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Wie aussagekräftig sind deine Blog-Orientierungspunkte?

Wenn jemand zum ersten Mal auf dein Blog geht, schaut er sich kurz mal um. Betonung liegt auf „kurz mal“, denn der Durchschnittsvorbeikommer wühlt sich nicht durch sämtliche Details.

Darum gibts bei Blogs einige wesentliche Orientierungspunkte. Das sind die Stellen, die gleich ins Auge fallen.

Du musst nicht sämtliche Orientierungspunkte nutzen. Doch die, die du nutzt, sollten jeder für sich aussagekräftige Informationen geben, die insgesamt so viel wie möglich über dein Blog aussagen.

  • Dann wissen Interessenten gleich, was sie bei dir bekommen.
  • Du machst sie neugierig, näher zu schauen.
  • Und sie kommen eher wieder.

blogorientierung

Der Header deiner Website bzw. des Blogs

Bei den meisten Business-Websites ist das Blog mittlerweile integriert, was die einzig sinnvolle Lösung ist. Doch die Crux dabei ist, dass der reguläre Header, also der „Kopf“ deiner Website, nicht unbedingt aussagekräftig ist.

Ich denke da an die vielen Dienstleister, die ihren Namen und „Coaching. Training. Beratung.“ drunterstehen haben. Das kann natürlich alles sein. Oder irgendwelche nebligen Slogans, die sich gut anhören, aber trotzdem nicht verraten, was es auf dieser Seite denn nun gibt.

Abgesehen davon, dass das für jede Business-Website eh ein Problem ist, ist es fürs Blog noch ein anderer Pferdefuß: Denn selbst wenn im Header goldrichtig steht, wer du bist und was du machst, so sagt das nicht unbedingt aus, worüber es in deinem Blog geht.

Erst recht nicht, wenn du zu einem Teilaspekt deines Fachs bloggst. Wenn also die Therapeutin ein Anti-Stress-Blog schreibt, im Header aber nur Psychotherapie steht, dann kann ich nicht erkennen, dass es im Blog speziell um Stress geht.

➡ Je nachdem, wie du auf deiner Seite den Header nutzt, brauchst du eine zusätzliche Blogbezeichnung oder eine Intro.

Die Blog-Bezeichnung

Du kannst deinem Blog jederzeit eine griffige Bezeichnung geben: Das Konflikte-Blog – 1001 Präsentierkniffe – Wochentipps für Führungskräfte – Mein Blog für alle, die keine Lust mehr auf Probleme haben

Wo die Bezeichnung steht, also ob im Header oder Seitenbalken, richtet sich nach deinem Design. Denk nur dran, dass bei den responsive Themes, die sich an verschiedene Displaygrößen anpassen, der Seitenbalken oft woanders hinwandert. Du kannst dir deine Website zum Beispiel auf dem Simple Media Queries Tester von Frank Bültge anschauen. Da siehst du, was sich verändert. Kann sein, dass dich der Schlag trifft. Das ist wichtig, denn wenn man was nicht lesen kann oder es grausig ausschaut, ist Handlung geboten!

Bei den unterschiedlichen Bildschirmdarstellungen gibt’s meistens irgendwelche Kompromisse. Darum ist es gut, wenn du für dein Blog festlegst:

  • Welche Orientierungspunkte habe ich? Was könnte und will ich nutzen?
  • Und was davon sehen die Leute sofort oder zumindest nach minimalem Scrollen? Auch bei den kleinsten Displays muss genug an Aussagekraft übrig bleiben, damit man erkennt, worums prinzipiell geht.

Übrigens ist so eine knackige, aussagekräftige Blogbezeichnung auch eine gute Übung für dich, wenn du sie nicht auf die Seite stellst. Ganz vielen Blogs fehlt so eine klare Ausrichtung vollkommen: Die werden dann schnell zum Gießkannenprinzip, was Artikel, Inhalte und Zielgruppen angeht. Die Folge: Kraut und Rüben – nicht nur für die LeserInnen, sondern genauso für dich selbst.

Die Intro oder/und deine Kurzbio

Ein paar Zeilen zum Blog oder zu dir – am besten mit Foto, wenn es nicht im Header ist – ist eine weitere gute Möglichkeit, dich den Besuchern persönlich zu zeigen.

Das Persönliche, also DICH hinter deinen Beiträgen (und Leistungen!) zu erkennen, ist das Allerwichtigste, das leider so oft verschenkt wird. Selbst wenn es einen Paarzeiler zum Blog gibt, ist das oft irgendwie leblos dahingesagt oder viel zu umständlich und hölzern.

Das meine ich nicht gemein, sondern ich staune immer, wie lebendige, nette, engagierte Leute sich derart neutral „zudecken“.

➡ Auch das ist übrigens eine coole Übung. Selbst wenn du dich gegen so eine Kurzintro entscheidest: Machs für dich, und zwar nicht nur aussagekräftig, sondern so nah an dir selbst dran, dass du dich wiedererkennst. Und dass man spüren kann, warum du bloggst. Leidenschaft klingt anders als Aufklärenwollen klingt anders als heiliger Zorn klingt anders als liebevoll bei Verhaltensänderungen unterstützen. Irgendeine Form von starkem Antrieb hast du beim Bloggen … oder solltest ihn haben, sonst geht dir bald die Luft aus. Wär doch schade!

Die Blog-Kategorien

Jetzt kommen wir zum Allerwichtigsten, wo sich die meisten die größten Eier legen: Die Kategorien!

Die sind gerne mal:

  • viel zu viele, also ganze Latten an Kategorien, wo kaum was drin ist und man es gar nicht schafft, auf einen Blick zu raffen, worum es hier geht. Ganz zu schweigen davon, dass du selbst es nicht schaffst, Dutzende von Kategorien regelmäßig zu bestücken. Gerade, wenn du frisch mit dem Bloggen anfängst oder nur wenige Inhalte hast: Zurr die Kategorien zusammen! Wenn du später viele Inhalte hast, kannst du es immer noch sinnvoll splitten.
  • oder das andere Extrem: Es gibt viel zu wenige, schwammige Riesenkategorien, wo alles reingewurschtet ist.
  • nicht konkret benannt: Von blumigem Drumrumgerede zu „Sonstiges“-Rubriken ist alles dabei.
  • nicht im Blickwinkel der Leute! Entweder die Kategorien sind überhaupt nicht angezeigt oder aber sie werden ganz weit runter in den Seitenbalken gepackt. Apropos Seitenbalken: Die sind oft derart unnötig überfrachtet. Weniger ist mehr!

Je nach Design hast du die Kategorien oben quer, wie ich. Doch wenn du sie im Seitenbalken hast, dann rück sie weiter nach oben – und miste kräftig aus. Erst recht, wenn du ein Design hast, das zwei oder drei Seitenbalken hat!

Man muss nicht alles nutzen, nur weil es vorgesehen ist. Entzerr den Leuten das Blickfeld und triff eine klare Auswahl wesentlicher Standards. Das, was elementar ist, weiter hoch. Wenn dann noch übersichtlich Platz ist, kannst du freie Plätze ja flexibel nutzen und immer wieder variieren.

Ach, und: Findet man dein Blog überhaupt?

… oder hast du es unter einem kryptischen Navigationspunkt oder irgendwo in einem überfrachteten Seitenbalken versteckt? Ich sehe irre oft „News“ oder „Neues“ und dann verbirgt sich zu meinem Erstaunen ein Blog dahinter. Das ist aber was völlig anderes! Bei News erwartet man vereinzelte Berichte, wenn es grad was gibt. Oft ist das Eigenwerbung, also ein neuer Termin o. Ä.

Die beste Devise im Netz ist: Was drauf steht, ist drin! Bei „Blog“ wissen Besucher: Oha, hier gibts viele Inhalte für mich, da guck ich.