Blog + Newsletter

Über Redaktionspläne kann man streiten – aber beim Newsletter ist er empfehlenswert

Ständig kommt einem das Thema „Redaktionsplan“ unter die Augen – die einen sagen, man muss, die anderen fragen „Machst du sowas?“, wieder andere – wie Sandra Dirks hier – kriegen die Krätze davon. Was das Bloggen angeht, habe ich früher auch mit Plan gearbeitet, was bei mir vorrangig deswegen nötig war, weil ich in meinen früheren Blogs zu zweit und zu dritt geschrieben habe und wir uns koordinieren mussten.

Grundsätzlich gilt wie immer: Man muss ausprobieren, was für einen selbst am besten funktioniert. Und damit meine ich wirklich ausprobieren (nicht einfach nur machen, was man eh immer tut oder denkt, was einem besser gefällt).

redaktionsplanich

Das gilt sowohl fürs Bloggen als auch fürs Newsletter schreiben.

Beim Newsletter, um dens mir heute geht, hast du jetzt einen Sonderfall, besonders wenn der – wie die meisten – monatlich erscheint. Da ist das Lustprinzip, also die 100%ige spontane Ungeplantheit, eine schlechte Idee:

➡ Du hast lediglich 12 Kontaktpunkte, und die sind außerordentlich hochwertig. Wenn dein Newsletter, wie sich das gehört, selbst abonniert wird, dann sind deine Newsletterleser ein besonders wertvolles Gut: Die WOLLEN nämlich von dir lesen. Damit bekommt dein Newsletter das, wovon typische Werbe- und Marketingmaßnahmen nur tärumen können: Nämlich die 100%ige Aufmerksamkeit [klar: nicht jede Ausgabe wird von allen auch gelesen, doch prinzipiell ist ein Abonnent jemand, der von dir lesen möchte].

➡ Deine Newsletterthemen sollen ausgewogen deine Leistungspalette aufgreifen. Die meisten Newsletter haben einen Hauptartikel zu einem spezifischen Thema. Selbst wenn du weitere Blogartikel erwähnst oder Rubriken, wie Buchtipps, ergänzt: Du pickst dir pro Monat ein bestimmtes Thema aus deinem Fach raus. Wenn dein Text nützen soll, ist es ein kleines, konkretes Thema („Plankton“). Doch dein Newsletter soll natürlich insgesamt dein Business ausgewogen repräsentieren, damit du so bleibend in die Köpfe deiner Leser kommst, wie es wichtig für dein Business ist.

➡ Klugerweise ist dein Newsletter fest in deinen Marketingplan integriert. Gerade diese Chance nutzen viele nicht. Die meisten EinzelunternehmerInnen haben nicht mal einen Marketingplan. Und damit meine ich kein kompliziertes Excel-Spreadsheet, sondern einfach eine Vorausschau, was in welchem Monat passiert – welche Termine, Seminare & Co., saisonale Themen es bei ihnen selbst gibt oder auch wo typischerweise Auftragsflauten sind, die abgefedert werden sollten. Gezielt vorausgedachte Themen, die rechtzeitig im voraus besimmte Leistungen pushen, verbessern deine Auftragslage.

Mit Komplettimprovisation wirds da schwierig!

… erst recht, weil du spontan nicht die ein oder zwei Monate Vorlauf berücksichtigst, die du brauchst, wenn du spezifische Termine mit dem Newsletter pushen willst.

Bei einem wöchentlichen Newsletter – wie meinem – gilt das genauso, doch ich habe natürlich ein Vielfaches an Kontaktpunkten und eine viel kürzere Reaktionszeit zur Verfügung. Hast du nur zwölf, dann nutze Sie möglichst klug. Womit wir bei meinem Plädoyer für einen Newsletter-Redaktionsplan sind.

  • Wenn du 12 Ausgaben im voraus planst, und zwar ausgerichtet auf das, was in deinem Business los ist beziehungsweise sich bewegen soll, kannst du den Newsletter wirklich als Marketingwerkzeug einsetzen.
  • Bei einer klaren Übersicht siehst du sofort, ob du deine Leistungspalette ausgewogen in die Köpfe deiner Leser kriegst, ob du das eine oder andere Thema zu speziell gewählt hast (sodass es nur einen Teil deiner Zielgruppe anspricht, womöglich einen, der sich gar nicht sonderlich für dich rentiert). Du merkst vor allem, wenn du thematisch zu sehr in einen Fachbereich kippst und dich so in einer Richtung präsentierst, in der du gar nicht sein willst.
  • Du mischst deine Themen besser durch, was auch wichtig für deine Abonnenten ist. Denn nicht jede Ausgabe ist für alle LeserInnen interessant. Ist das aber ein zweites Mal der Fall, schwebt der Mauszeiger schnell über dem Abmeldelink.

Mit der größte Vorteil ist, dass du vorproduzieren kannst. Wir alle wissen, wie schnell so ein Monat vergeht – und dann sitzt man oft kurz vor knapp an der Tastatur kauend da.