Schreibfluss

Manchmal geht das Schreiben nicht

Jedes Blog lebt von der Regelmäßigkeit. Gerade hier haben viele früher oder später so ihre Schwierigkeiten. Manche so früh, dass sie sich gar nicht trauen, mit dem Bloggen anzufangen, obwohl sie gerne möchten. Alle anderen kennen es, dass immer mal ein Durchhänger kommt.

Es fällt einem partout nichts ein oder das Gefühl meldet sich, alles gesagt zu haben. Doch abgesehen davon, dass die Inspiration fehlt, gibt es ganz handfeste andere Gründe, warum das Schreiben manchmal nur stockend geht – oder eben gar nicht:

… Gefühle drängen sich in den Vordergrund

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Das müssen gar nicht mal negative Gefühle wie Ärger oder Frust sein. Auch wenn wir uns über etwas besonders freuen oder verliebt sind, haben wir buchstäblich anderes im Kopf. In manchen Fällen lassen sich die Gefühle kanalisieren und man bekommt dadurch Rückenwind, doch oftmals sind wir einfach gerade von ihnen beherrscht. Dann fällt es schwer, sich zu konzentrieren.

… du hast keine Ruhe

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Wenn wir zu viel um die Ohren haben, fällt das Schreiben schwerer. Hier gibts natürlich die berühmten Ausnahmen von der Regel: Manchmal bekommt man einen Produktionsflash, doch für viele ist es störend, wenn zu viel im Genick sitzt oder sie ständig rausgerissen werden. Hier ist das Konzipieren übrigens von großer Hilfe, weil du dann deine Texte durcheinander – in kleinen Häppchen – schreiben kannst!

… dir fehlt was, um den Text zu schreiben.

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Nein, ich meine keine Recherche. Für normale Blogtexte aus deinem eigenen Fach ist es in der Regel überhaupt nicht nötig, großartig zu recherchieren. Doch natürlich ist das Schreiben eine Fähigkeit wie alle anderen: Es kann sein, dass du das Thema noch nicht zu fassen kriegst, du vorschnell losgeschrieben hast oder dass du dir eine bestimmte Art von Text oder einen Stil vorstellst, das aber nicht hinbekommst. Warum im Kopf immer irgendwie alles besser ist.

… Tagesform

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Nicht jeden Tag ist man in Schreiblaune. Vielleicht hast du keinen Bock – auf nichts oder nur aufs Schreiben gerade nicht. Oder du bist nicht gut drauf, irgendwie zerstreut oder brütest was aus. Mir geht es manchmal so, dass ich total Lust aufs Schreiben habe, aber der Gedanke daran, das dann noch ins Blog einzubauen und zu formatieren und Bilder zu malen und dann den Newsletter fertigmachen … all diese Drumherumarbeit … macht mich so gar nicht an.

Hab doch mal Verständnis!

Ihr wisst ja: Mir geht es um ein stabiles Schreib-Fundament, zu dem neben Schreibfähigkeiten grundlegende Autorenqualitäten gehören. Unter anderem eine verständnisvolle Nachsicht.

Das scheint sowas von selbstverständlich, und doch bekomme ich es bei meinen Kunden und in Kommentaren immer wieder mit:

Ungeduld und Brechstangenverhalten, die beim Schreiben so gar nicht helfen, sondern alles nur noch schlimmer machen.

Spult man frustig ein Pflichtprogramm ab oder zwingt sich sogar dazu, nimmt man sich nicht nur die Schreibfreude, sondern es kommt selten ein gscheiter Text raus. – Doppelt Kacke!

Dann doch lieber mal aussetzen, wie ich das ja auch hin und wieder mache. Oder Tapetenwechsel. Ich sitze gerade im Coffeeshop, weil ich zu Hause so gar nicht schreiblustig war und gedacht habe „Jetzt gehste mal nach draußen und schaust, ob du da magst“. Und siehe da: Ich mag.

Milchkaffeeundnetbook

Seien wir mal realistisch: So ein Auf und Ab kennen wir von allen anderen Lebensbereichen doch genauso. Wenn ich drandenke, wie stark das bei mir immer in der Sportstunde geschwankt hat. Da gabs Stunden, da war ich so voller Energie, dass ich mich extra angestrengt habe, viel stärker und ausdauernder war – aber ich konnte es weder erklären, warum, noch konnte ich es das nächste Mal sicher reproduzieren. Dann gabs wieder Stunden, da war mir alles sowas von anstrengend und es ging schon irgendwie, aber so richtig Spaß hats nicht gemacht. Beim nächsten Mal dann …

So ist das Leben!

Klar: Wenn wir etwas beherrschen, können wir kleine Durchhänger abfangen. Wenn du geübt bist, dich auf dein Handwerk verlassen kannst und genügend Helfer-Schreibwerkzeuge kennst, dann ist es kein Problem, jederzeit flott was Gutes runterzuhacken, wenns denn sein muss. Das ist der Vorteil, wenn man sich wirklich um seine Schreibfähigkeiten kümmert und nicht einfach immer so vor sich hinschreibt.

Doch unterm Strich ist meine Message: Wir sind keine Roboter! Wer regelmäßig schreibt, sollte nett zu sich sein und akzeptieren, dass es manchmal eben nicht läuft.

Na und?

Dann sei nett mit dir, schau, ob du später magst oder ob du dir irgendwie die Lust zurückholen kannst (zum Beispiel durch ein besonders spannendes Thema oder eine für dich neue Artikelform – vielleicht zur Abwechslung mal ein Formular?). Und wenn nicht, lass es bleiben. Mach morgen oder nächste Woche. Oder kündige einfach mal eine paarwöchige Blogpause an.