Korrespondenz/Marketing
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Selbstständig, Aufträge, Holzweg

Das wird ein Potpourri. Eine Zusammenstellung verschiedener Gedanken, die ich an dieser Stelle nicht groß vertiefe, sondern wieder mal ins Blickfeld rücke, weil sie für uns Selbstständige so wichtig sind.

Ihr wisst: Bei mir geht es um das Schreiben fürs eigene Business. Um die Selbstdarstellung, vor allem um das Marketing durch Blog, Newsletter etc. Dabei gibt’s einige Konstanten, mit denen wir uns oft ganz unbemerkt Steine in den Weg legen.

[Für alle, die sich in Querlinks verirren: Ihr braucht natürlich nicht alle links anklicken. Der Text funktioniert wunderbar ohne. Klickt nur da weiter, wo es Euch besonders interessiert.]

1. Deckungsgleich? – Schein und Wirklichkeit

Hier dürfte bei den meisten eine Schere sein. Bei manchen eine kleine, bei anderen eine riesige. Die wenigsten haben aktuell eine Selbstdarstellung, die 1:1 mit dem deckungsgleich ist, wie sie sind beziehungsweise wie sie wirklich auftreten möchten.

Warum ich das behaupte?

  • Weil die meisten Selbstdarstellungen – angefangen bei Website, Logo & Co. über Zielgruppen und Leistungen – an irgendeiner dieser Ecken nicht up-to-date sind. Das kenne ich von mir selbst, von Lesern und von Kunden, die es „jetzt endlich“ angehen. Wir haben einfach im Alltag mehr als genug zu tun und da bleiben die eigenen Sachen eben meist zu lange liegen.
  • Unabhängig davon hängts am Schriftlichen: Es ist gar nicht so leicht, der eigenen Persönlichkeit gerecht zu werden. Oder/und den richtigen Ton zu treffen, den man als angemessen gegenüber der Zielgruppe empfindet. Besonders, wenn du „in echt“ in irgendeiner Weise aus dem Rahmen fällst. Im Persönlichen wirken wir MIT unserem Gegenüber, da passiert was zwischen uns, der andere kann uns bestens einschätzen. Schriftlich ist das schwieriger. Übrigens gar nicht mal nur, wenn du das Schreiben nicht gewohnt bist. Selbst Schreibprofis tun sich mitunter schwer, wenn es um sie selbst geht.

Letztes Jahr habe ich schon mal über Schein und Wirklichkeit gebloggt: Seinerzeit ging es um schreiberisch ungünstige Entscheidungen, Unbewusstheiten und Knieschüsse.

➡ Schau dir an, ob du derzeit eine Schere hast und wie weit sie auseinander geht. Je größer die Spanne, desto mehr fährt dein Business mit angezogener Handbremse.

2. Trau dich, Klartext zu reden.

Niemand liest gern Oberlehrer-Texte. Es ist sehr gut, hier eine feine Antenne zu haben, denn wir wirken ja durch das, was wir schreiben. Und wer auf seine Leser runterschreibt oder sie überfordert, der legt sich ein Ei.

Jetzt gibt’s allerdings die Übervorsichtigen, die ins andere Extrem fallen – doch mit schwächlichen, unklaren Aussagen legst du dir ein ganz anderes Ei. Denn wenn mir jemand Tipps gibt, die er gleichzeitig abschwächt oder recht rumeiert, der wirkt nicht sonderlich kompetent. Klartext vs. Befehlston

Dann wird guter Rat nicht ausprobiert und dann kommen erst recht keine Aufträge.

3. Einladung zum Verschenken

Wörter sind interpretierbar, darum ist es für Selbstständige problematisch, wenn sie Formulierungen wie „ich helfe“ oder „wenn Sie noch Fragen haben, rufen Sie mich an“ verwenden.

Ich frage dann sofort: Du lädst hier ein, dass man dich einfach mal eben so kontaktiert und weiteren Rat oder Hilfe bekommt. Meinst du das?

Wenn ja, lass es. Wenn du aber eigentlich sagen willst, dass man dich dazu „kaufen“ kann, also du nach Auftrag gerne weiterhilfst, dann musst du das deutlich genug machen. Denn sonst hast du entweder lauter kostenfreie Arbeit an der Backe (und ärgerst dich womöglich) oder du stößt Leser vor den Kopf, wenn sie dich kontaktieren und du plötzlich erstmal die Hand aufhältst.

Es verstärkt vor allem den nächsten Punkt.

4. Wissen deine Leser, dass du was verkaufst?

Gerade, wenn Ihr sehr freigebig Euer Wissen verschenkt, zum Beispiel mit einem Blog, werdet Ihr in erster Linie als Informationsquelle wahrgenommen.

Im Internet gibt es viele, viele Websites mit hilfreichem Content, oft von Leuten, die kein Geld damit verdienen oder von Plattformen, die sich über Werbung finanzieren. Wenn du als BloggerIn eher im Hintergrund hältst, dass man dich beauftragen kann, passiert es, dass dich ein Teil deiner Leser nicht als Unternehmen wahrnimmt.

Vor allem, wenn du dein Business optisch eher untergeordnet präsentierst. Doch selbst wenn dein Blog in der Firmenseite integriert ist und rundherum alles steht, was du machst und anbietest, konzentrieren sich viele eben nur auf die Inhalte, die oft genug nur überflogen oder unabhängig von der Seite abgerufen werden. Bei den kleiner werdenden Displays sieht man das Drumherum zudem kaum noch, wenn man nicht extra klickt.

Jetzt bitte nicht ins andere Extrem schwenken: Nicht plötzlich die Tipps zurückfahren oder ständig Werbung posten. Doch schau, dass deine LeserInnen dich nicht nur als Experte auf deinem Gebiet wahrnehmen, sondern wissen, dass du etwas zu verkaufen hast.

Das lässt sich immer wieder mal dezent im Text unterbringen, vor allem, wenn du aus der Praxis erzählst („In meinen Workshops mache ich …“, „Kürzlich hatte ich im Coaching“, „Wenn wir Werkzeug für unsere Schreinerei bestellen …“). Es geht durch offensiven Call-to-action, zum Beispiel statt dem zurückhaltenden „hast du noch Fragen“ einfach einen klaren „hey, ich coache dazu auch“-link.

Außerdem bedeutet es, dass du ausgewählte Leistungen flankierend anzeigst, etwa wie ich meine nächsten Workshoptermine standardmäßig unten im Newsletter habe.

5. Wörter machen nie die ganze Arbeit für dich!

Der Wunsch, dass man nur diesen einen supertollen Text schreiben braucht, und dann zieht der die Kunden automatisch an, ist groß – aber unrealistisch.

Als Selbstständige sind wir stets selbst gefordert, unser Business am Laufen zu halten. Das Schreiben kann dafür ein enorm gutes Marketingwerkzeug sein. Ich setze zum Beispiel schon seit Beginn meiner Selbstständigkeit von vor über fünfzehn Jahren aufs Schreiben – lange, bevor ich mich aufs Schreiben spezialisiert habe.

Kostenfreie Tipps im Netz, auf Fremdseiten, vor allem per Newsletter funktionieren mittel- und langfristig.

Je nachdem, welches Business du hast, ist das die richtige Wahl. Manchmal ist es eine gute Ergänzung. Doch Wörter alleine machen nie die komplette Arbeit für dich.

 

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