Struktur

Immer gern gelesen: Typologien

Ein amüsantes Stilmittel, das immer gut ankommt, sind Typologien. Sie können ernst gemeint sein, rein der Unterhaltung dienen oder einen Schuss Augenzwinkern enthalten. Genau wie bei Selbst-Tests, die die meisten Leute gern machen, erfreuen sich Typologien großer Beliebtheit. Sie werden nicht nur gerne gelesen, sondern auch oft weitergeschickt und verlinkt.

Und sie sind relativ leicht zu schreiben:

  • Überlegen Sie sich einfach welche ausgeprägten Typen es gibt.
  • Geben Sie diesen einen plakativen oder witzigen Namen.
  • Schreiben Sie eine kleine Beschreibung, was den jeweiligen Typ auszeichnet.

Das muss gar nicht ausführlich sein! Zu Ihrer Inspiration hier einige Beispiele:

Kerstin Hoffmann vom sehr empfehlenswerten Blog PR-Doktor hat beispielsweise diese Typologien veröffentlicht, an die ich mich noch sehr gut erinnert habe, weil es Typologien sind:

5 Typen, die jedes Netzwerktreffen bereichern
5 Typen, mit denen Sie sich auf Netzwerktreffen nicht unterhalten wollen

Und hier noch zwei eigene Beispiele:

Akquise Typologie

Das hier ist eine Akquise-Typologie aus meinem Buch Kundenakquise. Wie Sie der Welt sagen, dass es Sie gibt.

Mitreiß-Akquise
Der Mitreißer ist aufrichtig begeistert, von dem, was er tut. Er weiß, was er kann, und tut sich leicht damit, auf andere zuzugehen. Durch seine lebendige und sympathische Art kommt er gut an. Kippen kann das, wenn der Mitreißer vor lauter Begeisterung die Informationen vernachlässigt, seine eigenen Grenzen überschreitet oder Bedenken seines Gegenübers wegwischt und schönredet.

Fakten-Akquise
Hier wird mit reinen Informationen und Fakten argumentiert: Praxiserfahrung, berufliche Stationen, nachweisbare Kompetenzen, Fortbildungen, Abschlüsse, Methoden. Das Fachliche steht im Vordergrund. Die Gefahr ist, dass das Persönliche zu kurz kommt und man sich als Mensch nicht greifbar genug macht. Wenn der Beweggrund dafür Unsicherheit ist, dann wird das dennoch schnell deutlich.

Kampf-Akquise
Es gibt Menschen, die gehen davon aus, dass ihr Gegenüber eine Antihaltung einnehmen wird – egal, wer es ist und worum es geht. Mit dieser Gewissheit wird auf Gegenrede und missionarische Argumentation geschaltet. So kann es sein, dass man ständig offene Türen einrennen möchte – und letztlich sehr anstrengend beim Geschäftskontakt ankommt.

Jammer-Akquise
Hier fühlt sich die akquirierende Person benachteiligt und geht davon aus, dass vermutlich nichts zustande kommen wird. Gerade wenn häufig Absagen kommen oder die Auftragslage kontinuierlich dürftig ist, wird schnell ein „Geben Sie mir doch -bitte eine Chance“-Eindruck erweckt. Damit kommt ein Teufelskreis in Gang, denn dieses Verhalten wirkt extrem unsicher und: niemand gibt im Geschäftsleben jemandem einen Auftrag, nur weil dieser den braucht.

Passiv-Akquise
Das ist die sehr zurückhaltende Form der Akquise, bei der möglichst vermieden wird, sich auch nur den Anschein des Verkaufen-Wollens zu geben. Stattdessen wird versucht, dezent und durch die Blume auf die eigene Leistung hinzuweisen, hoffend, dass dadurch Aufträge entstehen. Abgesehen davon, dass auch hier der Verdacht der Unsicherheit nahe liegt, kann noch etwas viel Schlimmeres passieren: Da Passiv-Akquisler häufig zwar Kontakt mit Kunden/Geschäftskontakten halten, jedoch immer mit irgendwelchen Nebeninformationen, kann der Eindruck entstehen, dass man total ausgelastet ist – und dadurch Kunden nicht mit Aufträgen kommen, obwohl sie welche hätten.

Aufdräng-Akquise
Das ist der Gegensatz zum Passiven: Hier wird gnadenlos auf eine andere Person eingeschwätzt – oft mit üblichen Verkaufstaktiken. Es wird schnell klar, dass die Person sich entweder gern reden hört oder einen Guerilla-Verkauf-Kurs mitgemacht hat. Das Gemeine ist, dass dahinter häufig Personen stecken, die gut in ihrem Job sind und die „eigentlich ganz anders sind“. Durch Verkaufstipps in Literatur und Kursen haben sie sich jedoch ein Verhalten angewöhnt, das sie zum „perfekten Verkäufer“ machen soll – und tatsächlich ein Schuss ins Knie ist.

Netzwerktypen

Das hier ist eine Typologie zum Netzwerken, die ich für das Buch „Networking. Kontakte gekonnt knüpfen, pflegen und nutzen“ verfasst habe, das ich gemeinsam mit Christine Öttl geschrieben habe.

„Typen“ von Netzwerkern

Schubladendenken ist nicht hilfreich – entsprechend wollen wir die verschiedenen Typen von Netzwerkern nicht als eindimensionale Einordnung verstehen, sondern nur ein paar Ausprägungen vorstellen. Diese sollen Ihnen dabei helfen, sich selbst einzuschätzen, aber auch aufmerksam zu sein, wenn Sie Ihr Netzwerk aufbauen.

Vampir
Der Vampir will immer nur haben. Er ist ausschließlich auf den eigenen Vorteil bedacht. An anderen ist er in keiner Weise interessiert: Das sind Informations- und Know-how-Lieferanten, mehr nicht.

Mutter Teresa
Der Mutter-Teresa-Typ sieht immer auf andere, setzt sich immer ein, ist ständig hilfsbereit- möchte nicht (und kann manchmal gar nicht) Nein sagen. Es geht um Harmonie und Gemochtwerden.

Hans Dampf in allen Gassen
Dieser Typ hat Ideen und Power, leiert gerne Sachen an, ist aktiv – und mischt überall mit. Ihn gibt es in der rein positiven Variante: Power-Frau beziehungsweise Power-Mann. Aber auch in der unguten Variante, wenn er/sie sich ungefragt überall einmischt oder auf allen Hochzeiten tanzt, das aber nicht wirklich gut kann.

Selbstdarsteller
Der Selbstdarsteller möchte sich einfach gut fühlen und bewundert werden. Er kennt alles, er weiß alles, er kann alles. Es dreht sich immer nur um ihn: seine Erfolge, seinen Beruf, sein Privatleben, seine Bedürfnisse. Der Selbstdarsteller tritt in ausschließlich ich-bezogener Art auf, es gibt ihn aber auch in einer konstruktiven und hilfreichen Art.

Machthaber
Der Machthaber verlagert manchmal Lebenssinn oder mangelnden beruflichen Erfolg auf ein Netzwerk, indem er einen formellen Posten übernimmt oder sich für Projektleitung anbietet. Für manche eine reine Ego-Sache, für andere einfach ein persönliches Erfolgserlebenis mit tollen Ergebnissen und Nutzen für das Netzwerk.

Stammtischbruder/-schwester
Will sich gern austauschen – formell und informell – und gemeinsam was auf die Beine stellen. Das bedeutet für diesen Typ jedoch einfach, gemeinsam die Freizeit verbringen, Spaß zu haben, zu plaudern – und vielleicht sogar Freunde zu gewinnen.

Der Unsichtbare
Der unsichtbare Typ ist anwesend, hält sich aber (bewusst oder aus Schüchternheit) so stark im Hintergrund, dass man eigentlich nichts Genaues über ihn weiß. Wenn es eine selbst gewählte Position „am Rand“ ist, ist der Typ glücklich und auch mit leiseren Tönen oft sehr gern gesehen und auch aktiv. Ist die Person unabsichtlich unsichtbar, weil sie es nicht schafft, ins Kontakte-Netzwerk reinzukommen, ist das oft eine sehr ungute Erfahrung.

Sie sehen:

Sie können solche Typologien alleine für sich stehen lassen oder sie als Zusatz zu einer ausführlicheren Fließtext-Erklärung stehen lassen.

Gerade für Bücher sind sie auch ein vielseitiger Zusatz, zum Beispiel für die Buchklappe.