Ratgeber schreiben

Vorwort = unnötig wie ein Kropf

Wenn der Entschluss getroffen ist, ein Buch zu schreiben, dann machen sich ganz viele eifrig ans Vorwort. Dann wird ausgepackt, dass die Oma so einen großen Einfluss auf einen hatte und man immer schon ganz dringend ein Buch schreiben wollte und bla und laber …


Oft sieht man es nicht anders: Manche Bücher haben drei Vorwörter. Festschriften zu irgendwelchen Veranstaltungen haben oft zwei Dutzend Vorwörter von irgendwelchen Schirmherren. Eines schnarchnasiger als das andere.

Tatsache ist: Ein Vorwort dieser Art will keiner lesen. Das klingt jetzt vielleicht gemein, denn manchmal ist die Motivation riesig oder das Buchprojekt hat Sie aus einer Krise geholt. Für einen selbst oder für Bekannte und Familie sind so persönliche Bezüge natürlich eine schöne Sache. Für alle anderen jedoch nicht. Darum sieht man im Ratgeber und Sachbuchbereich sowieso kaum mehr typische Vorwörter. Viele Verlage legen Wert darauf, direkt ins Thema zu springen – und das ist gut so. Allenfalls werden Vorwörter eingeplant, die einen direkten Bezug zur Thematik haben, sich aber eben nicht nur um den Verfasser und seine Befindlichkeiten drehen.

Ein persönliches Vorwort zu Ihrer Motivation oder wichtigen Lebenspunkten zu schreiben, kann eine schöne Aufwärmübung sein, die Ihnen Klarheit bringt und einen Startschuss zum Buchschreiben darstellt. Sie können es als persönliche Widmung später bekannten Personen ins Buch legen. Ansonsten haben Sie immer die Möglichkeit einer Danksagung: die ist kurz und schmerzlos – und oft bedeutungsvoller als zwei Seiten Drumherumgerede.

Sofern der Auslöser, eine persönliche Erfahrung oder Motivation für das Buch relevant ist, hat es im Buch selbst Platz.

Das gilt auch für Belletristik. Auf literaturcafe.de gibt es einen schönen Artikel dazu, der hervorhebt, wie besonders schlecht die Idee ist, den Leser gleich zu Beginn zu langweilen: Das Vorwort tötet den Roman: Warum Autoren zum unnötigen Blabla neigen