Korrespondenz/Marketing

Call to Action – Fordern Sie Ihre Kunden auf!

Ich bin jetzt 41 Jahre und habe es nur ein einziges Mal erlebt, dass im Schaufenster eines kleinen Ladens so ein Schild stand:

Bitte kommen Sie herein!
Wir freuen uns auf Sie.

Das Schild begeistert mich jetzt schon seit vielen Jahren. Natürlich weiß ich, dass ich hereinkommen darf. Doch mich im Schaufenster anzusprechen und damit aktiv hereinzuholen, ist nochmal was ganz anderes!

Das Schild sagt nicht: „Sie sind willkommen. Wir beraten Sie gerne.“, sondern es fordert mich freundlich und gleichzeitig unverbindlich zum Reinkommen auf. Die freuen sich auf mich! Das müssen nette Leute sein.

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Was soll der Leser tun? – Wissen Sie es. Und sagen Sie es!

Nehmen wir einmal als Beispiel Ihre Website, einen Flyer oder einen Akquisebrief. Wenn ich es grob unterteile, gibt es hier drei „Sorten“ an Selbstdarstellungen:

  • Die reine SELBSTdarstellung: Ich bin der und der und mache das und das.
  • Die Selbstdarstellung mit Fokus auf dem Kunden: Hast Du dieses Problem? Würdest Du gerne jenes erreichen? Ich biete Dir als Lösung die Leistungen X, Y und Z.
  • Die Selbstdarstellung mit Fokus auf dem Kunden UND konkreter Aufforderung.

Diese letzte Variante bringt Ihnen am meisten.

Ein „call to action“ (so heißt das im Marketing) ist also ein klarer Aufruf:

  • Sprechen Sie mit mir …!
  • Informieren Sie sich über …!
  • Rufen Sie mich an …!
  • Fordern Sie … an!
  • Bestellen Sie …!
  • Bitte empfehlen Sie mich weiter!

Da muss natürlich kein Ausrufezeichen dahinterstehen. Das soll Ihnen nur den Aufforderungscharakter verdeutlichen.

Nicht zu aufdringlich und nicht zu werblich

Beim Schaufenster-Schild oben habe ich darauf schon hingewiesen: Wenn auf dem Schild stehen würde „Wir beraten Sie gerne“, dann wäre das schon wieder zu verbindlich. Leute gehen ja gerade oft nicht in kleine Läden, weil sie sich sofort in der Pflicht fühlen. Ein Kaufhaus ist anonymer, aber in einem kleinen Raum, vielleicht als einziger Kunde, ist das Angebot einer „Beratung“ oft schon zu viel.

Hier ist ja kein kaufwilliger Kunde, der zielgerichtet Beratung sucht, sondern es ist ein Schaufenstergucker, der im Fenster vielleicht gerade was Interessantes sieht. Der braucht eine Aufforderung, aber er braucht auch mehr Unverbindlichkeit.

Überlegen Sie also immer, welcher Grad an Aufforderung gerade angemessen ist. Wenn ich Ihnen ein Buch vorschlage, Ihnen die Inhalte erzähle und dann schreibe: „Bestellen Sie hier“, dann ist das eine gute Aufforderung. Wenn ich Ihnen aber ein Coaching vorschlage und schreibe „Rufen Sie mich jetzt an, um einen Termin auszumachen“ wäre das viel zu aufdringlich und zu schnell. Soweit sind Sie nicht. Sie wollen sich vielleicht gerne mit mir über die Möglichkeiten eines Textcoachings unterhalten, aber Sie wollen nicht sofort einen Termin ausmachen müssen (außer Sie sind schon wild entschlossen, dann schlagen Sie eh sofort ein).

Und was sollen Sie jetzt tun?

➡ Überprüfen Sie Ihre Texte auf solche direkten Aufforderungen!

➡ Achten Sie bei künftigen Texten für Ihr Unternehmen darauf, dass Sie Ihren Lesern klipp und klar – aber unaufdringlich – sagen, was diese tun sollen.

Das hilft Ihnen übrigens auch bei zwei wichtigen Schreibaspekten:

1. Klartext mit Ihren Lesern zu „sprechen“.

2. Sie merken, wenn Sie noch nicht klar genug sind. Denn wenn Ihnen das Formulieren der Aufforderung schwer fällt, haben Sie Ziele und Inhalte Ihres Textes noch nicht klar definiert.