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Artikel-Formen: Die Liste

Eine Variante des XX-Tipps-Artikels ist die Liste. Dabei listen Sie Informationen, Fragen oder Anregungen einfach nacheinander auf. Sie brauchen gar nicht viel dazu erklären. Hier zwei Beispiele:


35 Anzeichen, dass Sie an Ihrem Leben jetzt wirklich etwas ändern sollten

Die meisten Menschen sind irgendwann an einem Punkt, wo sie Lebenszeit vergeuden – manchmal sogar zu einem hohen Preis, etwa, wenn sie in einer unguten Situation verharren: der ungeliebten Arbeit, der lieblosen Partnerschaft oder Ähnliches.

Klar fühlen wir das dann sehr intensiv. Doch es ist uns nicht immer so bewusst, dass wir wirklich die Handbremse reinhauen und etwas verändern sollten!

Vielleicht ist das Lesen eines oder mehrerer dieser 35 Anzeichen eine Initialzündung für Sie:

1. Die Zeit vergeht und jeder Tag ist irgendwie gleich.

2. Sie dachten immer, Sie seien „zu Höherem“ geboren beziehungsweise das Leben wäre spannender.

3. Sie mögen Ihr Leben schon, aber irgendwie „kann’s das doch nicht gewesen sein“.

4. Sie fühlen sich vor lauter Verpflichtungen in einer Sackgasse.

5. Sie reagieren allergisch auf Themen wie „Träume haben“, „sich selbst verwirklichen“, „sich Ihr Leben in einigen Jahren vorzustellen“.

[…]

Wenn Sie Ihr Kopf in Schwierigkeiten bringt: 111 Annahmen, mit denen Selbstständige meistens danebenliegen

Bitte anschnallen! Hier kommen 111 Annahmen, Glaubenssätze und Überzeugungen, die meistens falsch sind, die Ihnen aber ganz gehörig Schwierigkeiten machen können.

Das wirklich Erschreckende ist, dass ich nicht wochenlang darüber nachgedacht habe, bis ich 111 zusammenhatte, sondern dass ich 90 davon in einem Rutsch runtergeschrieben habe und Ralf mal eben den Rest ergänzt hat.

Das Lustige daran ist, dass Sie jetzt gleich einige Male ertappt grinsen werden … oder entsetzt die Augen aufreißen. Nehmen Sie sich doch gleich einen Stift zur Hand und kreuzen Sie die Statements an, die von Ihnen stammen könnten:

1. Als mein eigener Herr kann ich machen, was ich will, und werde auf Anhieb ganz viel Geld bekommen.

2. Bei Selbstzweifeln einfach eine Fortbildung nach der anderen besuchen.

3. Qualität setzt sich schon von alleine durch.

[…]

 

Beim zweiten Beispiel habe ich die 111 Annahmen von vornherein in verschiedene Kategorien eingeteilt:

  • Kunden und Auftragslage
  • Akquise, Marketing, PR
  • Computer und Internet
  • Mitarbeiter, Kooperationspartner und Dienstleister
  • Zeit- und Selbstmanagement
  • Finanzen und Verwaltung

… das erleichtert nicht nur später den Lesern, sich gedanklich auf alle Bereiche einzustellen und dadurch noch intensiver über ihre eigene Situation zu reflektieren – es ist auch für Sie als AutorIn einfacher, möglichst nützliche und verschiedene Aspekte zu finden.

Ich habe nicht von vornherein vorgehabt, 35 bzw. 111 Punkte zu finden, sondern ich habe drauflosgedacht und dann geschaut, wie viele vernünftige Punkte mir einfallen. Danach habe ich die Anzahl auf eine schlüssige Zahl gebracht – 111 klingt nunmal besser als 103. 🙂

Je nach Thema ist sinnvoll, noch mehr Mehrwert in eine Liste zu bringen. Beim Annahmen-Thema kann man einige Tipps geben, wie die Leser nun gezielt mit diesen erkannten  Annahmen weiterarbeiten können.

 

2 Kommentare

  1. Hallo Gitte,

    schreibe gerade meinen ersten Listen-Artikel. Denke noch „Ist ja einfach“ und zack, ploppen die Fragen auf. „Wonach wähle ich die Zeitform aus in der ich aufliste?“ und „Darf es da ruhig wild durcheinander gehen?“. Bin gespannt, ob eine Antwort hast!

    Viele Grüße 🙂

  2. Gitte Härter sagt

    Hallo Pe,

    Verzeihung, dass ich mich erst heute melde – ich lese alle Kommentar zwar immer gleich, komme jedoch nicht immer direkt zum Antworten. Erst recht, wenn eine harmlos aussehende Frage komplexer ist – wie diese. 🙂

    Fangen wir beim „Ist ja einfach“ an: Denn das stimmt einerseits (und mit etwas Übung gehts auch ziemlich flott im Verhältnis zu einem regulären Text). Andererseits gibts dann doch, wie du schon ansprichst, viele Details … die alle in ein „Kommt drauf an“ münden.

    DARF ES WILD DURCHEINANDER GEHEN
    … kommt drauf an!

    Und zwar auf a) auf dein Thema und/oder b) auf den Umfang der Liste.

    Wenn ich schreibe „55 Verhaltensweisen, mit denen mich meine Schwiegermutter in den Wahnsinn treibt“, darfs durcheinander gehen. Da ist es sogar unterhaltsamer, wenn es das tut, weil ähnliche Verhaltensweisen gemischt sind und es dann keine langatmig wirkenden Aufzählungen hintereinander gibt.

    Handelt es sich um eine Liste, die mehr ernsthaften Hintergrund und direkt (oder indirekt) auch Tipps enthält à la „So ists kontraproduktiv, weil …“, dann ist Daumen mal Pi bei sagenwirmal mehr als 15 Punkten angesagt, über eine sinnvolle Struktur nachzudenken.

    Und da gibts jetzt die Unterscheidung „ich bastel dran“ und „ich veröffentliche“. Wenn dir mehr einfällt, wenn du wild durcheinander erstmal aufschreibst, mach das! Und hinterher guckste dann: Was gehört zusammen.

    Meiner Erfahrung nach ist es nützlich, von vornherein oder zumindest nach den ersten Ideen ein Skelett für eine umfangreichere Liste zu machen: Denn dann fällt einem meist viel differenzierter Zeug dazu ein.

    Wenn man das nicht tut, dann schreibt sich so eine Liste zwar schnell – aber es ist dann nicht nur ein durcheinander, sondern die Ideen sind meiner Erfahrung nach oft auch recht willkürlich. Darum werden so Listen gerne unterschätzt. Die lesen sich so lockerflockig, aber je mehr sie bringen sollen, desto mehr Hirnschmalz steckt dahinter.

    ZUR ZEITFORM
    … kommt drauf an! 🙂

    Grundsätzlich bringt die Gegenwart mehr Leben rein – und nimmt deine Leser unmittelbarer mit.

    Aber ich finde, diese Frage kann man für seine eigene Liste ganz einfach beantworten, wenn man mal fünf bis zehn Punkte laut liest und einfach hört, wie es sich anfühlt:

    z. B. eine Liste zu Stressverhalten

    1. Ich könnte in die Tischplatte beißen.
    2. Ich würde gerne die Zeit zurückdrehen.
    3. Ich sollte jetzt wirklich nicht bügeln!

    Da merkt man schnell: wenn da immer könnte/würde/sollte steht, dann wird das eintönig und liest sich sperrig. Also mal schauen.

    1. Ich beiße in die Tischplatte.
    2. Ich versuche verzweifelt, die Zeit zurückzudrehen.
    3. Ich fange an zu bügeln.

    Finde ich persönlich gleich viel peppiger – und dass Nr. 2 keinen Sinn macht (was passieren kann), finde ich persönlich lustig und würds lassen. Aber natürlich kannste da nachbessern und sagen.

    2. Ich hoffe auf eine gute Fee, die die Zeit für mich zurückdreht.

    Sprich: Zeit würde ich immer nach Gefühl machen – und wos weniger sperrige Wiederholungsformulierungen gibt bzw. es auch unterhaltsamer wird, desto besser!

    Ich hoffe, das hilft.

    Viel Spaß beim Listen schreiben!
    Gitte

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