Selbstdarstellung

Kümmer dich immer erst ums Was!

Ihr kennt diese zwei Empfehlungen, die ich immer wieder betone:

– Bevor Ihr das erste Wort schreibt, immer konzipieren.
– Formulieren stört das Konzipieren.

Wenn Ihr einen Business-Relaunch oder eine Website plant, einen Newsletter, einen Flyer, ein Seminar, ein Buch oder was auch immer, dann ist es GIFT, wenn Ihr sofort mit dem Schreiben loslegt.

Denn das wird planlos und noch viel schlimmer: Es fehlt meistens die Substanz.

… weil: Das Wie rückt in den Vordergrund

Du hast immer deinen Expertenkopf auf. Entweder du bist dir sicher, dass du startklar bist:

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Oder du bist ganz hyper von einer Idee oder dass du gerade dein Business umbaust oder die Website neu machst und kannst es gar nicht erwarten, loszulegen:

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Oder du bist nicht ganz sicher und denkst, dass die richtige Vorgehensweise, dich zu sortieren, darin besteht, dass du es jetzt einfach MACHST. Das ist die gleiche Taktik wie bei „Ich hab da eine Idee für einen Artikel, der entwickelt sich dann schon im Schreiben“:

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Doch egal, in welchem „Zustand“ du gerade bist:

Das, was du irgendwie so IM KOPF hast, reicht nicht aus, um anzufangen.

Denn in unseren Köpfen sind die Dinge äußerst vage vorhanden, sogar wenn sie uns klar erscheinen.

Geh immer davon aus, dass „im Kopf haben“ keine Basis ist, um sofort mit dem Schreiben anzufangen. Du kannst hier übrigens nur gewinnen: Denn, wenn du tatsächlich sämtliche wichtigen Fakten, Entscheidungen und Details bestens sortiert im Kopf hast, dann sind sie mal eben kurz zu Papier gebracht.

Du wirst dein blaues Wunder erleben, wie schnell du ins Schleudern kommst, weil die Dinge doch nicht so klar sind! Oder noch nicht strukturiert. Oder du beim Zusammenstellen merkst: Oha, hier hab ich noch einige Unbekannte drin und da gilt es noch ein paar Entscheidungen zu treffen, die einen Domino-Effekt auslösen.

Wenn du schlau bist, gibst du der Konzeptionsphase viel mehr Gewicht.

Das bedeutet: Du wirst dir über deine Ziele und konkreten Inhalte klar (das WAS), bevor du anfangen kannst, es zu sortieren und in überzeugende Texte zu verpacken (das WIE).

Der zweite Grund: Du driftest in alte Trampelpfade ab

Wenn du noch nicht überzeugt bist, dann hab ich einen weiteren triftigen Grund: Jeder von uns hat bestimmte Vorstellungen, wie man etwas macht, also wie etwas für gewöhnlich aussieht und wie man es so angeht.

Gerade bei der Selbstdarstellung oder bei Projekten, die du gerne mal etwas anders hättest, ist die Konzeptionsphase enorm wichtig, damit du

  • neue Muster erkennst
  • dir wesentlicher Kern-Inhalte und –Wörter bewusst wirst
  • rote Fäden siehst.

Genau das ist meine Rolle im Ideen-Ping-Pong. Ich pfeife meine Kunden zurück, sag „guck mal hier und hier springt mich was an“ oder „das und das sind offenbar wesentliche Kernaussagen, an denen muss die ganze Chose aufgehängt werden“.

Das verändert ALLES.

Wenn du aber gleich lospreschst mit dem Schreiben, machst du das Übliche, was du immer tust oder woanders gesehen hast.

Das gilt übrigens für uns alle. Selbst die allergrößten, versiertesten, im Kopf aufgeräumtesten, vielseitigsten Profis verpassen was, wenn sie von „im Kopf“ zum Losschreiben drängeln.

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Bring immer erst die nackten Tatsachen auf den Punkt.

Nix formulieren.

Nix auf Zielgruppe fokussiert schmackhaft machen.

Die Konzeption ist IMMER FÜR DICH SELBST DA.

  • Was plane ich da?
  • Was will ich/was nicht mehr?
  • Für wen genau?
  • Was soll das Buch/die Website/mein Firmendach o. Ä. KONKRET erreichen?
  • Was habe/brauche ich an genauen Inhalten?
  • Was für ein Format/was steht mir an Platz zur Verfügung?

Achtung: Das sind jetzt allgemeine Fragen, die beispielhaft die Richtung anzeigen sollen. Natürlich heißt es, immer konkret auf das aktuelle Projekt ebenso spezifische Fragen und sämtliche Antworten übersichtlich + aussagekräftig zusammenstellen.

Dann hast du einen Überblick.

In dieser Phase bist du ganz offen. Du sammelst, sortierst, entwickelst weiter.

Mal ein Beispiel. Ich habe zur Zeit einige Kunden, bei denen es um eine Fokussierung im Business geht – bei einigen ist es ein Firmendach, um mal das Business klar zusammenzuzurren und Bauchladen zu vermeiden. Bei anderen ist es ein stärkeres Positionieren auf Kern-Leidenschaften und –Stärken. Da tun sich einige schon schwer, überhaupt mal zu sagen, was sie für eine Berufsbezeichnung haben und was man denn jetzt genau für Leistungen kaufen kann. Das sind die absoluten Basics!

Wenn dieses WAS nicht da ist, kannst du kein ordentliches WIE draus machen.

Stehen die nackten Fakten da, gibt’s die nötigen Entscheidungen, damit du dich für das aktuelle Projekt wirklich klar ausrichten kannst.

Erst jetzt geht’s ans Schreiben des Entwurfs.