sich managen

Eine der wichtigsten Gewohnheiten, die Sie für das Schreiben – und fürs Leben – brauchen können

Wenn Sie mich fragen, was aus meiner Sicht der allerwichtigste Tipp fürs ganze Leben ist, dann zögere ich nicht einen Moment:

konkret werden

Der konkrete Blick zeigt Wege auf, entwirrt Probleme, verhindert Missverständnisse und Fehlentscheidungen. Und zwar unabhängig davon, um welche Situation oder Sache es geht.

Nehmen wir es aber mal eine Nummer kleiner. Auch Ihre Schreibfähigkeiten – und damit Ihre Texte – profitieren davon ungemein.

Denn wenn Sie konkret werden, können Sie diese 7 Vorteile ernten:

1. Sie schulen Ihre Beobachtungsgabe.
2. Sie profitieren von Ihrem Blick für Details.
3. Sie zeigen sehr viel mehr (und glaubwürdiger) Ihre Kompetenz.
4. Sie beweisen Scharfsinn.
5. Sie schaffen eine Verbindung zu Ihren Lesern.
6. Sie stellen sicher, dass Sie verstanden werden.
7. Ihre Texte sind nutzbringender als die üblichen, oberflächlicheren Texte zum selben Thema (besonders wichtig bei „Nichts wirklich Neues“-Themen)

Konkret werden im Alltag

Ich weiß noch ganz genau, zu welchem Anlass ich es mir angewöhnt habe, konkreter zu werden. Es war ein Lob.

Ganz früher habe ich – wie Sie vielleicht auch – immer so gelobt:

  • „Ich bin begeistert!“
  • „Das hast du toll gemacht.“
  • „Sie sind eine herausragende Bedienung!“
  • „Mit dir arbeite ich besonders gerne.“
  • „Sie haben wirklich ein Händchen für …“

Was genau ich meinte, kam in meinem Lob nicht vor. Als ich angefangen habe, mir zu überlegen, was ich denn nun so toll finde, habe ich gemerkt, dass ich es oft auf Anhieb gar nicht benennen konnte.

Ab da habe ich den Entschluss gefasst, immer konkret zum Ausdruck zu bringen, was genau ich überhaupt meine.

Bleiben Sie nicht bei der Grundaussage stecken

Natürlich geht es nicht nur um Lob. Wie oft sagen wir etwas, hören aber genau da, wo es interessant – und relevant! – würde, auf:

  • Das ist gut.
  • Ich finde das nicht praktikabel.
  • Das gefällt mir nicht.
  • Ich kann das nachvollziehen.
  • Hier komme ich einfach nicht weiter.
  • Ich habe keine Lust mehr, an diesem Projekt weiterzumachen.
  • Mitarbeiterführung ist blöd.

Üben Sie im Alltag

Machen Sie es wie ich und gewöhnen Sie sich an, immer konkret dazuzupacken, was Sie meinen. Sowohl im persönlichen Gespräch und ganz besonders beim Schreiben.

Zum Beispiel:

… bei einem Lob:

„Sie sind eine herausragende Bedienung: so fix, aufmerksam und lustig. Ich bin jetzt richtig guter Laune, weil ich Sie getroffen habe!“

… bei Kritik:

„Dieser Vorschlag gefällt mir überhaupt nicht. Er ist mir zu düster und wirkt außerdem wirr auf mich mit diesen verschiedenen Schriftarten und dem unruhigen Hintergrund.“

… wenn Sie zustimmen:

„Ich kann das total nachvollziehen, dass deine Kollegen so begeistert von der Präsentation waren: Du kannst dich super ausdrücken, sprichst bewundernswert druckreif und gleichzeitig so lebendig, dass man dir gerne zuhört.“

Sie sehen: Um noch besser schreiben zu können, brauchen Sie nicht immer mit Stift oder PC hantieren. Gerade Ihre Aufmerksamkeit im Alltag bestimmt maßgeblich mit, wie gut Ihre Texte sind.