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Artikel + Tipps schreiben

Schreiben, wie Ihnen der Schnabel gewachsen ist

Es wird oft geraten, dass man am besten so schreibt, wie man spricht. Und das ist ein sehr guter Rat, auf dem ich auch immer wieder herumreite. Mit gutem Grund:

:arrow: “Normal” Geschriebenes lässt sich flüssiger lesen und leichter verstehen.
:arrow: Ihre Leser fühlen sich viel mehr angesprochen.
:arrow: Sie verleihen Ihren Texten individuellen Ausdruck.

Theoretisch wissen wir das. Und trotzdem haben viele Menschen eine Art “Schreibfilter” im Kopf. Sobald sie zum Stift greifen oder in die Tasten hauen, scheint sich ein Schalter umzustellen. Dann wird es hölzern, neutral, distanziert, bürokratisch … oder man bricht sich einen ab. Das Schreiben ist mühsam und meistens kommt nichts Gescheites dabei raus.

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A bissl was geht immer! – Mehr Lesernutzen

Gehen Sie immer davon aus, dass Ihr Text noch nützlicher werden kann. Ganz egal, ob es ein Werbetext, ein informativer Artikel oder ein Tipp-Text ist – und unabhängig von der Textmenge: Je kürzer, desto dichter

Oft steckt der Nutzen in den Details: Eine der wichtigsten Gewohnheiten, die Sie für das Schreiben – und fürs Leben – brauchen können

Schauen Sie sich den folgenden Absatz an:

Niemand ist frei von Vorurteilen und Klischeedenken – und so gibt jeder von uns immer mal welche von sich. Doch das kann Ihnen schaden! Es kann sein, dass andere die Nase rümpfen und Abstand halten. Und es kann passieren, dass Sie oberflächlich oder unselbstständig rüberkommen, obwohl Sie das gar nicht sind.

Dabei spielt es keine Rolle, ob es nur als Scherz gemeint war oder nicht.

Klingt ganz gut, oder? Und doch ist es nicht so richtig greifbar. Wenn Sie viel schreiben, dann wissen Sie zudem, dass Leser Dinge oft anders interpretieren. Es ist für uns Autoren also immer besser, wenn wir das, was wir rüberbringen möchten, möglichst eindeutig beschreiben. Also geben wir diesem Absatz doch noch einige Details:

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Live-Ticker: Ein Newsletter-Text muss her!

Die Situation: Ich stecke bis über beide Ohren im Buchworkshop und habe noch keinen Newslettertext. Gestern habe ich zwar ein Thema ausgesucht und den Text durchstrukturiert, aber jetzt eben habe ich auf dieses Thema keine Lust.

Keine Lust = es wird nicht schnell gehen.

Es soll aber schnell gehen, weil ich das Mittagspäuschen nutzen möchte, den Newsletter fertigzumachen. Das ist ein guter Tapetenwechsel fürs Gehirn, bevor ich mich wieder in die Konzepte stürze. Gerade die Vielschreiber unter Ihnen wissen, was ich meine: immer nur Akkord geht aufs Gehirn und auf die Schreibe, darum lieber mal unterbrechen oder andere Texte dazwischenschieben.

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Und dann starre ich aufs Papier und warte auf die Erleuchtung …

Zur Zeit ist ja der Buchkonzept-Workshop, wo elf fleißige künftige Autorinnen an ihren wunderbaren Buchideen feilen. Die wahre Kunst am Bücherschreiben liegt ganz am Anfang: wieder mal das Konzipieren. Eine Buchidee zu finden, ist relativ einfach. Aber dafür die Inhalte bestimmen und schlüssig in Form zu bringen, ist etwas ganz anderes.

Gerade vorhin ist mir so richtig bewusst geworden, dass etwas, das ich ganz oft mache, um den richtigen Dreh für den Aufbau zu finden, tatsächlich das Starren aufs Papier ist (manchmal auch auf den Bildschirm, aber weit häufiger drucke ich es aus oder notiere mir Ideen auf Papier).

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Rennen Sie keine offenen Türen ein

Endlich! Dieses Buch habe ich erwartet! Es geht um Gelenkmobilisation. Begeistert klappe ich das Buch auf. Einführung. Warum das Programm so toll und wichtig ist. Okay.

Erstes Kapitel. Warum das Programm so toll und wichtig ist. Zweites Kapitel. Warum das Programm so toll und wichtig ist. Drittes Kapitel. Warum das Programm so toll und wichtig ist. Viertes Kapitel. Warum das Programm so toll und wichtig ist. Fünftes Kapitel. Warum das Programm so toll und wichtig ist. Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaargh!

Die Informationen der ersten 90 Seiten des Buches hätte man locker auf zwanzig Seiten zusammenstauchen können: dann wäre es dicht, spannend, straff zum Punkt gekommen. So hat es der Autor geschafft, dass ich ziemlich genervt und abgetörnt bin und mit jedem Kapitel heftiger mit den Augen rolle. Die ursprüngliche Begeisterung ist verdampft.

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Immer gern gelesen: Typologien

Ein amüsantes Stilmittel, das immer gut ankommt, sind Typologien. Diese können ernst gemeint sein, rein der Unterhaltung dienen oder einen Schuss Augenzwinkern enthalten (haha: ein Schuss Augenzwinkern, ist ja mal ganz was Neues!).

Genau wie bei Selbst-Tests, die die meisten Leute gern machen, erfreuen sich Typologien großer Beliebtheit. Sie werden nicht nur gerne gelesen, sondern sind sehr beliebt im Internet – werden also oft weitergeschickt und verlinkt.

Und sie sind relativ leicht zu schreiben:

  • Überlegen Sie sich einfach welche ausgeprägten Typen es gibt.
  • Geben Sie diesen einen plakativen oder witzigen Namen.
  • Schreiben Sie eine kleine Beschreibung, was den jeweiligen Typ auszeichnet.

Das muss gar nicht ausführlich sein! Zu Ihrer Inspiration hier einige Beispiele:

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Fordern Sie sich! Sie wissen mehr, als Sie glauben.

Haben Sie auch das Gefühl, dass in Zeitschriften immer dasselbe steht? Und leider auch in vielen Büchern, Seminarunterlagen oder Blogs?

Es gibt zwei Gründe dafür:
1. Oberflächlichkeit
2. Neutralität

Auf beides komme ich immer wieder zu sprechen. Denn gute Texte sind nicht oberflächlich und nicht neutral.

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Keine Zeit zum Schreiben? So geht es schneller.

Zum letzten Newsletter kommentierte Armin: “Thema da. Wille da, aber Zeit?” Tatsächlich ist die Zeit für die meisten von uns ein knappes Gut. Irgendwas ist immer zu tun und wenn nicht, dann wollen wir ja auch noch ein Privatleben.

Wie ich Armin in den Kommentaren schon geantwortet habe, ist das “keine Zeit” etwas komplexer und keineswegs nur eine Organisationsfrage. Im wesentlichen geht es, wie beim Sport, darum, das Schreiben möglichst effizient zu machen. Das wiederum ist eine nur individuell richtig zu beantwortende Frage:

Was sind Ihre persönlichen Ziele, was ist Ihr aktueller Stand
und welches Zeitpensum steht zur Verfügung?

Darauf basierend ließe sich dann tatsächlich wie bei einem Personal Training auch das Schreiben sinnvoll gestalten. Sowohl, was das Üben, sich ausprobieren, als auch das Texteproduzieren angeht.

Es gibt aber natürlich unabhängig davon zahlreiche Zeitspar- und Beschleunigungstipps beim Schreiben. Fünf habe ich Ihnen hier zusammengestellt:

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Sehr, sehr nützlich: Textschablonen

Eine simple Möglichkeit, schneller zu schreiben, ist, sich vorab eine Standardstruktur zu überlegen. Auf diese Weise entsteht eine “Textschablone”, die Sie nur zu füllen brauchen.

:arrow: Das erleichtert es Ihnen, die besten Inhalte auszuwählen.

:arrow: Sie halten sich (und Ihren Text) sicher auf Kurs.

:arrow: Sie tun sich sehr viel leichter, schneller zu schreiben.

:arrow: Wenn Sie mehrere Texte für die gleiche Sache schreiben, z. B. eine Artikelserie oder Ihre Website, dann wird das Endergebnis ausgewogener und “runder”. Die Leser finden sich zudem schneller zurecht.

So geht’s:

1. Sie überlegen sich zuerst, was genau in einen Text soll.
2. Sie definieren sinnvolle Textabschnitte (die manchmal auch identisch sein können).
3. Jetzt brauchen Sie nur noch aufzufüllen. Dabei brauchen Sie nicht mal sofort zu formulieren, sondern können zunächst Stichpunkte pro Textabschnitt notieren.

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interaktiv: Ihr Tipp mit 10 vorgegebenen Wörtern

Endlich wieder eine Schreibaufgabe! Sie haben bestimmt schon drauf gewartet. Diesmal ist es ganz schön knifflig: Es ist eine verschärfte Version des Adventskalenders, bei dem Sie mir jeweils ein Stichwort vorgegeben haben.

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