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Zitate – pro und contra

Viele Selbstständige nutzen Zitate in ihrer Selbstdarstellung: Sprüche, die sie selbst gut finden, oder von denen sie glauben, dass sie zu ihrer Arbeit passen. Das ist nicht ohne Tücken.

Ein Sinnspruch, insbesondere einer, den man ständig hört, kann polarisieren: Er spricht die einen ganz besonders an – er stößt andere ab oder entlockt ihnen sogar ein Gähnen. Da Zitate meist als Gestaltungselement groß in den Raum gestellt werden, übertrahlen sie oft den Rest.

Wenn ich also die Website eines Trainers besuche, er mir seine einzigartige Arbeitsweise erklärt, aber drüber steht dick und fett ein abgeschmacktes, in diesem Kontext Millionen mal gehörtes Zitat, verliere ich als Leser schnell das Interesse.

Nutzt du Zitate – oder möchtest das gerne, überleg dir:

  • Ist dieser Spruch wirklich geeignet, meine Arbeit und Einstellung wiederzugeben? Oder ist es vielleicht doch nur ein Spruch, der irgendwie zum Thema passt, oder den ich einfach gut finden?
  • Polarisiert das Zitat in einer Weise, die mir nicht gefällt? Eben hatte ich es erwähnt: Ein Zitat, das einen nicht anspricht oder das man sogar blöd findet, führt dazu, dass man schnell sein Interesse verliert. Das ist schade, weil du und deine Leistungen ja vielleicht hochinteressant für diesen Besucher wären.
  • Kommt das Zitat vielleicht völlig anders an? Es ist immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich das geschriebene Wort ankommt. Gerade Zitate können völlig anders ausgelegt werden – je nachdem, was der Leser „hört“.
  • Schiebt mich das Zitat in eine bestimmte Schublade? Nicht alles, was einem persönlich gut gefällt, ist auch das richtige Aushängeschild für eine Firma. Ich lese ganz häufig auf Websites esoterisch, religiöse und philosophisch angehauchte Zitate – und das ist auch alles ganz wunderbar, wenn du das so beabsichtigst. Wenn du jedoch ein hübsches Zitat persönlich ansprechend finden, es dich aber bei potenziellen Kunden unbeabsichtigt in die Esoterik-Ecke stellt, dann kann dir das Zitat mehr schaden als nützen. Du weckst falsche Erwartungen beziehungsweise ziehst nicht ganz die richtige Zielgruppe an. Übrigens: Nichts gegen Esoterik. Es geht hier nur um die erzielte Wirkung. Die muss immer beabsichtigt sein.

Muss ich mir Zitate zurechtbiegen?

Manchmal hat man die Idee, auf jeder Seite eines Flyers, der Website oder zu jeder Leistung ein Zitat als Gestaltungselement zu nutzen. Und dann findet man nur eins oder zwei, die wirklich passen. Mist! Ich habe ja noch drei weitere Seiten/Leistungen, die auch noch ein Zitat brauchen. Jetzt wird irgendwas genommen oder zurechtgebogen.

Mach das bitte nicht! Nutz so ein Stilelement nur da, wo es wirklich treffend ist. Wenn du nichts Gutes zum Durchziehen findet, dann lass es.

Weiteres Problem ist das Urheberrecht:

Zitate? Das gibt es zu bedenken! [mit vielen konkreten Beispielen]

Zitier dich selbst!

Am besten finde ich es, wenn Selbstständige sich selbst zitieren: Ein echter O-Ton von dir ist sehr viel persönlicher als einer von Herrn Nietzsche! Er sagt außerdem viel mehr über dich aus. Und: Du kannst ein schönes Eigenzitat zu jeder Leistung oder zu deiner Kurzbiographie stellen. Das hatte ich früher auf meiner Seite:

„Lösungen sind in der Regel einfach: Es geht nur darum zu erkennen, an welchen Schrauben es zu drehen gilt. Und dann heißt es Ärmel hochkrempeln … und tun.“