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Leser-Übungen nachgemacht (1): Stimmtipp von Gerlinde

Ende September habe ich euch aufgefordert, mir Eure kurzen Übungen zu schicken. „Ich machs vor der Kamera“ – und dann sehen wir an praktischen Beispielen, wie anspruchsvoll es ist, Anleitungen zu schreiben. Verständlich und eindeutig zu sein ist das eine – die Leser überhaupt ins Tun zu bringen das andere! Beides gar nicht so einfach …

Zum Auftakt mache ich eine Stimmübung von Gerlinde.

*

Erstmal herzlichen Dank an Gerlinde, dass du mir erlaubt hast, deine Übung zu machen + wir zusammen lernen dürfen. Ich freue mich schon auf dein Troubleshooting. 🙂

Mehr zu Gerlinde gibts auf ihrer Website: dr-gerlinde-lamprecht.de

7 Kommentare

  1. Ich habe das bewusst „gemacht“. Bei ff nach innen gezogen, bei t nach außen gestoßen …. ich hab den Bauch bewusst bewegt …

    Gerlinde?!!!!

    Liebe Grüße
    Sylvia

  2. Also bei mir klappt es wunderbar, da geht der Bauch automatisch nach innen. Vielleicht, weil ich solche Übungen kenne aus Logotherapie, Stimmschulung und Yoga-Atemübungen etc.
    Noch zu Gitte: bei meiner Anleitung, die ich dir geschickt habe, habe ich mich auch auf die reine Beschreibung beschränkt und alles andere, was da normalerweise noch dabei steht über Zielvubd Wirkung der Übung, habe ich für dich weggelassen. ( weil du das hier anmerkst).

  3. Gitte Härter sagt

    … dankeschön Sylvia und Zamyat: Ich finde das super, dass Ihr es direkt selbst ausprobiert habt – und erzählt, wie es bei Euch ist.

    Denn genau DAS ist die Herausforderung beim Schreiben: Alle LeserInnen sind unterschiedlich – und wenn wir alleine das für die Übung ja relevante „Bauch rein, Bauch raus“ hier anschauen, dann haben wir schon drei Varianten – bei Zamyat klappts auf Anhieb; bei mir geht nix rein, aber raus und Sylvia hats bewusst gemacht.

    Großartig! Das ist sehr hilfreich für Gerlinde, und ich bin auch schon gespannt, wie ein Flitzebogen.

    PS: Alles klar, Zamyat. 🙂 Wenn das Wetter weiterhin schön bleibt, komm ich diese Woche noch zu dir und Silkes Übung, sonst gleich nächste Woche.

  4. Bei mir ging es so halbautomatisch nach Innen: Da ich wusste, dass es nach Innen gehen sollte, habe ich das F gleich so ausgesprochen, dass die Bauchmuskeln nach Innen ziehen.

    Ich kann das F aber auch so aussprechen, dass die Bauchmuskeln nach unten ziehen und nix nach Innen geht.

    Vielleicht hängt das also damit zusammen, wie man das F richtig ausspricht? Soll es vielleicht immer so ausgesprochen werden, dass der Bauch dabei nach Innen zieht?

    Viele Grüße
    Sven

  5. Bei mir ist es ähnlich wie bei Zamyat: ich kenne solche ffffttt… Übungen aus logopädischen Sitzungen 😉 Da wurde mir zusätzlich immer gesagt, vorher richtig tief einatmen und dann die Atemluft auf ffffffffttt wieder rauslassen. Dabei werden die Stimmbänder aufgewärmt, der Körper entspannt sich, die Stimme sozusagen geölt. Und, nochwas? weiß es nimmer mehr. Vielleicht ist diese Übung anders gedacht.

    Wenn ich mich nur an die obige Anleitung halte, bewegt sich mein Bauch nicht sonderlich.

    Grüße
    Silke
    P.S.: Bin schon sehr gespannt, wie meine Anleitung ankommt (oute mich jetzt mal)

  6. Hallo in die Runde!
    Herzlichen DANK für Euer Ausprobieren und die Rückmeldungen. Das ist sehr spannend und wertvoll für mich.
    Für mich ist ja vieles ganz klar und selbstverständlich und normalerweise mache ich die Übungen ja vor, da ergibt sich vieles von selbst und ich kann direkt darauf eingehen, wenn es nicht so klappt.
    Also, ich versuche mal zu ergänzen:
    Am besten ist die Übung im Sitzen zu machen (geht auch im Stehen – nicht im liegen)
    NICHT vorher bewusst einatmen (sonst zieht man in der Regel zuviel Luft in den Brustkorb und da wollen wir nicht hin). Gitte ich meinte, das bei dir gesehen zu haben??
    Das ft ist ein kräftiger Impuls – und am Anfang muss man da ev. bewusst nach innen DENKEN. Nach innen = ich atme aus.
    Das ist natürlich nur ein kleiner Impuls, aber sollte in der Übung schon spürbar sein.
    Der Bauch sollte von alleine wieder nach außen gehen – wenn ich die kleine Spannung in der Bauchdecke und beim t wieder LOSLASSE = neue Luft strömt von alleine wieder ein.
    Das ganze 5x – reicht.
    WARUM? Diese Übung schafft eine Anregung für das Zwerchell. Zunächst nur mit der Luft. Das gleiche geschieht, wenn wir sprechen – also die Stimme mit dazunehmen. Sprechen mit bewusster Unterstützung durch das Zwerchfell entlastet die Stimmbänder.

    Das Problem ist, dass ich das so ausführlich bei meinem Stimmtipp nicht schreiben will – aber ich werde mehr darauf aufpassen, wo vielleicht die Schwierigkeiten sein können und darauf hinweisen.
    Und auf jeden Fall die Leser ermutigen, sich zu melden, wenn es nicht so klappt, wie ich das beschreibe. Wäre ja auch schön, wenn dann eine Interaktion zu stande käme.
    Wer mehr lesen, ausprobieren und rückmelden möchte:
    http://www.facebook.com/drgerlindelamprecht

    • Gitte Härter sagt

      Huhu Gerlinde, guten Morgen,

      danke dir fürs Ausprobierenlassen und deine ausführliche Antwort. Genau was du hier sagst, ist das, was das Schreiben so anspruchvoll macht:

      >>Für mich ist ja vieles ganz klar und selbstverständlich
      >>und normalerweise mache ich die Übungen ja vor,
      >>da ergibt sich vieles von selbst und ich kann direkt
      >>darauf eingehen, wenn es nicht so klappt.

      Bei den allermeisten schriftlichen Anleitungen für Übungen gibt es so viele Details, die man selbst nicht auf den Schirm hat oder auf die man im Leben nicht kommt (wie zum Beispiel bei der Entspannungsübung von Sandra, die deshalb an meinem Ende nicht auf Anhieb geklappt hat, weil ich mich einfach anders hingesetzt habe).

      Genau darum ist es so super, dass Ihr Euch getraut habt, uns Eure Übungen zu zeigen. Toll! 🙂

      Wie spannend, dass Sylvia, Zamyat, Sven und Silke gleich noch beim Ausprobieren ganz andere Dinge schildern. Das ist eine schöne Bandbreite, womit Leser sich oft rumschlagen – und dann eine Übung nicht mehr machen, weil sie nicht sicher sind oder sie machen, aber falsch.

      Genau da sind wir als Autoren extra gefordert.

      Es ist eh super, dass du so kurze Stimmtipps gibst, denn das ist nicht nur ein toller Service für deine LeserInnen, sondern es gibt dir auch die Regelmäßigkeit + fordert dich, kurz und knackig das Wesentliche zu sagen. Denn das ist die gute Nachricht: Viele und eindeutige Informationen zu geben bedeutet gar nicht, einen Roman schreiben zu müssen. Womit wir wieder beim Plankton sind. – Die Übung muss kein und klar genug sein + dann heißt es, auf wenig Platz das Wichtigste zu sagen. Inklusive der wichtigsten Details, damit mir möglichst sicherstellen, dass Leser das tun, was sie sollen.

      … das ist übrigens bei allen Texten wichtig (das sag ich jetzt für alle, die noch mitlesen). Immer dann, wenn Leser was tun sollen, auch wenn sie „nur“ angeregt werden, etwas für sich zu reflektieren oder in einem Gespräch mal dies und das zu beachten, müssen wir möglichst viel sicherstellen, dass die das auch auf die richtige Art tun. „Übung“ ist also nie nur eine Körperübung o. Ä.

      Herzliche Grüße
      Gitte

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