Autoreninterviews

Buch-Interview: Edeltraud Haischberger

Edeltraud Haischberger, hat vor vielen Jahren ein Ausbildungszentrum für Erwachsenenbildung mit Schwerpunkt Persönlichkeits- und Bewusstseinsbildung gegründet. Außerdem organisiert und leitet sie Seminare. Jetzt hat sie sich den Traum vom eigenen Buch erfüllt. Vor kurzem ist Frau, stell dich auf die Füße! Das Anti-Hascherl-Buch erschienen.

Ich habe Edeltraud einige Fragen gestellt:

 

Du warst ja 2009 im Buchkurs in Grainau mit dabei. Damals ist das Konzept zu „Frau, stell dich auf die Füße“ entstanden. Hier ist das Buchcover, das ich zum Seminarende davon gemalt habe, und das Cover des fertigen Buches:

 

Bitte erzähl doch mal, wie Du einen Verlag dafür gefunden hast. 

Der Wunsch ein Buch zu schreiben war schon lange da. Ich habe auch sicher drei Mal angefangen, aber irgendwie fand ich den Anfang nicht. Ich hab verschiedene Online-Schreibkurse gemacht, die haben zwar Spaß gemacht, mir aber auch gezeigt, dass es doch nicht reichen würde.

Bis ich deine Newsletter entdeckte und mir Woche für Woche beim Lesen dachte: Die Frau möchte ich mal kennen lernen. Deine erfrischende Schreibweise mit deinen so vielfältigen und noch dazu kostenlosen Tipps, begeisterten mich immer wieder. Endlich dann der Kurs in Grainau. Und das war der Durchbruch. Die Großzügigkeit, mit der du uns mit Wissen und Tipps versorgt hast war schon sensationell.

Diese Idee, ein Strukturskelett zu erstellen, das war schon eine große Erkenntnis. Die vielen Tipps aus dem Seminar haben mich so motiviert, dass ich gar nicht anders konnte als diese gute Buchidee anzugehen.

Ich hab das Konzept erstellt und wurde von dir gleich mal gebremst: „Na, so kannst du das nicht einreichen!“ Schon da habe ich bemerkt, ohne Coaching wird dös nix! Mit deiner Hilfe entstand ein übersichtliches, aussagekräftiges und anregendes Konzept.

Dieses Konzept sandte ich per Mail an zwei Verlage und einer davon, eben der österreichische Verlag Ennsthaler war gleich interessiert. Er war sehr erstaunt, dass noch kein Manuskript vorhanden war. In seinem Verlag war das anscheinend nicht üblich. [Anmerkung von Gitte: siehe auch Buchveröffentlichung: erst Vertrag, dann schreiben]

Ja, und dann begann ich zu schreiben. Durch die gute Vorbereitung wurde das ja sehr erleichtert.

 

Du hast Dich ja für das Schreiben des Buches auch von mir coachen lassen und in einem Kommentar mal gesagt, dass ich „wie mit der Peitsche hinter Dir gestanden bin“. Wie war der Schreibprozess für Dich? Wie hast Du Dich organisiert?

Es war die absolut beste Idee, mich coachen zu lassen. Natürlich kostete das was, aber ich habe das als Ausbildung gesehen, wie ich auch viele andere Ausbildungen absolvierte um was zu können.

Und diese Ausbildung hat Früchte getragen. Natürlich war ich manchmal ein bisschen sauer, wenn ich „doch eh schon so gut“ geschrieben hatte und dann zurück kam: „Ja, das Thema ist ja seeehr interessant, aber du schreibst es auf Frauenzeitschriftniveau! Du musst viiiel tiefer in das Thema eintauchen!“

Nach der ersten Enttäuschung hast du dann mit ganz gezielten Fragen mein spezielles Wissen richtig heraus gekitzelt. Ja, manchmal hatte ich echt das Gefühl du stehst mit der Peitsche hinter mir und treibst mich so richtig an.

Immer und immer wieder diese Fragen: „Glaubst du ist das auch für deine Leserin so interessant wie für dich?“, „Hier muss noch mehr Struktur rein!“, „Du musst die Leserin noch besser an die Hand nehmen!“ – das war schon manchmal schwierig. Das schaut jetzt aus, als hätten wir täglich Kontakt gehabt. Nein, so war es nicht. Immer nach einem fertigen Kapitel kam dein Feedback und die „komischen Fragen“, wie das gemeint sei. Deine Zielgerichtetheit ist legendär. Du hast im Kapitel immer den wunden Punkt getroffen. Immer mit den Worten: „Es ist dein Buch, es sind nur Vorschläge, wo ich was ändern würde.“

Nach dem 2. Kapitel hatte ich einen Hänger. Da war eine richtige Blockade. Aber nach 14 Tagen ging es wieder. Ich hab im April begonnen zu schreiben, mal mehr mal weniger. Ende September war ich fertig.

Der Schreibprozess selbst war ein echtes Erlebnis, ein Blick in meine Seele. Es hat ihr sehr gut getan!

Was ich noch unbedingt erwähnen muss. Der Chef vom Verlag und auch die Lektorin war platt, als sie das Manuskript bekamen: O Ton: So ein perfektes Manuskript von der Formatierung her haben sie noch nie bekommen. Alles gerichtet für Lektorat (perfektes Inhaltsverzeichnis) und dem Grafiker/Drucker, durch die richtigen Überschriftsmarker.

 

Was ist Dir leicht gefallen, was war schwerer als gedacht?

Es ist mir sehr leicht gefallen punktuell aufzuschreiben, was dieses Buch ausmachen sollte.

Sehr schwer ist mir die Strukturierung gefallen. Da habe ich unheimlich von deiner Professionalität gelernt. Und auch die Selbstchecks und Tests hätte ich ohne deine Ausbildung einfach nicht so hingekriegt. Gerader dieser Mix aus Erzählung, Tipps, Tests und Fragenkataloge macht das Buch so lebendig.

 

Warum wolltest Du gerne ein Buch veröffentlichen? Beziehungsweise Du überlegst ja schon an einem neuen ….

Na, warum wohl? Ehrgeiz, was Besonderes zu schaffen, Schreibfreude und natürlich schon auch, mein Wissen zu dokumentieren. Dazu kommt, dass ich es in der Praxis meinen Klientinnen leichter machen wollte, selbstbewusst zu sich zu stehen, auch mal Grenzen zu ziehen und ihr Leben aktiv zu gestalten. Darum auch „Anti-Hascherl-Buch“.

Es hat einfach tierisch Spaß gemacht, und dein Coaching hat mich total beflügelt und sicher gemacht, ich kann dir nicht genug danken! Ich werde sicher ein weiteres Projekt in Angriff nehmen und ich glaube, auch da kann ich nicht ganz auf dein Coaching verzichten. Es ist einfach so nett mit dir zusammen zu arbeiten.