Ratgeber schreiben, Themenwahl

Buchthema: das Naheliegende ist nicht immer das Beste

Ganz oft kommen Leute zu mir in einen Workshop oder ins Coaching, die unbedingt gerne ein Buch schreiben wollen. Weil sie gerne ein Buch mit ihrem Namen im Laden bewundern möchten oder weil sie selbstständig sind und ein Buch als Marketingwerkzeug nutzen wollen.

Die Idee zum Buchthema, wenn es schon eine gibt,  ist entsprechend etwas, das naheliegend ist: Worüber weiß ich viel? Für welchen Bereich möchte ich mich als Experte ausweisen?

Das kann allerdings schnell in eine Sackgasse führen, etwa weil:

  • Das Thema zu gewöhnlich ist und es schon zu viele Bücher auf dem Markt gibt, so dass es schwierig sein kann, einen Verlag dafür zu gewinnen.
  • Das Thema viel zu groß gewählt ist, so dass es gar nicht realistischerweise im angedachten Buchformat umgesetzt werden kann, ohne zu oberflächlich zu werden.
  • Das Thema zwar spannend ist, Sie aber auf ein Thema festlegt, das Sie eigentlich gar nicht pushen wollten.
  • Sie sich zwar wohl mit dem Thema fühlen und gut auskennen, aber gleichzeitig schon so routiniert darin sind, dass Sie keine rechte Leidenschaft dafür aufbringen.

Letzteres erlebe ich übrigens oft, weil das naheliegende Thema etwas ist, wo man sich gut auskennt und daher viel schreiben kann. Nicht immer ist aber das, worüber wir viel wissen, auch das, was für uns selbst auch aufregend ist. Manchmal sind genau das sogar Themen, die meine Kunden in naher Zukunft hinter sich lassen möchten, um sich Neuem zu widmen.

Die beiden Ausgangsfragen sollten also genau das sein: ein Startpunkt.

Worüber weiß ich viel?
bzw.
Für welchen Bereich möchte ich mich als Experte ausweisen?

Aber daran angeschlossen sollten dann natürlich weitere Fragen kommen:

➡ Wie möchte ich das Thema beleuchten/welche Teilaspekte will ich aufgreifen?

➡ Was fände ich zu diesem Thema mal so richtig spannend (oder zu einer etwas anderen Buch-Form: auch die Aufbereitung oder „Schreibe“ kann aufregend werden)?

➡ Was ist „meine Message“? Warum schreibe ich genau dieses Buch?

➡ Für welche Zielgruppe soll das Buch sein? Was sollen die Leser durch das Buch erfahren/lernen/nach Lektüre können?

Fragen Sie ganz besonders, welche Themen oder Aussagen Ihnen am  allerwichtigsten sind. Denn das sind die treibendsten Kräfte für ein gutes Buch: man spürt Ihr Engagement dahinter – und das untermauert nicht nur Ihre Kompetenz, sondern „steckt zudem Ihre Leser an“.