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Pack dein Thema mal anders an!

„Ich will vielseitiger schreiben“, „Meine Texte sollen unterhaltsamer werden“, „Ich habe keine Luuuuust zum Bloggen“ … Eine ganz simple Sache, die Betten beim Schreiben mal wieder aufzuschütteln, ist, das Thema anders anzugehen.

Da gibt’s jede Menge Möglichkeiten, und die beruhen alle auf drei Stellschrauben, die du alleine oder in Kombination nutzen kannst.

  • Den Plankton-Arbeitstitel wirklich nutzen!
  • Die Artikel-Form variieren.
  • Den Blickwinkel zum Thema verändern.

Den Plankton-Arbeitstitel wirklich nutzen!

Ich führe jetzt nicht weiter aus, warum die Überschrift erst einmal für DICH da ist, denn das ist alles schon erklärt – ergänzend in diesem und diesem Video.

Wenn du einen guten Plankton-Arbeitstitel hast, sorgst du nicht nur für die nötige Aussagekraft [die vorläufige Überschrift muss ganz genau festlegen, worauf dein Text rausläuft!], sondern du kannst deinem Text schon beim Formulieren bereits einen speziellen Dreh geben.

Stell dir vor, eine Einzelhandelstrainerin schreibt ein Blog für ihre Kunden und jetzt will sie das Thema „Lebensmittelhandschuhe“ aufgreifen. Ich mach mal fünf verschiedene Plankton-Arbeitstitel:

  • „Lebensmittelhandschuhe ja – doch in meinem Arbeitsalltag sind die einfach hinderlich!“ – wo die Theorie mit der Praxis clasht
  • 5 oft unbemerkte Gewohnheiten, die Sie vergessen lassen, dass und warum Sie Lebensmittelhandschuhe überhaupt tragen – und wie Sie das verhindern
  • Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um Lebensmittelhandschuhe
  • Pro und Contra Lebensmittelhandschuhe – Aus Sicht der Kunden
  • Leider auch für mich Kundenrealität: „Bäh! Ich könnte mich regelmäßig übergeben, wenn ich sehe, wie die Leute mit ihren Lebensmittelhandschuhen putzen, mit Geld hantieren und sich die Nase abwischen“

Da siehst du schon, dass sich in diesen fünf schnellen Beispiel-Überschriften ganz unterschiedliche Texte verbergen – und wie einfach unsere Einzelhandelstrainerin sich für eine Variante entscheiden kann, die sie bisher selten oder noch nie gewählt hat. Also zum Beispiel mal die Kundensicht einnehmen und sagen „Igitt! Schaut mal, was ich als Kundin ständig erlebe.“

Die Artikel-Form variieren.

Die meisten von uns haben Standards, wie sie ihre Texte schreiben. Das ist gut so! Es ist bewährt, es gibt ein gewisses Maß an Automatismus – und so eine Routine macht unterm Strich schneller. Nicht immer ist es inhaltlich vorteilhaft, weil man sich beim immer gleichen Artikel-Typ nicht mehr fordert. Oder es ist von Haus aus ein Format, das zu wenig Nutzen enthält, dann kann es sein, dass dir das gar nicht mehr auffällt. Doch das sind andere Paar Stiefel.

Uns allen, die regelmäßig schreiben, tut es gut, immer mal die gewohnten Muster aufzubrechen. Das bringt Vielseitigkeit rein, was deinem Blog ebenfalls gut tut. Denn gerade, wenn du viel und schon lange schreibst, kriegt man irgendwann beim Lesen ein Déjà-vu.

Jetzt kannst du natürlich total in die Vollen gehen und Interviews reinnehmen, vielleicht Artikel mal in Eigen-Interview-Form schreiben – wie ich heute beim Planktonbuch-Update. Oder du machst mal eine Typologie, eine Frage-Antwort-Variante, einen Selbst-Check, einen Meinungsartikel oder oder oder

Du kannst sogar einfach das XX-Artikel-Format nutzen. Der XX Artikel kriegt zu Unrecht ein immer schlechteres Image, aber er ist dein Schreibfreund, wenn du ihn lässt.

Guck mal nur diesen Auszug aus dem beliebten „XX-Artikel Mix & Match-Formular“:

xxartikeltabelle
Sagen wir, jemand hat diese Plankton-Themenfacette aus seinem Fach rausgebrochen:

– Am Ende des Arbeitstages den Schreibtisch aufräumen

Jetzt könnte man einen normalen Artikel schreiben à la „Warum es gut ist, zum Feierabend den Schreibtisch aufzuräumen“. Doch schauen wir mal, wie nur mit dem XX-Format der Text völlig unterschiedlich ausfallen kann – und dich dazu ganz unterschiedlich fordert. Denk dran: Das sind alles Plankton-Arbeitstitel: Die sollen aussagekräftig FÜR DICH sein und haben nichts mit der späteren Überschrift zu tun.

  • 3 überraschende Gründe, warum es wichtig ist, dass Sie Ihren Schreibtisch abends aufräumen
  • Klar Schiff heißt nicht, dass abends die Tischplatte leer ist: 2 Fehl-Annahmen rund ums Aufräumen des Schreibtisches und worum es wirklich geht
  • Eine simple Methode, zum Feierabend klar Schiff auf dem Schreibtisch zu machen – auch wenn sich das Chaos nur so stapelt
  • Leerer Schreibtisch zum Feierabend? – 5 empfehlenswerte Ideen, wie man laufende Vorgänge aufräumen kann und trotzdem fest im Blick behält
  • Der dümmste Fehler, den ich als Volltischler früher gemacht habe, wenns um den Zustand meines Schreibtisches zum Feierabend ging – und warum ich auf mein Aufräumritual poche

Ich könnte jetzt noch weitermachen, aber du hast ja verstanden, wie du durch die Artikelform variieren kannst, drum spar ich mir weitere Beispiele. Nebenbei bemerkt: Alle diese fünf spontanen Artikelideen könnten in einem Blog stehen und jeder würde neue Aspekte zum Plankton-Thema reinbringen. Die Themen können also gar nicht ausgehen!

Den Blickwinkel zum Thema verändern.

Als Experten, die noch dazu von einer bestimmten Sache überzeugt sind, tendieren wir dazu, immer den gleichen Blickwinkel zu haben.

Zum Beispiel hat jemand vielleicht ein Blog, wo es darum geht sorgenfreier und leichter zu leben und schreibt dauernd aufmunternde „Just do it!“-„So kannst du dies und das machen“-„Alles wird gut“-Texte. Dagegen ist gar nichts zu sagen, aber es schränkt gleichzeitig die Art und die Tiefe deiner Themen ein. Abgesehen davon, dass es auch schnell anstrengend werden kann und den Lesern zu viel. Auch wenn die Texte noch so gut gemeint und nützlich sind.

Den Blickwinkel zu ändern kann bedeuten:

  • Mal absichtlich den Skeptikerblick einzunehmen (vielleicht bist du davon überzeugt, dass man immer überall das Positive sehen sollte, auch wenns schwer fällt – wie gehen Skeptiker damit um?)
  • oder sogar die Opposition einnehmen (also richtig anti und fast schon feindselig gegen dein Thema wettern).

Du kannst dir je nach Thema überlegen:

  • Was spricht denn dafür (z. B. wenn du normalerweise propagierst, etwas Bestimmtes nicht zu tun – zum Beispiel „Unangenehme Gespräche nie auf die lange Bank schieben“ – was hat es denn für Vorteile, es doch zu tun)?

oder umgekehrt:

  • Was spricht denn bei diesem Thema tatsächlich dagegen? (… wenn du normalerweise empfiehlst, nach dem Lustprinzip den Tag zu organisieren)

Du kannst den Blickwinkel ändern, indem du dein Thema auf den Kopf stellst.

Übrigens ist es für viele erstmal angesagt, ihren eigenen Blickwinkel genauer auszuloten: In drei Videos habe ich näher erklärt, wie man emotional an sich und seinen Fachbereich rankommt:

Teil 1. Emotional rankommen
Teil 2: Statements und Verhalten
Teil 3: Wie bist du?

Pass auf! Dieser letzte Punkt hat noch nichts mit dem späteren Text zu tun, es geht dabei wirklich darum, dass du für dich mal den Blickwinkel ein bisschen veränderst. Einfach anders auf dein Thema schaust, als du es bisher gemacht hast. Daraus entwickeln sich dann neue Ansatzpunkte für deine Themenwahl (siehe oben mit dem Plankton-Arbeitstitel) oder für die Artikel-Form.

 

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