Lesernutzen

Machen Sie den Lesernutzen möglichst früh klar

Was nützt der beste Text, wenn er nicht gelesen wird? Wann immer wir etwas veröffentlichen, müssen wir tausend Augen haben: Das Thema klug wählen, möglichst viel Mehrwert reinpacken, uns unserer Zielgruppe klar genug sein, die Struktur wählen, den Kontext beachten und und und – Aber das ist noch nicht alles!

  • Wir müssen auch die Aufmerksamkeit der Leser gewinnen,
  • darauf achten, dass wir uns nicht irrtümlich Leute wegfiltern, die den Text vorschnell als „nicht interessant“ abtun
  • und wir müssen idealerweise die Leser bis ganz zum Schluss bei der Stange halten (durch klugen Aufbau, flüssige Schreibe, verständliche Inhalte).

Heute knöpfen wir uns vor, was es heißt, Lesern möglichst früh klar zu machen, warum es sich lohnt, diesen Text zu lesen. Das bedeutet, dass Sie nicht nur klar machen, worum es geht, sondern auch gleich den Nutzen anreißen. Denn wenn man erkennt, das sich das Lesen lohnt, bleibt man natürlich auch eher dran.

Den Lesernutzen bereits in der Überschrift deutlich machen

Es ist kein Wunder, dass Überschriften wie „7 Tipps für …“ so beliebt sind. Die sind nicht nur eine gute Struktur- und Fokussier-Hilfe beim Schreiben, sondern kommen klipp + klar auf den Punkt, worum es geht. Das Nutzenversprechen ist ebenfalls inklusive.

Beispiel:

Den Lesernutzen im „Teaser“ ansprechen

Sie kennen die kurzen Anreißer-Texte in Artikeln. Vor allen Dingen im Internet wird viel damit gearbeitet. Ein Teaser (Wikipedia) macht neugierig zum Weiterlesen.

Besonders, wenn aus der Überschrift nicht eindeutig hervorgeht, worum es geht und was die Leser davon haben, ist es wichtig, den Nutzen im Teaser zu erwähnen.

Hier ein paar Beispiele aus meiner alten Website, da ich derzeit in meinen aktuellen Blogs nicht mit separaten Teaser-Texten arbeite:

  • Vorurteile und Klischees
    Jeder Mann ist technikbegabt und Frauen sind immer gleich am Heulen. Vorgefasste Meinungen umgeben uns nicht nur, sondern oft genug haben wir selbst welche verankert. Ganz schön problematisch. Denn Vorurteile und Klischees haben große Macht über unser Denken und Handeln …
  • Haben Sie noch Fragen?
    Während des Job-Interviews bekommt man als Bewerber die Möglichkeit, eigene Fragen zu stellen. Doch was fragt man denn am besten? Und was ist, wenn der Interviewer schon alles im Vorfeld beantwortet hat? …
  • Ausreden, Ausreden, Ausreden
    Ausreden, auch vor sich selbst, sind gute Warnsignale: Was möchten Sie vermeiden? Wovor haben Sie Schiss? Wozu haben Sie keine Lust? Nicht immer sind Ausreden harmlos, sie können einen auch ganz schön belasten – oder in die Irre führen …

Den Lesernutzen zu Beginn des Textes nennen

Das ist jetzt besonders für alle interessant, die einen Newsletter verschicken. Denn jeder kennt das „Ich habe einen Newsletter abonniert, lese ihn aber meistens nicht“-Syndrom. Oft ist es sinnvoll, die Überschrift besonders spannend zu machen, um die Leser zu überraschen, zum Lachen zu bringen oder neugierig zu machen: Was ist da bloß gemeint? Das muss ich lesen!

Dennoch ist es wichtig, dann relativ schnell zum Thema zu kommen. Denn wir möchten ja nicht die Zeit unserer Leser verschwenden, sondern sie sollen möglichst schnell begreifen, worum es geht. Zudem sichert das die Konzentration der Leser. Denn die soll natürlich bei unseren Inhalten sein und nicht dauernd durch ein „Worum geht es hier? Wo führt dieser Text nur hin?“ gestört werden. – Besonders, wenn eine Überschrift etwas kryptisch ist oder den Anschein erweckt, dass der Text ein bestimmtes Thema aufgreift, ist es wichtig, möglichst weit oben klarzustellen, worum es geht.

Zum Beispiel:

  • Ist Ihr Friseur krank oder warum erzählen Sie mir das?
    Das ist der Einstieg in diesen Text:
    Als Leser kratzt man sich mitunter heftig am Kopf und fragt sich: „Was will der Künstler mir damit sagen?“ Oder man steigt vorzeitig aus: „Das ist nichts für mich.“ Sehr viele Texte reden an Leser hin oder sogar an ihnen vorbei.10 typische Gründe dafür und wie einfach Sie sie vermeiden können:
  • Home-Office macht fett
    Das ist der Einstieg in diesen Text:
    Mich zumindest. Ich bin in den letzten zwölf Jahren schleichend schwerer geworden.Keine Sorge: Das wird kein Sport- und Ernährungsratgeber-Beitrag. Ich will trotzdem mal näher beleuchten, was das Home-Office genau damit zu tun hatte. Denn es ist ja nicht nur das Gewicht!Vielmehr geht es um eine wichtige Frage, die wir als EinzelunternehmerInnen im Fokus behalten müssen:
    – Wie gut halte ich mich selbst im Blick?
    – Wie gut kümmere ich mich?
    – Wie sehr erhalte ich mir Zufriedenheit, Leistungsfähigkeit und sorge für mein Selbstvertrauen?Und wie schnell steuere ich gegen, wenn ich merke, da geht etwas in meinem Business in eine ungute Richtung?
  • Mein verdammter Jeansknopf
    Das ist der Einstieg in diesen Text:
    Gestern fiel er mir wieder entgegen, der blöde Jeansknopf. „Mei“, sagen Sie jetzt vielleicht, „näh ihn halt wieder an!“Schrei ich: „ANNÄHEN! Ich habe diesen Scheißknopf jetzt in wenigen Wochen viermal neu angenäht!!!“Was ist da los? – Bin ich unfähig, einen Kopf anzunähen? Nein. Natürlich bin ich prinzipiell in der Lage, mit Faden und Nadel einen Knopf festzuzurren. Ganz offensichtlich aber habe ich die falsche Technik.Meiner Erfahrung nach gibt es drei häufige Gründe, warum wir nicht zum Erfolg kommen, nicht nur was Hosenknöpfe angeht.