Zeit + Aufwand

Wenn die Zeitpanik kommt

Drückende Deadlines kennen wir alle. Doch immer mal überfällt einen Zeitpanik auch, wenn man sich hingesetzt hat und schreiben will, es aber partout nicht flutscht.

In solchen Fällen erinnere ich mich immer an die Neunziger Jahre, als ich zum ersten Mal 3D-Tetris gespielt habe. Wer das nicht kennt, kann mal in die Screenshots spechten.

Man schaut in eine viereckige „Röhre“ und oben materialisieren sich die bekannten, verschiedengeformten Tetristeile. Je länger man im Spiel bleibt, desto flotter fallen die vermaledeiten Dinger. Jetzt muss man sich VORSTELLEN, wo die sich am besten einpassen, muss gleichzeitig in alle Richtungen verdrehen – und das rechtzeitig, damit sie in die richtige Lücke passen. Sonst türmt sich alles, und die Röhre wird immer kürzer.

Das war vielleicht ein Stress! Ich habe mich verspannt, bin total hektisch geworden und dadurch noch schlechter, weil ich ohne Sinn und Ziel grobmotorisch rumgemacht habe. *fuchtel*

zeitpanik

Ihr ahnt, was kommt.

In dem Moment, wo ich mich gezwungen habe (haha!), ruhiger zu werden – und besonnener ranzugehen, war ich viel besser. Ich habe nichts anders gemacht, als mich erinnert, mich nicht der Panik hinzugeben.

Plötzlich hatte ich den Kopf frei.

Mein Körper hat lockergelassen. Dadurch wurde alles angenehmer, ich hatte wieder Spaß, habe mit der Zeit sogar etwas Ehrgeiz entwickelt.

Bitte nicht verwechseln mit „alles war Friede, Freude, Eierkuchen, die Krise war weg“. Dem war nicht so!

ABER:

  • Ich habe mir nicht zusätzlich zum Zeitdruck eigenen weiteren Stress und Unruhe reingebracht.
  • Ich habe abgestellt, mir ständig zu erzählen, dass ich das eh nicht kann, dass das Spiel blöd ist und überhaupt.

Dadurch habe ich lockergelassen. Mein Kopf war nicht besetzt von Panikgedanken.

Wir wissen alle: Wenn das Gehirn ALARM wahrnimmt, versetzt es auch den Körper in Alarmbereitschaft. In dem Moment, wo ich Entwarnung gegeben habe –  Hey, nur die Ruhe! – war ich entspannter. Weil ich entspannter war, wurde ich wieder Herr meiner Sinne und damit funktionierte neben dem Denken die Feinmotorik wieder besser. Was mir vormals als zu schwierig und zu schnell erschien, wurde auf einmal machbar. Je mehr ich gespielt habe, desto langsamer kam es mir vor.

Es gibt immer Phasen beim Schreiben, wo es nicht flutscht.

… Tagesform, falsch angepacktes Thema, nicht inspiriert und und und. Das ist einfach eine Gegebenheit, egal ob du Anfänger oder Profi bist. Ob du motiviert bist oder grad einfach musst, weil ein Abgabetermin ansteht.

Doch was wir immer abstellen können, ist das Verrückte-Huhn-Verhalten. Denn dauernd hektisch auf die Uhr zu schauen und sich zu erzählen, dass das nicht zu schaffen ist. Dass man sich „blöd anstellt“. Oder dass man doch eigentlich jetzt so schön bloggen wollte, aber verflixtnochmal das jetzt nicht geht und bläh, das blockiert unser Hirn erst recht. Dann geht gar nichts.