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Buch-Interview: Natalie Schnack

Und wieder ist ein Buch von einem meiner „Schützlinge“ aus dem Buchkonzept-Workshop erschienen: Sichtbarkeits-Coach Natalie Schnack hat gleich zwei Bücher hintereinander geschrieben! Ich habe Natalie einige Fragen gestellt.

 

Du hast vor zwei Jahren den Buchkonzept-Workshop mitgemacht. Erzähl mal: Wie war das alles und wie kam es schließlich zum Buchvertrag?

Ein Buch schreiben. Wow! Ich? Das war ein absoluter Traum! Jeder von uns kennt sicher solche Träume, die einerseits gedanklich immer präsent sind und gleichzeitig dermaßen unrealistisch erscheinen, dass sie eigentlich nie umgesetzt werden. Das sind die, von denen man irgendwann mal sagt: Hätte ich bloß damals …

natalieschnackSo träumte ich vor mich hin, eines Tages ein Buch zu schreiben, hatte allerdings keine Vorstellung davon, wie man dabei vorgeht und eine richtig klare Idee hatte ich auch nicht. Dann las ich von deinem Workshop. Es dauerte ziemlich lange, bis ich mich endlich entschlossen habe, es tatsächlich anzupacken. Und dann meldete ich mich an, denn ich wollte es von Anfang an richtig machen.

Gleich am ersten Tag haben wir nicht eine, sondern zwei mögliche Buchideen herausgeschält. Eine davon haben wir dann im Workshop gemeinsam bearbeitet, das andere Konzept habe ich parallel fertiggestellt. So hatte ich am Ende des Workshops zwei fertige Buch-Konzepte.

Dann fing die Verlagssuche an. Du hattest viele sehr nützliche Hinweise dazu im Workshop gegeben, vor allem zu Recherche und dem Umgang mit den Verlagen.

Nach einer kurzen Recherchezeit reichte ich meine beiden Konzepte bei GABAL ein. Lange Zeit hörte ich nichts. Auf meine Nachfrage hin kam irgendwann die Absage. Da bin ich eingeknickt. Ich gab auf, zum Glück nur vorerst.

In deinem Workshop habe ich Petra Schuseil kennengelernt, die das Konzept zu ihrem ersten Buch erstellt hatte. Sie hatte auch gleich bei GABAL eingereicht und bekam einen Vertrag. Ihr Buch „Finde dein Lebenstempo“ erschien Anfang dieses Jahres. Das hat mich motiviert, weiterzumachen.

Ursprünglich habe ich „30 Minuten Selbstbehauptung“ nur auf Frauen bezogen. Das andere Konzept gefiel mir schon nach einer kurzen Zeit selbst nicht mehr. Deswegen habe ich überlegt, bei einem weiteren Workshop von dir mitzumachen, um eine neue Idee zu entwickeln. Doch wir haben uns entschieden es in Form der Einzelbegleitung zu machen. Das war im April 2012. So hatte ich ein weiteres Buchkonzept, das ich wieder bei GABAL einreichte. Und wieder kam eine Absage!

Diesmal gab ich nicht gleich auf, sondern recherchierte weitere Verlage, bei denen meine Idee gut ins Programm passte. Es kamen entweder Absagen oder gar keine Rückmeldungen.

Ich habe in dieser Zeit viel über Verlage gelernt und darüber, dass sie meist von Halbjahr zu Halbjahr planen und dementsprechend nur sehr wenige Buchideen annehmen. Ich hatte also mit meinem Traum wieder abgeschlossen.

Doch in der Nacht von 13. auf 14. September 2012 hatte ich eine Eingebung – ich weiß es so genau, weil ich am Vierzehnten 40 Jahre alt geworden bin – und habe das Konzept zu „30 Minuten Selbstbehauptung“ so geändert, dass es sich nicht mehr nur an Frauen richtete und habe es noch in dieser Nacht an die Programmleiterin von GABAL geschickt. Bereits ein paar Tage später schrieb sie mir, dass die zuständige Kollegin sich dazu bei mir melden würde. Am 29.09. hatte ich den Vertrag von GABAL.

 

Wann hast du den Vertrag unterschrieben und wie lange hattest du anschließend Zeit bis zur Manuskriptabgabe?

Ende September habe ich den Vertrag unterschrieben. Abgabetermin war der 1. Februar, also vier Monate.

 

Wie hast du dich beim Schreiben organisiert neben deinem normalen Alltag?

Ich hatte keine Vorstellung davon, welcher Aufwand dahinter steckt, ein ausgewogenes Buch zu schreiben. Mein Buch ist ja ein Pocketformat: Bei knapp 90 Seiten habe ich es mir recht locker vorgestellt. Schließlich wusste ich es ja alles aus dem Kopf.

Was soll ich sagen: Ich habe die Sache komplett unterschätzt! Gerade so ein kompaktes Buch ist kein Pappenstiel als Erstautorin. Denn einerseits muss man sehr knapp bleiben, trotzdem möglichst konkret und in die Tiefe gehen, damit kein oberflächliches Geplänkel ohne Nutzwert entsteht. Andererseits habe ich Schreibblockaden, Krankheiten und Unvorhergesehenes gar nicht einkalkuliert.

Da ich ein qualitativ hochwertiges Buch schreiben wollte, habe ich mich schließlich von dir beim Schreiben begleiten lassen. So haben wir beide kurz vor der Abgabe, die ich um zwei Wochen nach hinten verschieben konnte, einen strammen Endspurt hingelegt. Vielen Dank noch mal an dieser Stelle dafür!

 

Was fiel dir beim Schreiben leichter, was schwerer als gedacht?

Was ich nie dachte: Es fiel mir gar nicht leicht, das große Ganze im Blick zu behalten. Darum wusste ich teilweise nicht genau, was es noch braucht, um das Thema richtig griffig zu machen.

Als Fachfrau ist es wirklich nicht so ohne, in die „Schuhe“ des Lesers zu treten, der im Gegensatz zu mir keine Ahnung vom Thema hat. Insgesamt fand ich es eine wirkliche Herausforderung, das Projekt Buch zu bewältigen, zumal es zwischen den Feiertagen und Arbeit stattfand.

 

Du hast schon bevor das erste Buch erschienen ist an einem nächsten Konzept gearbeitet. Warum wolltest du direkt ein weiteres Buch schreiben?

Als Sichtbarkeits-Coach biete ich ja eine breitere Palette an: vom Selbstmarketing über „andere überzeugen“ und sich behaupten. Natürlich hat meine Zielgruppe genau damit oft so ihre Schwierigkeiten. Besonders die eher Ruhigeren, Abwartenden – darum kommen sie ja ins Sichtbarkeits-Coaching. Da ich selbst auch eher introvertiert bin, war meine zweite Buchidee „Sichtbarkeit der leisen Töne. Selbstmarketing für Selbstvermarktungs-Hasser“.

Ich wollte auch dieses Buch sehr gern bei GABAL schreiben, denn meine Idee passt meiner Meinung nach sehr gut ins Programm als Ergänzung zum „Leise Menschen – starke Wirkung“-Buch von Sylvia Löhken. Leider sah der Verlag das anders, darum habe ich es an andere Verlage geschickt.

Ende November, als ich gerade am „30 Minuten Selbstbehauptung“ geschrieben habe, meldete sich der humboldt Verlag bei mir und hat Interesse bekundet. Wir einigten uns darauf, dass ich erst das erste Buch zu Ende schreibe und wir vorerst im Gespräch bleiben.

Im Mai 2013 habe ich dann den Vertrag bei humboldt unterschrieben. Abgabe des Manuskriptes war für Ende September festgelegt. Jetzt ist das Manuskript fertig, der erste Lektoratslauf ist durch und das Buch erscheint Ende Februar 2014 unter dem Titel „Leise überzeugen. Mehr Präsenz für Introvertierte. Der Ratgeber für Alltag und Beruf“. In diesem sehr praxisbezogenen Buch geht es darum, wie Introvertierte sichtbar und präsent werden, ohne sich verändern zu müssen. Dabei wende ich die Regeln und Philosophie aus dem Improvisationstheater an.

 

Möchtest du noch was ergänzen?

Ich bewundere deine Fähigkeit, sofort die Struktur in einem Text zu sehen und das, was noch fehlt. Gerade beim zweiten Buch war ich sehr gefordert und du hast mir immer die Sicherheit vermittelt, dass ich es schaffen werde.

Ich habe vorerst genug vom Bücherschreiben. 😉 Denn so einen Gewaltakt wie zuletzt möchte ich mir nicht so bald wieder antun. Ich habe für mich gelernt, dass ich sehr viel Zeit und Freiraum brauche, um wirklich in Schreibfluss zu kommen. Meine Muse ist da sehr launisch. Ich habe ja auch genug zu tun mit meinen beiden Büchern – sie vermarkten, Pressearbeit machen, Vorträge halten. Das ist das, worauf ich mich ab jetzt konzentrieren möchte.

Allerdings sage ich nicht, dass ich es nie wieder tun würde.  So oder so: Sollte es noch mal der Fall sein, dann weiß ich, dass ich es mit deiner Unterstützung tun würde!

selbstbehauptungcover 

 

30 Minuten Selbstbehauptung

Natalie Schnack
GABAL Verlag
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9 Kommentare

  1. Hallo Natalie, super! 2 Bücher auf einen Streich. Das nenne ich eine Leistung. Da hätte ich jetzt auch erstmal die Nase voll und würde mich auf die Vermarktung konzentrieren. Ich weiß was Du geleistet hast bzw. weiß ich es nicht, denn ich habe NUR ein Buch geschrieben. Aber das hat es schon in sich, wenn man eben ein wirklich GUTES inspirierendes Buch vorlegen will. Ich stimme Dir zu, Gitte gibt alles, damit es wahr wird.

    Gut gemacht!

    Danke fürs Erwähnen meines Lebenstempo-Buches … der Gabal-Verlag ist zufrieden mit dem Absatz meines Buches. Wir stricken gerade an einem zweiten Werk.

    Viel Erfolg mit dem ersten und dem neuen Buch.

    Liebe Grüße

  2. Chapeau, liebe Natalie! Zwei Bücher in so kurzer Zeit – das ist wirklich eine großartige Leistung. Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg mit Deinen beiden Werken. Das erste habe ich schon gelesen und kann nur sagen: Daumen hoch!
    Herzliche Grüße,
    Andrea

  3. Liebe Petra,

    vielen Dank! Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg weiterhin mit Deinem ganz wunderbaren Buch zum Lebenstempo und bin sehr gespannt darauf, was Du Neues zauberst 🙂

    Herzliche Grüße
    Natalie

  4. Hallo Natalie und Gitte,

    super, ich freue mich über eure Erfolge!!
    Natalie, so schnell zwei Bücher schreiben nacheinander, das ist nicht einfach. Ich habe ja zwei Ratgeber für den Cornelsen Verlag 2011 geschrieben und weiß wovon ich rede 😉

    Bin übrigens als halb Extro- und halb Introvertierte schon sehr gespannt auf Dein neues Buch… 🙂

    Alles Gute und herzliche Grüße
    Silke

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