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Überarbeiten

Nah- und Fernsicht

Können Sie sich noch an Ihre ersten Fahrstunden erinnern? Wie Sie hochkonzentriert damit beschäft waren, das Auto zu starten. Zündschlüssel drehen, ach in den Spiegel schauen soll man ja auch!, Gas, Kupplung, AAAH!, der andere Spiegel, huch, das Auto macht einen Satz und geht wieder aus. Endlich fährt es! Beim Abbiegen hat man mit dem Blinker und den Spiegeln alle Hände voll zu tun. Den Blick fest auf den Tacho fixiert, damit man ja nicht den genauen Zeitpunkt verfehlt, in dem man schalten muss …

Etwas später, wenn man das Auto selbst einigermaßen in Griff hat, rückt plötzlich die gefährliche Außenwelt in den Fokus. Jetzt schaut man dauernd auf das Draußen: Bleibt der auf seiner Fahrbahn? Schaffe ich die grüne Ampel noch? Was bedeuten diese ganzen Schilder?

Heute sind Sie geübt im Autofahren. Sie wissen, was Sie tun, und wie selbstverständlich haben Sie alles im Griff. Augen und Wahrnehmung sind überall.

Diese gleichzeitige Nah- und Fernsicht brauchen Sie auch beim Schreiben. Bei allen Textarten und –längen. Wenn Sie nur auf eines achten, und das passiert extrem häufig, dann hat das Folgen.

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Fundstück: Textkritik

Selbst hab ichs ja nicht so mit Gedichten, aber ich bin ein großer Freund vom Eindampfen. Diese Textkritik im literaturcafe.de ist lesenswert. Malte Bremer bespricht im Detail ein Gedicht. Und egal, ob Sie DichterIn sind oder anderes schreiben: Fragen dieser Art sind jederzeit nützlich, um Texte zu verbessern.

:arrow: Maltes Meinung “Hundephilosophie”

Audio: Fragen stellen

Hier mal wieder was zum Hören:

:arrow: Stellen Sie sich Fragen (MP3)

Ich habe mir Ihr Feedback zum ersten Audio zu Herzen genommen: der hier ist kürzer. Viel Spaß!

Ergänzender Lesestoff:

Fordern Sie sich! Sie wissen mehr, als Sie glauben.

A bissl was geht immer! – Mehr Lesernutzen

Rennen Sie keine offenen Türen ein

Endlich! Dieses Buch habe ich erwartet! Es geht um Gelenkmobilisation. Begeistert klappe ich das Buch auf. Einführung. Warum das Programm so toll und wichtig ist. Okay.

Erstes Kapitel. Warum das Programm so toll und wichtig ist. Zweites Kapitel. Warum das Programm so toll und wichtig ist. Drittes Kapitel. Warum das Programm so toll und wichtig ist. Viertes Kapitel. Warum das Programm so toll und wichtig ist. Fünftes Kapitel. Warum das Programm so toll und wichtig ist. Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaargh!

Die Informationen der ersten 90 Seiten des Buches hätte man locker auf zwanzig Seiten zusammenstauchen können: dann wäre es dicht, spannend, straff zum Punkt gekommen. So hat es der Autor geschafft, dass ich ziemlich genervt und abgetörnt bin und mit jedem Kapitel heftiger mit den Augen rolle. Die ursprüngliche Begeisterung ist verdampft.

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“Das überzeugt mich noch nicht!”

Ich sitze gerade über dem Webtext-Entwurf eines Kunden und schreibe wieder einmal “Das überzeugt mich noch nicht!”. Dabei fällt mir auf, wie hilfreich dieser kleine Satz fürs Texten ist.

  • Es geht nicht um das Bewerten in “gut” oder “schlecht”, sondern es geht darum, mehr herauszuholen.
  • Sie sind noch nicht in der Pflicht, eine bessere Idee zu haben. Oft merkt man, dass was noch nicht der Bringer ist, aber man kann nicht immer sagen, warum oder wie es besser wäre.
  • Schließlich weist Ihnen dieser Satz den Weg, wie es besser wäre: Denn natürlich lautet jetzt die Frage “Warum/inwiefern überzeugt es mich noch nicht?” Die Antwort darauf zeigt auf, was noch nicht stimmig ist und wo Fleisch an den Inhaltsknochen fehlt.

Wo ist die Logik?

In den letzten Wochen ist mir verstärkt das Thema „Logik“ über den Weg gelaufen, das ich heute mal im weiteren Sinne aufgreifen möchte. Schauen wir uns zuerst kurz an, was genau ich mit Logik meine:

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So filtern Sie sich unbemerkt Leser weg – und wie Sie das vermeiden können.

Wenn Sie einen Artikel schreiben, dann überlegen Sie sich ein gutes Thema, Sie packen idealerweise richtig viel Nutzen für Ihre Leser rein – und vielleicht grübeln Sie länger über einer besonders neugierigmachenden Überschrift. Damit haben Sie prinzipiell die Aufmerksamkeit Ihrer Zielgruppe, doch jetzt geht es um die Wurst: Bleiben Ihre Leser dran? Lesen sie Ihren Text bis zum Ende durch?

Eine Hürde, die viele Autoren nicht genug im Blick haben, ist das unbeabsichtigte Wegfiltern möglicher Leser. Ich zeige Ihnen anhand fünf Filter-Fallen, wie es zu so einem Wegfiltern kommen kann:

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7 x Kohlensäure für schale Texte

Sie haben sich so viel Mühe mit Ihrem Text gegeben, aber irgendwie liest er sich nicht richtig. Ein wenig flach alles, langweilig.

Dann ist es Zeit, den Text etwas aufzublubbern.

Sie haben zahlreiche Möglichkeiten, Ihren Text lebendiger zu machen. Sieben habe ich Ihnen zusammengestellt:

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Duden online

Den Duden kann man jetzt auch online durchsuchen: duden.de

Schon praktisch. Da fällt mir gleichzeitig auf, dass ich kurioserweise die Schreibweise lieber in einem richtigen Buch nachschlage (und zwar nicht im Duden, sondern ich habe ein WAHRIG-Wörterbuch). Nur bei der Synonymsuche bin ich dann wieder ausschließlich online bei Wortschatz Uni Leipzig unterwegs, da nerven mich entsprechende Bücher eher.

Wie ist das bei Ihnen? Tendieren Sie bei Nachschlagewerken eher zum Buch oder zum Netz?

Stark angefangen. Stark nachgelassen.

Vor einigen Tagen hebe ich gerade Geld ab, und während der Automat noch rattert, fällt mein Blick auf einen Flyer der Bank. Da steht:

Die Zeit ist reif für einen Wechsel zur XY Bank.

„Ein starker Satz!“, denke ich und lese gespannt weiter, warum die Zeit denn jetzt reif ist.

Weil Kompetenz zählt.

Uääääääh.

Schwächer hätte es nicht weitergehen können. Aber das ist noch nicht alles! Der Slogan dieser Großbank heißt „Leistung aus Leidenschaft“. Oh Mann. Wie glaubwürdig ist so eine Aussage denn für eine Großbank?

Hier hätte ich am liebsten geweint. Also mal umdrehen, ob da noch was Gutes kommt: „wechseln Sie zu mehr Kompetenz“ … „legen Sie Wert auf erstklassige Beratung“ …  „zu zuverlässigem Service verpflichtet“ … das übliche Blabla. Was den Slogan mit der Leidenschaft erst recht Lügen straft.

Diese Großbank ist nicht das einzige Beispiel, sondern ich will das mal als Aufhänger nutzen, dass Sie bei Ihren Texten darauf achten, dass es nicht zu so einem Schwächeanfall im Text kommt.
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