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Konzipieren mit 3 x 5 – So stellen Sie sicher, dass das Wichtigste auch in Ihrem Text landet

Übung-Symbolbild - Bleistift mit Noitzblock auf Holzbank

Es gibt ja die klassischen Makel, die Texte oft haben – ganz egal, ob es sich um einen Brief, die Selbstdarstellung, einen Tipp-Text oder eine Präsentation handelt: der Autor geht zu viel von sich selbst aus, er redet an den Leser hin, setzt fälschlicherweise Dinge voraus. Manchmal beginnt das Dilemma auch schon vor dem Schreiben: wenn man sich schwer damit tut, sich überhaupt einmal zu entscheiden, was genau man zu einer Sache schreiben möchte.

Eine simple Möglichkeit, all das zu umgehen, ist es, wenn Sie sich Ihrem Thema mit den folgenden „3 x 5“ nähern:

  • Was sind die 5 wichtigsten Fragen [zu meinem Thema, meiner Leistung, meinem Produkt]?
  • Was sind die 5 wichtigsten Probleme [meiner Kunden/meiner Leser]?
  • Was sind die 5 wichtigsten Lösungen?

Es nützt schon, sich eines davon rauszupicken, Sie können aber natürlich auch alle drei Varianten zu einem Thema abarbeiten.

Der Clou ist, dass Sie diese jeweils 5 Aspekte ganz spontan runterschreiben. Das ist nicht nur wichtig, weil es schneller geht, sondern weil die jeweils wichtigsten Punkte ohnehin die sind, die ganz groß in Ihrem Kopf sind – und in dem Ihrer Leser.

Es ist außerdem eine schöne Abkürzung: Denn Sie können natürlich besonders bei der Frage nach den Lösungen direkt in Ihren breiten Erfahrungsschatz eintauchen und haben so nicht die Qual der Wahl, was „man da alles sagen/empfehlen könnte“.

Wir wollen damit sicherstellen, dass das Gerüst Ihres späteren Textes diese wichtigsten Punkte beinhaltet.

Machen wir doch mal drei Beispiele.

Ich nehme zu Demonstrationszwecken pro 5er-Block ein anderes Thema. Sie können aber wie gesagt auch zwei davon oder auch alle drei für dasselbe Thema durchgehen. Thema drüber schreiben und ohne groß nachzudenken ganz flüssig die jeweils 5 wichtigsten hinschreiben, die Ihnen jetzt sofort einfallen. Aber denken Sie an das „wichtigste“. Wenn Ihnen spontan etwas einfällt, das nicht wirklich eines der wichtigsten Dinge ist, dann kommt es natürlich nicht hin.

Die 5 wichtigsten Fragen zu Coaching:

1. Wie läuft das ab?
2. Was kostet das?
3. Kann ich mein Problem damit wirklich lösen?
4. Wer sind Sie? Was befähigt Sie, Coach zu sein?
5. Wie schnell kann ich Erfolge sehen?

Die 5 wichtigsten Probleme beim Selbstmanagement:

1. sich selbst nicht (genug) kennen
2. Arbeiten nur nach dem Lustprinzip
3. Nicht genug von einer Sache wissen
4. Etwas nicht versiert genug können
5. sich selbst in Schubladen stecken

Die 5 wichtigsten Lösungen für Kritikgespräche:

1. Klartext reden
2. wohlwollend und respektvoll sein
3. das Motiv überprüfen
4. den anderen in die Pflicht nehmen
5. auf Kurs bleiben

Haben Sie aufgepasst? Da oben habe ich geschrieben: „Wir wollen damit sicherstellen, dass das Gerüst Ihres späteren Textes diese wichtigsten Punkte beinhaltet.“

Es geht nicht darum, dass diese Notizen auch genau so einfließen. Sondern das ist ein konzeptionelles Werkzeug für Sie, das sicherstellt, dass Sie den Blickwinkel Ihrer Leser einnehmen und vor allen Dingen auch die Gewichtung der wichtigsten Fragen, Probleme beziehungsweise Lösungen aus Lesersicht betrachten. Da kommen ganz andere Texte raus!

PS: Die wichtigsten Fragen, Probleme und Lösungen sind manchmal auch die naheliegendsten. Es liegt an Ihnen, im späteren Text diese dann auf eine Weise anzugehen, die nicht banal oder Immerschondagewesen ist. Sie sehen an den Beispielen auch schon, dass sich schnell zeigt, wenn man viel zu große Themen gewählt hat – wie ich das hier gerade mal gemacht habe: Oft ist es sehr viel besser, sich für ein spannendes Teilthema zu entscheiden.