Ratgeber schreiben

Wie nützt ein eigenes Buch meinem Unternehmen?

Wenn Selbstständige überlegen, ein Buch zu veröffentlichen, ist – neben der hoffentlich vorhandenen Freude am Schreiben – entscheidend, erst einmal realistisch abzuwägen, was das Buch überhaupt bringt. Hier einige Fragen und Fehlannahmen:

Werde ich jetzt reich?

Nein. Wenn Sie nicht gerade einen Riesenbestseller landen (was sehr selten passiert), bekommen Sie, wenn sich Ihr Buch ordentlich verkauft, einen drei- oder vierstelligen Betrag pro Jahr. Hinzu kommen noch Ausschüttungen der VG Wort, dem Pendant zur GEMA  – wenn Sie dran denken, Ihr Buch überhaupt dort anzumelden! Das kann sich natürlich durchaus hübsch über die Jahre summieren.

Je nach Thema, Verlag und natürlich je nachdem, wie gut Ihr Buch ankommt, kann es auch passieren, dass nur sehr wenige Exemplare verkauft werden. Darum ist es umso wichtiger, sich von vorneherein den richtigen Verlag zu suchen, der auch im Buchhandel präsent ist und Geld und Energie in die Werbung Ihres Buches steckt. Und Sie können durch Thema und Ausrichtung Ihres Buches ausschließen, dass nur eine ganz kleine Zielgruppe sich angesprochen fühlt. Ein guter Verlag achtet schon im eigenen Interesse darauf, keine Bücher zu verlegen, die nur wenige Käufer ansprechen.

Kann ich die ganzen Aufträge überhaupt noch bewältigen, die dann kommen?

Aber natürlich! Ich muss immer lachen, wenn Erstautoren total hyper sind und glauben, dass ihre Buchveröffentlichtung mit Pauken und Trompeten auf den Markt kommt und ab diesem Zeitpunkt alles anders ist. Ich war beim ersten Buch auch ganz aufgeregt und dachte, Wunder was passiert. 😉

Der Normalfall ist, dass gar nicht viel passiert. Im Idealfall bekommen Sie durchaus neue Aufträge. Auch das können Sie durch das Thema Ihres Buches günstig beeinflussen (vor allen Dingen natürlich über etwas schreiben, zu dem Sie unmittelbar eine passende Leistung anbieten beziehungsweise das überhaupt zu Ihrem Business passt). Außerdem ist es wichtig, dass aus Ihrem kurzen Autorenprofil im Buch hervorgeht, dass Sie auch in diesem Bereich selbstständig sind und Ihre Webadresse angeben.

Manchmal bieten Verlage auch eine ausführlichere Beschreibung an. Ein Buch, das mir über die Jahre seit Erscheinen sehr viele Kunden gebracht hat, ist das „Kundenakquise“. Und das nicht nur wegen des Themas, bei dem sich viele natürlich Unterstützung wünschen, sondern auch, weil in diesem Buch hinten eine ganze Werbeseite zu mir und meinen Leistungen rund um die Akquise enthalten ist.

Wenn alles gut läuft mit Ihrem Buch, wird es Ihnen für Ihr Marketing eine Menge bringen, aber es wird nicht dazu führen, dass Ihr Business plötzlich explodiert. Sie können sich also wunderbar darauf einrichten.

Heutzutage schreibt doch Hinz und Kunz ein Buch. Ist nicht schon alles gesagt?

Gute Bücher sind immer gefragt. Und auch wenn es so gut wie keine Räder mehr gibt, die man neu erfinden könnte, so geht es Ihnen sicher auch so, dass Sie zu einem Thema mehrere Bücher lesen; dass Sie so manches Buch aufrüttelt, einfach weil der Autor es ein wenig anders anspricht; oder weil einfach die Zeit reif war.

Dazu kommt, dass es Dauerbrennerthemen gibt, die natürlich auch bei den Verkaufszahlen immer ein Renner sind. Es ist nicht von ungefähr, dass die Verlage querbeet oft genau die Standardthemen wieder und wieder bedienen wollen (was als Autor manchmal frustrierend ist, wenn man auf besonderen Ideen sitzen bleibt).

Und: Als AutorIn haben Sie es in der Hand, wie Sie Ihr Thema genau setzen und in Ihrem Buch aufziehen. So können Sie auch einem Allesschondagewesen-Thema einen völlig neuen Anstrich verleihen.

Gibt es sonst Vorteile?

Abgesehen davon, dass es natürlich etwas Besonderes ist, seinen Namen auf einem Buch zu sehen, dass Sie Anrufe oder E-Mails von begeisterten Lesern erhalten und dass es noch toller ist, wenn Sie in der U-Bahn auf Leute treffen, die gerade in Ihrem Buch schmökern gibt es für alle Selbstständigen durchaus weitere Vorteile:

  • Sie wirken noch kompetenter auf andere und das kann Ihnen einen Vorteil vor Mitbewerbern geben. Sie machen sich die Akquise leichter, weil ein Buch Ihre Fachkompetenz untermauert.
  • Sie bekommen ein Mehr an Aufmerksamkeit über Ihr Buch: Wenn der Verlag – und Sie selbst – es richtig anstellen, erscheinen Sie andauernd in der Presse. Journalisten sind immer auf der Suche nach „Experten“ und wenden sich unter anderem häufig an Buchautoren.

Wie lange dauert das Buchschreiben überhaupt?

Das kommt darauf an:

  • Wie leicht tun Sie sich mit dem Schreiben?
  • Wie clever strukturieren Sie den Schreibprozess (damit lässt sich enorm viel verkürzen)?
  • Wie viel Zeit haben Sie, um sich konzentriert Ihrem Buch zu widmen?
  • Wie viel Selbstvertrauen haben Sie in sich als AutorIn?

Bei einem Ratgeber schreiben Sie nie das gesamte Buch schon fertig, sondern Sie verkaufen immer erst eine Buchidee mit einem klaren Konzept und finden damit einen Verlag für Ihr Buch. Ab Vertragsunterzeichnung haben Sie eine feste Deadline. Das können drei Monate sein oder auch ein Jahr, je nachdem, zu wann Ihr Buch ins Programm aufgenommen werden soll.

Ich selbst schreibe lieber geballt und sehr schnell. Darum brauche ich für den ersten Entwurf wenige Wochen, danach kommt noch das Überarbeiten. Je nach Buchumfang brauche ich im Schnitt acht Wochen (in der Regel neben dem normalen Tagesgeschäft). Allerdings bin ich wahnsinnig schnell im Schreiben.

Tun Sie sich für Ihr erstes Buch den Gefallen und gehen auf keine allzu knappe Deadline ein. Ich empfehle Ihnen, schon so vier bis sechs Monate Luft zu haben. Dann brauchen Sie nicht gleich Panik zu schieben, wenn es am Anfang mal nicht so flutscht.