Können Sie den ersten Absatz streichen?

Ich glaube, ich habe es schon mal wo erwähnt: Bei meinen Texten – besonders auch, wenn ich neue Buchkapitel schreibe – kann ich in der Regel den ersten Absatz direkt nach der Überschrift ersatzlos streichen. Das ist meistens ein wenig Gelaber, um ins Thema zu führen.

Genau wie bei Filmen, wo es empfehlenswert ist, so spät wie möglich in eine Szene einzusteigen (weil es das Erzähltempo erhöht und eine Szene in der Regel sehr viel spannender macht, als wenn man großartig hinführt), tut es Texten oft sehr gut, etwas straffer erzählt zu werden. Auch für die Aufmerksamkeit Ihrer Leser ist es gut, wenn diese direkt ins Thema eintauchen.

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Den Testleser beobachten

Ich habe gerade mit dem Buch Manuscript Makeover: Revision Techniques No Fiction Writer Can Afford to Ignore angefangen, und da steht auf den ersten Seiten diese gute Übung zum Überarbeiten – die auch für Businesstexte nützlich ist:

Den Text einem anderen zum Lesen geben. Aber: Mit dabei sein, wenn er oder sie ihn zum ersten Mal laut vorliest. Und dann darauf achten, wie/was der andere betont, wo er strauchelt, wie er schaut …

Sie können anschließend auch gleich nachfragen, was Ihr Testleser verstanden hat oder sich Passagen wiedergeben lassen.

Wichtig: Widerstehen Sie dem Drang, Ihren eigenen Text zu erklären oder direkt auf Feedback zu antworten. Klappe halten, Feedback aufsaugen! :mrgreen:
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Das ist noch zu bla!

Meine Kunden machen ganz schön was mit. ;-) Das Gute ist: sie halten das auch aus. Ich bin nämlich ein Freund direkter Worte und meiner Überzeugung nach kann man seine Texte dann besser machen, wenn man weiß, woran genau es bisher hakt.

Da man meistens weiß, was einem an seinem Text nicht gefällt – oder zumindest so ein Gefühl hat – kommen Sie also sehr viel weiter, wenn Sie es ganz ungeschminkt beim Namen nennen:

  • Der Anfang ist noch zu lahmarschig
  • Es ist mir zu unlustig.
  • Es ist viel zu schwammig.
  • Man kann gar nicht richtig folgen.
  • Ich glaube, ich bin wieder mal zu detailverliebt.

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Überarbeiten längerer Texte

Das ist vielleicht allgemein interessant: Wenn ich umfassendere Texte überarbeite, also lange Artikel, einzelne Kapitel oder ein fertiges Buch oder Selbstlernkurs, mache ich immer drei Durchgänge beim Überarbeiten. Also das gleiche Prinzip, das ich Ihnen auch schon für kleinere Texte vorgeschlagen habe, nur sieht es bei großen Texten etwas anders aus:

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interaktiv: Sagen Sie’s anders … kürzer!

Mein Beitrag über den Telegramm-Stil und Heikes Kommentar dazu haben mich eben daran erinnert, wie sehr ich Lektoren bewundere. Bei meinen zahlreichen Büchern habe ich mit verschiedenen Lektoren gearbeitet und bin immer wieder beeindruckt, wie versiert gute Lektoren mit der Sprache umgehen. Jaja, das gehört zwar eigentlich dazu, aber wie in jedem Beruf ist das nicht automatisch der Fall.

Jedenfalls habe ich sehr viel über die Jahre gelernt, wie man Sachverhalte kürzer, pointierter und auch eleganter ausdrücken kann. Das ist nicht nur schöner und dient der Verständlichkeit, sondern es ist oft auch wichtig, wenn gekürzt werden muss. Denn dann kann ich Nebensächliches zusammenfassen, ohne Inhalte zu verlieren.

Die neue interaktive Aktion lautet daher: Schreiben Sie den folgenden Absatz um.
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Gedankenschleifen killen

Wenn Sie einen Tipp-Text schreiben, passiert es oft im ersten Entwurf, dass Sie eine Gedankenschleife machen: Sie führen zum Thema hin, beginnen mit Tipps und oft kommt es dann zu einer oder mehreren „Schleifen“, das heißt, Sie kommen noch einmal auf etwas zurück, das Sie entweder schon gesagt haben oder das ein Nachsatz zu einem vorherigen Absatz ist.

Diese Gedankenschleifen kommen daher, dass Sie in Ihrem Hirnkasterl die richtigen Schubladen aufziehen, die Sie für Ihren Text brauchen – weil wir dazu verschiedene Schubladen brauchen, springen wir in unserem Kopf hin und her oder werden uns während des Schreibens weiterer Aspekte klar.
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Was haben Sie denn da jetzt wirklich gesagt?

Eine typische Fehlerkette: Man möchte etwas schreiben, macht sich nicht genug Gedanken über die Inhalte, sondern fängt sofort mit dem Formulieren an. Am Schluss hat man einen Text, der nach was aussieht und feilt und feilt … und verpasst dabei, dass man gar nicht wirklich etwas gesagt hat.
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Empfehlenswert: verschiedene Durchgänge beim Überarbeiten

Eine gute Sache – gerade, wenn Sie noch nicht so wahnsinnig viel Schreibroutine haben – ist es, beim Überarbeiten verschiedene Durchgänge zu machen.

Also nicht versuchen, gleich auf Anhieb alles zu finden, was sich verbessern lässt oder was falsch ist, sondern in jedem Durchgang immer nur eine Sache im Blick haben:

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Gefahr Nr. 5: Von der Fahrbahn abkommen

fahrbahnDie letzte ganz grundsätzliche Gefahr für Ihre Texte ist das Abkommen von der „Fahrbahn“, und damit ist viel mehr gemeint als nur das Wegkippen des Themas, von dem schon bei Gefahr Nr. 2: vergaloppieren die Rede war.

Wenn Sie ein guter Autofahrer sind, dann werden Sie vorausschauend fahren, das heißt:

  • Sie wissen, wo Sie hin möchten,
  • Sie beachten die Verkehrsregeln und fahren so, dass andere Verkehrsteilnehmer rechtzeitig erkennen, was Sie tun werden,
  • Sie schauen, dass Sie auf Ihrer eigenen „Seite“ bleiben
  • und vor allen Dingen: Sie denken für andere Autofahrer mit: Was könnte der jetzt tun? Bleibt er stehen oder gibt er Gas? Biegt der trotzdem ab, obwohl er den Blinker nicht setzt?

Und so absurd das klingt: Genau darum geht es beim Schreiben von Texten auch!

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Gefahr Nr. 4: blutleere Texte

vampirKennen Sie noch die „So flicke ich mein Fahrrad“-Aufsätze aus der Schule? Wo man ganz genau erzählt hat, was man nacheinander so alles gemacht hat?

Manchmal lesen sich Texte wie solche Schulaufsätze. Da wird einfach beschrieben und aufgezählt. Als Leser ist das nicht sonderlich spannend. Es packt einen nicht.

Ich hatte schon in einigen anderen Beiträgen erwähnt, dass Ihre Texte gewinnen, wenn man Sie als AutorIn „greifen“ kann.

Das wiederum passiert ganz besonders durch:

  • Ihren ganz eigenen Stil
  • Ihre natürliche („normale“) Sprache
  • das Beziehen eines Standpunktes

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