formulieren

Folgen Sie dem roten Faden!

Eine große Schwäche bei vielen Texten ist die mangelnde Struktur und damit das fehlende klare Durchführen des Lesers. Das ist eine „Disziplin“, die am Anfang gar nicht so einfach ist. Besonders ungeübte Schreiber sind oft so sehr mit Formulierungen beschäftigt, dass sie nicht auf das Fundament des Textes achten.

Im Blog gibt es diverse Artikel darüber, wie wichtig es ist, Ihren Texten vor dem Schreiben eine klare Struktur zu geben. Wenn Sie das tun, können Sie die Probleme, die durch einen nicht vorhandenen klaren roten Faden, von vornherein aushebeln (und: Sie werden Ihre Texte sehr viel schneller schreiben, wenn die Struktur vorher steht).

Eine weitere Möglichkeit, ein Gespür dafür zu entwickeln, ob sich ein klarer roter Faden durchzieht, ist es, die typischen Schwächen zu erkennen.

Der rote Faden ist für Schlüssigkeit, Verständlichkeit und Lesefluss verantwortlich. Bei Tipptexten ist er gleichzeitig auch Richtschnur, die Ihre Leser an die Hand nehmen soll und regelrecht durch den Text (und das, was der Leser idealerweise tun soll) geleitet.

Nehmen wir mal diesen skizzierten Text-Aufbau, sähe das so aus:

Hier sehen Sie auch schon, wie sehr es sich auszahlt, wenn Sie Ihrem Text vor dem Schreiben sein Skelett verpassen – und eben nicht „Thema festlegen + beim ersten Satz anfangen, drauflos zu schreiben“.

Natürlich kann das auch so aussehen:

… das heißt, es gibt den einen oder anderen kleinen Ausflug – eine Anekdote, eine Nebeninformation, ein „apropos“ -, das aber nur kurz eingeflochten wird. Achten Sie darauf, dass Sie bei solchen Nebeninformationen keine zu große Tür zu einem anderen Thema öffnen. Manchmal driftet man ab. Es ist gut zu erkennen, wenn eine Nebeninformation zwar wichtig ist, aber im aktuellen Text keinen Platz hat.

Hier drei ganz klassische Fehler, die enorm verwirrend – und anstrengend – für Ihre Leser sind:

➡ abdriften: man kommt von einem Thema zum nächsten und von da springt man zu einem anderen und entfernt sich vom eigentlichen Text-Thema konsequent weg:

➡ eine unklare Reihenfolge: es gibt Gedankensprünge und Gedankenschleifen, der Autor springt vor und zurück, führt einen Gedanken weiter, nur um noch mal auf etwas zurückzukommen, ausschweifend einen Punkt zu erklären, etc.:

➡ und dann gibt es natürlich noch den unterbrochenen roten Faden: es gibt keinen folgerichtigen Aufbau, es werden abrupt andere Informationen oder Beispiele dazwischengeschoben, als Leser denkt man: „Hä?“ und muss erst wieder den Anschluss finden:

Eine andere Form der Überarbeitung wäre es also, wenn Sie sich anhand dieser kleinen Skizzen Ihren Text vorknöpfen und sich den Verlauf Ihres roten Fadens vorstellen. Am besten geht das, wenn Sie Ihren Text lesen und gleichzeitig auf einem Blatt Papier den Verlauf kurz aufzeichnen. Das kann sehr augenöffnend sein: Und Sie erkennen dadurch sehr schnell, wo Ihr Text strukturell noch etwas Arbeit braucht.