Ratgeber schreiben

Ach was, ein Buch: eine Serie! Und Hörbücher dazu!

Da ich ja auch Buch-Coachings mache, komme ich oft mit Neu-Autoren zusammen. Und das ist toll: Der Wunsch, ein Buch mit dem eigenen Namen in Händen zu halten, ist ganz wunderbar. Doch empfehle ich jedem, das Buchschreiben nicht zu unterschätzen.

So sehr man (hoffentlich!) schon Freude am Schreiben hat und es in einer Weise kann, die veröffentlichungsreif ist, so ist es ein großer Unterschied, ein „ganzes“ Buch zu schreiben, wenn man bisher nur Kurztexte verfasst hat. Und wer noch so überhaupt keine Schreiberfahrung hat, ist gut beraten, erstmal mit Artikeln anzufangen.

Besonders schwierig ist es, wenn man sooo große Pläne hat oder sooo viel zu sagen hat, dass man nicht nur ein Buch konzipieren will, sondern Verlagen gleich eine ganze Buchreihe vorschlagen möchte. Mir begegnen sehr oft Erstautoren, die nicht nur ein Buch, sondern gleich fünf oder zehn Bücher schreiben möchten, weil ihr Thema es ihrer Meinung nach hergibt. Die auch gleich Hörbücher oder DVDs und-was-nicht-alles dazuplanen.

Das ist aber fern der Realität!

Nicht nur, weil man schlau genug sein sollte, sich erst mal mit einem einzigen Buch zu befassen. – Finden Sie erst einmal heraus, wie sehr Ihnen das Schreiben tatsächlich liegt, wie lange Sie brauchen und wie strukturiert und gut Sie schreiben!

Ein weiterer wichtiger Grund ist, dass ein Verlag zunächst kein Interesse hat, sofort mehrere Bücher und sonstige Medien einzuplanen.

Als Erstautor sind Sie ein No-Name. Ihre Idee ist vermutlich für Sie selbst wahnsinnig wichtig: umgelegt auf den Buchmarkt ist sie aber oft weit weniger originell oder zündend, als Sie glauben. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Buchkonzepte es nicht schaffen, wirklich überzeugende Ideen auch entsprechend zu präsentieren, so dass ein Verlag oft schlichtweg nicht erkennt, was so besonders an der Idee ist.

Verlage sind durchaus an guten Buchideen interessiert. Und im Ratgeber-Bereich kommen Sie verhältnismäßig unkompliziert an die richtige Ansprechperson (und brauchen nicht etwa einen Agenten): Auf den jeweiligen Verlagswebsites stehen die Anforderungen, die ein Verlag an ein Buchkonzept hat und die Anlaufstelle.

Doch der Buchmarkt ist auch sehr hart. Schauen Sie sich an, wie viele Bücher pro Jahr erscheinen. Wie oft die gleichen oder ganz ähnliche Themen bedient werden. Ein Buch steht besonders im Mittelpunkt, wenn es neu erschienen ist: Nach Erscheinen gibt es eine Welle an Presseinteresse (sofern Ihr Thema für die Medien guten Stoff bietet, was nicht immer der Fall ist), das flaut schnell ab. Und auch bei den Verlagen treten nach wenigen Monaten schon wieder die Neuerscheinungen ins Rampenlicht. Verlage tragen mit jedem Buch ein Risiko und das gehen sie nicht leichtfertig ein – zum Glück, denn was wäre Ihnen mit einem Ladenhüter gedient?

Konzentrieren Sie sich darauf, einen Vertrag für ein Buch zu ergattern, und wenn sich das dann auch wirklich blendend verkauft, wird der Verlag offen dafür sein, sich Ihre weiteren Ideen zum Thema anzuhören.