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Schreiben Sie so, dass sich der Empfänger besser fühlt

Das klingt jetzt etwas kantig, aber ich meine es so: Wir haben ständig schriftlich miteinander zu tun – per E-Mail, auf Social Media-Plattformen oder auch per Schneckenpost. Doch was wäre, wenn wir bei allem, was wir so verschicken, speziell darauf achten, dass sich der Empfänger durch das Lesen besser fühlt?

Ich meine nicht einfach (nur) Dankesbriefe oder Komplimente, sondern ich meine die ganz normale Alltagskorrespondenz. Manche Leute machen das automatisch … und viele davon schreiben glücklicherweise mir, denn ich kann gar nicht zählen, wie oft ich schallend lachend vor einer E-Mail sitze, weil ein witziger Nebensatz mein Zwerchfell attackiert oder ich mich tierisch mitfreue, wenn mir jemand stolz sagt „Hey Gitte, wegen dir habe ich … schau mal!“

Es geht also nicht darum, explizites Lob zu verschicken und vor allem nicht darum, das jetzt als To-Do zu verstehen, das es abzuhaken gilt, sondern dass Sie sich überlegen, wie Sie dem Empfänger zu Ihrem ganz normalen Anliegen etwas Gutes tun können.

Zum Beispiel so,

  • dass sich beim Empfänger die Mundwinkel zu den Ohren ziehen
  • … oder ihm das Herz aufgeht
  • dass er ein schriftliches Blümchen für etwas bekommt
  • … oder 10 cm größer wird
  • dass er gerade dank Ihnen eine Handbremse in den hektischen Tag reinhaut
  • … oder sich auf etwas vorfreuen kann

Denken Sie auch an spontane Hallo-Anstupser. Wie oft fällt uns was Lustiges aus der Vergangenheit ein, eines von diesen Weißt-du-noch-Sachen, wo man gemeinsam den Kopf schüttelt oder einen schmachtenden Nostalgieanfall bekommt.

Eine Freundin von mir hat lauter uralte Mails von mir aufgehoben aus der Zeit, wo wir noch zusammen angestellt waren. Da kommt dann plötzlich ohne großen Kommentar sowas wie „2 Caramac + 1 Härter = kein Caramac“.

Oder mein bester Freund aus der Kindheit, von dem ich lange nichts gehört hatte, der mir letztes Jahr mal einen Retro-Aufkleber von „Grünofant“ per Post geschickt hat, weil er ihm in die Hände gefallen ist und wir das Eis so geliebt haben früher.

Aber es geht auch einfach um Kleinigkeiten: Kürzlich saß ich hier im Regen und eine liebe Kundin hat nicht nur erzählt, dass bei ihr in Berlin Schnee liegt, sondern mir kurzerhand ein Beweisfoto aus ihrem Fenster geschossen: Da kam so richtig Weihnachtsfeeling auf. :mrgreen:

Oder wenn jemand einen lustigen Vertipper eben nicht korrigiert, sondern ihn drin lässt oder dazu schreibt „Haha, jetzt hätt ich fast X geschrieben“. Besonders auch Versprecher oder Missgeschicke sind total sympathisch. Erst gestern haben wir uns im Workshop totgelacht, weil ich in einem Video davon spreche, dass „der Salat noch am Baum dran ist“. Klar hab ich das beim Editieren gemerkt und klar hätte ich es bereinigen können, doch dann gäbs viel weniger zu lachen!

Denken Sie an den persönlichen Touch in Briefen oder einen netten Gruß auf der Banküberweisung, der einem die dämliche Buchhaltung versüßt. Manchmal sind die sonst so grauen Abwesenheitsassistenten so charmant formuliert, dass sie einem die Mundwinkel nach oben ziehen.

Gelegenheiten sind überall! Haben Sie einfach selbst jede Menge Spaß dran, dem Empfänger ganz nebenbei was Gutes zu tun.