Gefahr Nr. 5: Von der Fahrbahn abkommen

fahrbahnDie letzte ganz grundsätzliche Gefahr für Ihre Texte ist das Abkommen von der „Fahrbahn“, und damit ist viel mehr gemeint als nur das Wegkippen des Themas, von dem schon bei Gefahr Nr. 2: vergaloppieren die Rede war.

Wenn Sie ein guter Autofahrer sind, dann werden Sie vorausschauend fahren, das heißt:

  • Sie wissen, wo Sie hin möchten,
  • Sie beachten die Verkehrsregeln und fahren so, dass andere Verkehrsteilnehmer rechtzeitig erkennen, was Sie tun werden,
  • Sie schauen, dass Sie auf Ihrer eigenen „Seite“ bleiben
  • und vor allen Dingen: Sie denken für andere Autofahrer mit: Was könnte der jetzt tun? Bleibt er stehen oder gibt er Gas? Biegt der trotzdem ab, obwohl er den Blinker nicht setzt?

Und so absurd das klingt: Genau darum geht es beim Schreiben von Texten auch!

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Gefahr Nr. 4: blutleere Texte

vampirKennen Sie noch die „So flicke ich mein Fahrrad“-Aufsätze aus der Schule? Wo man ganz genau erzählt hat, was man nacheinander so alles gemacht hat?

Manchmal lesen sich Texte wie solche Schulaufsätze. Da wird einfach beschrieben und aufgezählt. Als Leser ist das nicht sonderlich spannend. Es packt einen nicht.

Ich hatte schon in einigen anderen Beiträgen erwähnt, dass Ihre Texte gewinnen, wenn man Sie als AutorIn „greifen“ kann.

Das wiederum passiert ganz besonders durch:

  • Ihren ganz eigenen Stil
  • Ihre natürliche („normale“) Sprache
  • das Beziehen eines Standpunktes

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Gefahr Nr. 3: den Leser verwirren

verwirrtDas mit der Verwirrung ist ziemlich gemein: In den meisten Fällen merkt man das als Autor nämlich nicht. Hier einige typische Verwirrgründe und wie Sie gegensteuern können:

:arrow: zu abrupte Gedankensprünge
In unseren eigenen Köpfen befindet sich unser gesamtes Know-how. Darum schließt unser Hirn Lücken im Text automatisch. Und deswegen kommen Ihnen Ihre eigenen Texte oft „klar wie Kloßbrühe“ oder „wirklich einfach ausgedrückt“ vor, auch wenn das gar nicht zutrifft.

Damit Sie das merken, können Sie in der Überarbeitungsphase zwei Dinge tun: Wenn es Ihnen gelingt, die Perspektive zu wechseln, sich also in Ihre Zielgruppe zu versetzen (mit deren Wissensstand), dann machen Sie beim Überarbeiten einen Lese-Durchgang, wo Sie NUR darauf achten, ob es aus Lesersicht klar genug ist.

Wenn Ihnen das nicht gelingt, dann suchen Sie sich einen Testleser. Achtung: Der Testleser soll nicht sagen „gut“, „schlecht“, „geht schon“, das bringt nichts! Stellen Sie Ihrem Testleser drei oder vier konkrete Fragen – entweder schriftlich oder mündlich. Zum Beispiel: „Erkläre mir den ersten Absatz in eigenen Worten.“ Oder: „Bei der Übung: Was genau hast Du verstanden, was Du tun sollst?“ Oder: „Was ist Deiner Ansicht meine ‚Message‘? Was will ich mit dem Text sagen?“ Auf diese Weise können Sie mit dem Feedback wirklich etwas anfangen.

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Gefahr Nr. 2: vergaloppieren

vergallopierenSich zu vergaloppieren passiert ganz schnell mal: man schreibt so dahin und irgendwann kippt entweder das Thema weg oder man merkt, dass man bei einer Aussage ganz besonders viel und ausgiebig geschrieben hat. Im Extremfall hat der Text überhaupt nichts mehr mit der Überschrift zu tun.

Wenn Sie nicht gerade einen Text mit einem fixen Thema schreiben, können Sie einfach die Überschrift ändern und praktisch aus der Not eine Tugend machen. Möchten oder müssen Sie aber zu einem bestimmten Thema etwas schreiben, geht das nicht so einfach. Da heißt es dann “zurück auf Los”.

Sie vermuten es schon: Meistens passiert dieses Vergaloppieren, wenn man vor dem Schreiben noch nicht klar genug für sich hat, was man genau mit dem Text sagen möchte.

Ein weiterer Grund ist, dass einem das gewählte Thema gar nicht so liegt oder einfach nicht so richtig interessiert. Vielleicht möchten Sie Ihren Kunden einen guten Tipp zu einem Thema geben, von dem Sie wissen, dass es diesen superwichtig ist – aber Sie selbst lockt das Thema einfach nicht so sonderlich hinter dem Ofen vor.

Die gute Nachricht: Bei fertiggeschriebenen Texten, bei denen man merkt, dass man sich vergaloppiert hat, stecken meistens mindestens zwei Texte drin: das ursprüngliche und das, das sich reingemogelt hat. Vielleicht können Sie also Ihren ersten Entwurf mehrfachverwenden.

Gefahr Nr. 1: Blabla

blablaBla-Artikel kennen Sie auch: Man liest so drüber, aber als Leser hat man nicht wirklich was davon gehabt. Manchmal ist es sogar regelrecht ermüdend und man hat schon kurz nach dem Einstieg keine Lust mehr und steigt aus.

Das wollen wir natürlich nicht. Denn als Autor möchten Sie ja, dass Ihr Werk auch gelesen wird. Wenn Sie Ihren Lesern engagiert ein Thema oder Tipps weitergeben möchten, dann sollen diese idealerweise auch noch etwas TUN. Ein Blabla macht die Chancen darauf zunichte.

Wenn Texte oder Textpassagen zu Blabla werden, hat das meistens diese Gründe:

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Gelaber streichen

Jeder von uns „labert“ schriftlich schonmal: Füllwörter, unnötige Ausführungen (die manchmal genau das, was man eben gesagt hat, nochmal in anderen Worten wiederholen) oder zu viele Beispiele.

Es tut Ihren Texten gut (auch Ihrer Business-Korrespondenz), wenn Sie beim Überarbeiten immer besonders die Augen nach solchem „Gelaber“ offenhalten. Straffere Texte kommen klarer auf den Punkt. Das liest sich nicht nur besser, sondern hat zwei weitere Vorteile:

1. Sie verwässern Ihre wichtigsten Aussagen nicht.

2. Der Leser erlebt Sie als kompetent und klar, was besonders für Selbstständige, die aus Marketingzwecken schreiben, wichtig ist.

In Schreibworkshops „zwinge“ ich meine Teilnehmer darum dazu, beim Überarbeiten ein paar Hundert Zeichen einzusparen. Das fordert anfangs so richtig: Was kann ich noch kürzen? Was kann ich durch eine geschicktere Formulierung genauso gut, aber eben knackiger ausdrücken? Bringt es etwas, ein bestimmtes Stilmittel einzusetzen?

Probieren Sie das mal aus!