Struktur

Artikel-Formen: Interview

Sehr lebendig ist ein Artikel im Interview-Stil: einerseits können Sie ein „richtiges“ Interview führen oder aber Sie können das „Prinzip Interview“ nutzen und sich selbst interviewen beziehungsweise einen Artikel in Frage-Antwort-Stil schreiben, ähnlich der „häufen Fragen“ (FAQ) auf Websites. Interviews sind also sehr vielseitig einsetzbar.

Beachten Sie unbedingt auch, welche Fragen Sie stellen – und wie Sie das tun. Denn ein Interview ist nur dann gut und interessant, wenn die Fragen gut und spannend sind.

Auf Blogs sieht man häufig Interviews mit irgendwelchen Fachleuten. Manche Business-Blogs interviewen auch ihre Kunden. Manchmal geraten solche Interviews leider relativ uninteressant, und das ist immer die Schuld der Frage.

Natürlich können Sie, wenn Sie der Interviewte sind, auch nicht so vielseitigen Fragen immer noch einen interessanten Gehalt geben. Denn wie gut Ihre Antworten ausfallen, haben Sie ja selbst in der Hand.

Ein Beispiel:

Angenommen, ich interviewe einen Selbstständigen und stelle diese Fragen:

  • Seit wann sind Sie selbstständig?
  • Wie hat sich Ihr Business in diesen Jahren entwickelt?
  • Was sind Ihre Pläne in die Zukunft?

… dann werden, wenn ich Pech habe, die Antworten so ausfallen:


Seit wann sind Sie selbstständig?
Seit fünf Jahren.

Wie hat sich Ihr Business in diesen Jahren entwickelt?
Ganz gut. Ich hatte am Anfang, wie wohl jeder, einen langsamen Start. Aber je mehr ich gemacht habe, desto mehr hat sich getan. Im dritten Jahr ging es schon etwas besser und seitdem geht es bergauf. Ich bin zufrieden und stolz auf das, was ich erreicht habe.

Was sind Ihre Pläne in die Zukunft?
Ich will noch mehr Kunden im Bankbereich akquirieren und stelle mir vor, dass ich nächstes Jahr eine Mitarbeiterin einstellen kann. Zumindest erstmal Teilzeit. Der Rest wird sich zeigen.


 

Nicht sonderlich spannend! Natürlich kann man diese Fragen auch relevanter für die Leser beantworten, aber hey: Das ist ein Interview. Sie bekommen Antworten auf die Fragen, die Sie stellen. Darum ist es immer wichtig, dass Sie die Fragen auch schon mit Ihren Schreiberling-Augen betrachten und das Interview – wie jeden guten Text – konzipieren. Die Frage ist also:

Was sollen meine Leser aus dem Interview mitnehmen?

Wenn ich einen Selbstständigen für mein Blog interviewe, dann möchte ich dass Leser von den Erfahrungen anderer profitieren können. Wann können sie das? Wenn sie Konkretes darüber erfahren, was jemand besonders gut gemacht oder im Nachhinein als Fehler ansieht. Damit das gelingt braucht man also „Stoff“. Und diesen Stoff bekommen Sie durch konkrete Fragen, zum Beispiel:

  • Wann haben Sie sich selbstständig gemacht und mit welchem Ziel?
  • Wie haben Sie Ihr Business in diesen fünf Jahren vorangetrieben – und wie hat es sich entwickelt?
  • Im Nachhinein ist man immer schlauer: Was war rückblickend Ihr größter Fehler, was würden Sie anderen Selbstständigen dringend raten?
  • Was sind Ihre genauen Pläne für die Zukunft und welche nächsten Schritte stehen an, diese zu erreichen?

Sie sehen: Es geht darum, dass Sie Ihrem Interviewpartner schon so konkrete Fragen stellen, dass dieser breiter denkt und nicht mehr nur von sich alleine ausgeht, sondern ebenfalls Ihre Leserschaft im Auge hat. Damit steigt immer die Relevanz der Inhalte!