen Sie dem roten Faden!

Eine große Schwäche bei vielen Texten ist die mangelnde Struktur und Durchführung des Lesers. Das ist eine „Disziplin“, die am Anfang gar nicht so einfach ist. Besonders ungeübte Schreiber sind oft so sehr mit Formulierungen beschäftigt, dass sie nicht auf das Fundament des Textes achten.

Ich hatte Ihnen hier und hier schon beschrieben, wie wichtig es ist, Ihren Texten vor dem Schreiben eine klare Struktur zu geben. Wenn Sie das tun, können Sie die Probleme, die durch einen nicht vorhandenen klaren roten Faden, von vornherein aushebeln (und: Sie werden Ihre Texte sehr viel schneller schreiben, wenn die Struktur vorher steht).

Eine weitere Möglichkeit, ein Gespür dafür zu entwickeln, ob sich ein klarer roter Faden durchzieht, ist es, die typischen Schwächen zu erkennen.
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Pflanzen Sie sich was in den Kopf

„Nochmal darüber schlafen“ sagen wir, wenn wir uns etwas durch den Kopf gehen lassen möchten – oder einfach, wenn wir noch etwas Zeit für eine Entscheidung brauchen.

Was ich beim Schreiben immer wieder merke, ist, dass es vorteilhaft ist, Texte nicht zwingend in einem Sitz fertigzumachen. Ich coache und schreibe ja sehr viel für meine Kunden: ob Seminarausschreibungen, Artikel oder Bücher und vor allen Dingen Webtexte. In der Regel kann ich recht schnell einen Text erfassen, mir einfallen lassen oder optimieren.

Doch manchmal merkt man, dass an einem Text etwas noch nicht stimmt, dass es „irgendwie“ besser geht – oder es gilt, von Haus aus eine neue, schlauere Struktur zu erfinden.
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