Lesefluss

Gedankenschleifen killen

Wenn Sie einen Tipp-Text schreiben, passiert es oft im ersten Entwurf, dass Sie eine Gedankenschleife machen: Sie führen zum Thema hin, beginnen mit Tipps und oft kommt es dann zu einer oder mehreren „Schleifen“, das heißt, Sie kommen noch einmal auf etwas zurück, das Sie entweder schon gesagt haben oder das ein Nachsatz zu einem vorherigen Absatz ist.

Diese Gedankenschleifen kommen daher, dass Sie in Ihrem Hirnkasterl die richtigen Schubladen aufziehen, die Sie für Ihren Text brauchen – weil wir dazu verschiedene Schubladen brauchen, springen wir in unserem Kopf hin und her oder werden uns während des Schreibens weiterer Aspekte klar.
Eine Passage in Ihrem Text könnte so aussehen:

[Angst vor der Wahrheit]

So nachvollziehbar die Furcht ist, etwas bestätigt zu bekommen, das einem gar nicht angenehm ist, so können Sie nur gewinnen, wenn Sie Antworten einfordern. Denn das reine Spekulieren darüber, was der andere denken oder tun könnte, bringt Sie ohnehin schon aus der Spur.

Spekulationen werden zu schnell mit Fakten verwechselt, dabei ist es ja nur das, was im eigenen Kopf vorgeht.

– Der Nachbar, der nicht gegrüßt hat. Hat er wirklich was gegen Sie? Ist er sauer, weil Sie sich letztens über den Grill-Rauch beklagt haben?

– Der Kunde, der sich noch nicht auf Ihr Angebot hin gemeldet hat: Ist es ihm zu teuer? Werden Sie den Zuschlag darum nicht bekommen?

– Der Chef, der im Meeting so kurz angebunden auf Ihren Einwurf reagiert hat. Hat er sich darüber geärgert, dass Sie nicht seiner Meinung waren? Oder hält er Sie für unfähig?

Solche Gedankengänge machen einen nicht nur selbst ganz kirre, sondern sie sind schlichtweg unfair. Denn Sie unterstellen der anderen Person etwas. Und je nachdem, welche Gedanken Sie so haben, können diese die Beziehung beeinträchtigen und Ihre eigene Handlungsfähigkeit lähmen.

Spekulationen sind nur Spekulationen und keine Tatsachen.

Manchmal hat man Angst, dass die Antwort auf eine Weise ausfällt, die einem nicht gefällt. Und doch ist es immer besser, Klarheit zu haben, als sich durch Annahmen zu verunsichern.

Nachfragen ist die einzig wahre Möglichkeit, Klarheit zu schaffen.

Die grün markierten Sätze sind die Gedankenschleife. In diesem Fall steht überhaupt nichts Neues da. Alle Aussagen sind weiter oben bereits getroffen. Beim Überarbeiten würden Sie diese Doppelung also streichen.

Manchmal hat man den Fall, dass die Gedankenschleife neue Informationen bringt:

[Umgehen mit Unterbrechungen]

Gerade im Berufsleben geht es darum, zu zeigen, dass man alles im Griff hat. Wie Sie sich verhalten, bildet Ihr Image. Sie können fachlich noch so gut sein, wenn Sie sich in Meetings total emotional verhalten – etwa sich empören und dadurch schnippisch werden oder sich beleidigt zurückziehen, dann schlägt sich das auf Ihr Image nieder.

Es lohnt sich also, wenn Sie lernen, mit Unterbrechungen souverän umzugehen.

Denn damit

– bleiben Sie auf Ihre Inhalte fokussiert,

– wirken Sie kompetent, auch was Ihre Kommunikation angeht,

– zeigen Sie ein geradliniges und durchsetzungsfähiges Verhalten, weil Sie sich auf gute Weise die Gesprächsführung zurückholen.

Noch schlimmer ist es, dass Sie sich zusätzlich zu der Unterbrechung erst recht aus dem Konzept bringen, wenn Sie sich auf die Störung konzentrieren. Denn das nimmt Ihnen die Aufmerksamkeit, zurück auf Ihr Thema zu kommen und es unbeirrt weiter auszuführen.

Hier ist wieder der farbig markierte Teil die Gedankenschleife. Diese ist oben im ersten Absatz viel besser aufgehoben. Der Text würde nach der Überarbeitung also so aussehen:

[Umgehen mit Unterbrechungen]

Gerade im Berufsleben geht es darum, zu zeigen, dass man alles im Griff hat. Wie Sie sich verhalten, bildet Ihr Image. Sie können fachlich noch so gut sein, wenn Sie sich in Meetings total emotional verhalten – etwa sich empören und dadurch schnippisch werden oder sich beleidigt zurückziehen, dann schlägt sich das auf Ihr Image nieder. Noch schlimmer ist es, dass Sie sich zusätzlich zu der Unterbrechung erst recht aus dem Konzept bringen, wenn Sie sich auf die Störung konzentrieren. Denn das nimmt Ihnen die Aufmerksamkeit, zurück auf Ihr Thema zu kommen und es unbeirrt weiter auszuführen.

Es lohnt sich also, wenn Sie lernen, mit Unterbrechungen souverän umzugehen.

Denn damit

– bleiben Sie auf Ihre Inhalte fokussiert,

– wirken Sie kompetent, auch was Ihre Kommunikation angeht,

– zeigen Sie ein geradliniges und durchsetzungsfähiges Verhalten, weil Sie sich auf gute Weise die Gesprächsführung zurückholen.

Halten Sie beim Überarbeiten also immer nach solchen Gedankenschleifen Ausschau: Was ist „doppelt gemoppelt“ und kann gestrichen werden? Kann ich meinen ersten Entwurf verbessern, indem ich Passagen einfach austausche oder die Reihenfolge der Absätze verändere?