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Tipptexte

So filtern Sie sich unbemerkt Leser weg – und wie Sie das vermeiden können.

Wenn Sie einen Artikel schreiben, dann überlegen Sie sich ein gutes Thema, Sie packen idealerweise richtig viel Nutzen für Ihre Leser rein – und vielleicht grübeln Sie länger über einer besonders neugierigmachenden Überschrift. Damit haben Sie prinzipiell die Aufmerksamkeit Ihrer Zielgruppe, doch jetzt geht es um die Wurst: Bleiben Ihre Leser dran? Lesen sie Ihren Text bis zum Ende durch?

Eine Hürde, die viele Autoren nicht genug im Blick haben, ist das unbeabsichtigte Wegfiltern möglicher Leser. Ich zeige Ihnen anhand fünf Filter-Fallen, wie es zu so einem Wegfiltern kommen kann:

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Übungen bringen Ihren Lesern echten Mehrwert

Ein ganz wesentliches Merkmal guter Tipp-Texte ist es, dass Sie Ihre Leser ins Tun bekommen. Das geht hervorragend über konkrete Übungen. Wie wichtig (und wie schwierig) es ist, Übungen glasklar zu beschreiben, können Sie hier nachlesen.

Wesentlich dafür, dass Ihre Leser auch ausprobieren, was Sie vorschlagen, ist es, genau zu erklären, wofür die Übung jeweils gut sein soll. Häufig liest man Artikel, bei denen eine Übung relativ willkürlich angetackert erscheint. Manchmal ist es auch gut, Übungen einzubauen, die vorteilhaft für eine bestimmte Fähigkeit ist, die aber nicht direkt damit zu tun hat.

Schauen Sie sich dazu mal meinen Artikel “Trockenübungen” für Ihre Telefon-Akquise an. Dort habe ich fünf einfache Übungen zusammengestellt, die Grundfähigkeiten für das Telefonieren trainieren:

Übung 1: Lob-Anruf
Übung 2: Fragen stellen
Übung 3: Um einen Gefallen bitten
Übung 4: Eine Kleinigkeit reklamieren
Übung 5: Anruf statt E-Mail

Das sieht dann zum Beispiel so aus:

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Der schlechteste Tipp

Fangen Sie einen Artikel doch einfach mal mit dem schlechtesten Tipp an, den Sie jemals gelesen oder bekommen haben.

Dann nur noch begründen, warum Sie den Tipp so daneben finden … et voilá: der Text ist fertig.

Ein etwas anderer Tipp-Text, der besonders spannend wird, wenn Sie einen Tipp auswählen,

  • den Sie total platt finden,
  • mit dem Sie volle Kanne reingefallen sind
  • oder/und über den Sie sich so richtig aufregen können.

Denn das ist der Garant, dass bei Ihnen die Emotionen hochkochen, was wiederum die Formulierungen automatisch lebendiger werden lässt.

Mit einer Zusammenfassung beginnen

Eine gute Möglichkeit, Artikel und Tipptexte zu konzipieren, ist eine Zusammenfassung. Darin legen Sie genau fest

  • Worüber Sie schreiben möchten.
  • An wen Sie sich richten.
  • Was Ihre Motivation bzw. das Ziel Ihres Textes ist.
  • Und was die wichtigste Botschaft ist – oder was die wichtigsten Tipps sind.

Das sind dann nur wenige Zeilen, aber die sollen möglichst konkret sein.

Ein Beispiel:
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Falsche Versprechungen

Wenn wir selbst von einer Sache überzeugt sind, neigen wir dazu, falsche Versprechungen zu machen. Das ist gemein, denn es enttäuscht, entmutig – oder verärgert – die Leser möglicherweise. Besonders schnell tappt man in diese Falle, wenn es um etwas geht, das einem sehr, sehr wichtig ist oder besonders gut tut.

Sagen wir, Sie kochen mit Herz und Seele. Und Sie wissen: Kochen bedeutet nicht nur, Zutaten in einen Topf zu werfen, sondern es geht auch darum, liebevoll zu kochen und mit dem Herzen dabei zu sein. Nun schreiben Sie aus dieser Perspektive heraus einen Text und empfehlen Ihren Lesern abschließend:

Lassen Sie einfach alle Liebe, die Sie für Ihre Familie spüren, in das Gericht einfließen – und das Essen wird wunderbar schmecken.

Ich kann Ihnen versprechen, dass es das nicht automatisch wird. :mrgreen:
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Ein vielseitiges Schreibwerkzeug

Im August habe ich ja ein neues Buch geschrieben. Es ist ein “222 Tipp”-Buch (das Thema ist noch geheim). Einen Text in ganz konkreten Tipps zu schreiben und keine große Einleitung und Drumherumerklärung zu geben, ist eine völlig andere Art des Schreibens.

Im März habe ich im Blog bereits über die Artikelformen “XX Tipps” und “Liste” geschrieben. Wenn Sie die Beiträge damals nicht gesehen haben, dann lesen Sie bitte jetzt dort noch einmal kurz nach.

Beides sind sehr populäre Formate, die nicht nur für Leser sehr kurzweilig und gehaltvoll sind, sondern auch für Sie als AutorIn diverse Vorteile haben:

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Wann ist zu kurz zu kurz und zu lang zu lang?

Darauf hätten Sie jetzt gerne eine Antwort, gell? Tatsache ist: Das lässt sich so nicht fix bestimmen. In erster Linie kommt es auf Aussagekraft und „Nutzendichte“ an – und das natürlich aus Sicht Ihrer Leser.

Bei Unternehmenstexten fällt es mir ganz oft auf, dass es an Aussagekraft mangelt, sowohl was die Selbstdarstellung angeht als auch, was die Leistungsbeschreibungen betrifft.

In den meisten Fällen ist der Grund dafür übrigens, dass die Anbieter sich selbst nicht klar genug darüber sind, wie ihr Angebot genau aussieht, welche Zielgruppe sie erreichen wollen, in welcher Situation die Zielgruppe steckt und und und – Wenn Sie für Auftraggeber texten, kennen Sie das: Dann heißt es erstmal alle wesentlichen Informationen aus Ihrem Kunden herauszukitzeln, bevor Sie etwas formulieren können.

Aber zurück zum Umfang: Wenn Ihre Texte echten Nutzen bieten, dann können sie aus Sicht eines Lesers (beziehungsweise potenziellen Kunden) nicht lange genug sein. Überlegen Sie selbst: bevor Sie jemanden beauftragen, möchten Sie gerne möglichst viele Fragen beantwortet haben. Dabei interessiert Sie – natürlich! – am meisten, was Sie selbst davon haben, wie etwas abläuft, wer hinter dem Angebot steckt, was Sie bezahlen müssten.
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Wussten Sie schon?

Ich habe Ihnen schon mal empfohlen, mit einer Frage anzufangen – praktisch als Starthilfe. Eine Frage ist zudem für Ihre Leser meistens spannend: Man möchte die Antwort erfahren.

Eine Variante davon ist eine Frage, die mit „Wussten Sie schon …?“ oder „Wussten Sie eigentlich schon …?“ beginnt.

Das ist für die Leser sogar noch etwas spannender, fordert Sie selbst aber auch wunderbar heraus: Denn wenn sowas kommt, steht meistens etwas besonderes Gutes, Unbekanntes oder Überraschendes dahinter.
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Gar nicht so leicht: Übungen und Anweisungen glasklar beschreiben

Kürzlich hatte ich schon mal über Übungen geschrieben. Übungen sind ja die Gelegenheit, Ihren Leser einen unmittelbaren Nutzen zu verschaffen und sie sofort ins Tun zu bringen.

Und auch sonst gibt es oft Anleitungen:

  • eine Gebrauchsanleitung
  • Aufbauanleitungen
  • die Lösung für ein Problem (z. B. ein Software-Tipp)
  • eine Anweisung (z. B. bei Ärzten: Das Verhalten nach einer Operation).

Diese Beschreibungen haben es wirklich in sich!

Aus Autorensicht: Als Fachkraft auf einem Gebiet, sind einem viele Informationen und Zusammenhänge selbstverständlich: man vergisst wichtige Details oder findet sie zu banal, um sie zu erwähnen (“Das ist ja eh klar!”).

Aus Lesersicht: Hat man bereits Ahnung von der Thematik, kann das als Leser helfen, aber auch schaden, denn vielleicht gibt es eine ähnliche Vorgehensweise, die das falsche Bild hervorruft.

Je unsicherer man ist, desto mehr Fragen kommen aus Lesersicht auf.

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Vorsicht! Aufmerksamkeitskidnapper!

Sie wissen ja: Jeder von uns labert. (Das kann ich übrigens nicht oft genug betonen, denn alleine der Laber-Detektor verbessert Ihre Texte sofort!).

Schwieriger zu erkennen sind die kleinen Aufmerksamkeitskidnapper, die eigentlich kein “Gelaber” sind, gleichzeitig aber doch: denn sie sind für den Punkt, den Sie machen möchten, nicht nötig.

Ein Aufmerksamkeitskidnapper ist eine Stelle in Ihrem Text, bei der Ihre Leser sagen: “Hä?” – … und zwar nicht auf gute Weise. Sprich: Der Lesefluss ist unterbrochen, weil man als Leser etwas nicht versteht, verwirrt wird oder auf eine andere Gedankenbahn geschubst wird.

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