deine Ziele

Ideen voranbringen oder direkt in die Sackgasse

Als Selbstständige haben wir immer mit Ideen zu tun:

  • Wir haben oder brauchen ständig welche, nicht nur in unserem regulären Berufsalltag, sondern rund um unser Unternehmertum.
  • Wir beauftragen andere, etwas für uns zu realisieren (ein Logo, die Website, ein Computerprogramm …).

Wann immer etwas erkannt, goldgeschürft und weiterentwickelt werden soll, heißt es, mit Ideen fruchtbar umzugehen.

Schauen wir uns die drei Mauern an, an der jede Idee zerschellt …

Vorpreschen:

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Ich werde nicht müde, zu betonen, dass gute Ideen bestimmte Phasen durchlaufen. Das heißt überhaupt nicht, dass es lange dauert!

Es bedeutet einfach nur: Es braucht immer erst die Substanz. Inhaltlich sowieso, und bei vielen Ideen geht es zudem um eine angestrebte Wirkung.

Wer von der Idee direkt zum Ergebnis springen will, erweist sich einen Bärendienst. Das bedeutet bestenfalls, dass du aus der Idee nicht das gemacht hast, was drin war. Meistens weiß man das, denn „im Kopf wars viel besser“ oder du merkst, dass du anderen lang und breit erklären musst, was du meinst. Schlimmstenfalls kommst du überhaupt nicht weiter. Dann geht man Ewigkeiten mit einer Idee schwanger oder wirft sie irgendwann weg, in der Annahme dass sie doch nicht so gut war oder überholt ist.

Übrigens preschen manche Dienstleister selbst vor – oder lassen sich drängeln. In meinen Ideen-Ping-Pongs habe ich immer wieder Leute, die schon zig Beratungen und Coachings hinter sich haben, aber mit den Ergebnissen nie wirklich was anfangen konnten.

Schwammig bleiben:

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Meine Kunden wissen: Bei mir sind Schlagwörter verboten. 🙂 Ganz egal, ob es um Themenwahl + Konzept eines Blogtextes geht oder rund um die Selbstdarstellung.

Schlagwörter sind immer der Feind!

Sie sind oberflächlich und nichtssagend. Man kann überhaupt keine klare Aussage und keinen Fokus erkennen. Zu allem Überfluss greifen viele auf Standardschlagwörter zurück: Eben die Schlagwörter, die alle nutzen.

Hier sind wir erneut bei einer der Phasen, die Ideen durchlaufen müssen. Immer, wenn es nicht nur bei einer Idee bleiben soll, braucht der Entwicklungsprozess stetig fixe Entscheidungen, damit es weitergehen kann.

  • Wer einen Blogtext schreibt, sucht sich ein Thema und kann nur dann zielgerichtet vorgehen, wenn er bestimmte Entscheidungen trifft, die das Thema klar fokussieren. So führt eine Entscheidung zur nächsten.
  • Wer sich mit seinem Unternehmen eindeutiger ausrichten will, muss sich ebenfalls Schritt für Schritt festlegen, um entweder auf einer Idee aufzubauen oder, was im Fall der Selbstdarstellung häufiger ist, überhaupt erst genug Substanz für eine Idee – und ihre Formulierung – möglich zu machen.
  • Oder nehmen wir ein Blog: Wenn du mit mir ein Blogkonzept machst, dann wird den ganzen ersten Tag an den fundamentalen Entscheidungen gehirnt, die nötig sind, damit das Blog deinem Business etwas bringt + deinem Mitteilungsdrang entspricht. Erst wenn du diese Kriterien fix abgesegnet hast, ist es überhaupt möglich, zu schauen: Wie genau sieht das Blog aus, wie werden die Kategorien, …?

Einsilbig sein:

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Die schlimmste Mauer beim Entwickeln von Ideen ist es, wortkarg zu sein.

Wenn du bei einem Dienstleister eine Idee einkaufst, dann führt das zu Frust oder viel zu hohen Kosten. Arbeitet der Dienstleister auf Pauschale, ist der frustriert, weil er völlig unnötig ein Vielfaches an Arbeit hat, obwohl ihm gleichzeitig die Hände gebunden sind. Denn wenn du kein Futter reingibst, stochert er im Nebel.

Die folgenden Sackgassen erlebe ich immer wieder in Ideen-Ping-Pongs. Doch sie gelten auch, wenn du alleine mit dir um eine Idee kreist.

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Nehmen wir das Beispiel „Unternehmensauftritt“ – mal unabhängig davon, ob du mit deinem Firmennamen, deiner inhaltlichen Ausrichtung oder dem Design nicht mehr zufrieden bist.

Oft beginnt der Wunsch nach einer neuen Idee mit Unzufriedenheit. Ich weiß nicht, wie es dir geht: Bei mir ist das manchmal wie mit der Frisur. Gerade war noch alles super, aber seit heute früh schau ich sowas von Scheiße aus, dass ich umgehend einen Haarschnitt brauche. Ist dieser Punkt erreicht, kann man „sich“ nicht mehr sehen … oder gibt seine Webadresse nicht mehr raus und stellt die Akquise ein.

Unzufriedenheit ist was Gutes! Sie zeigt uns, dass es so, wie es jetzt ist, nicht mehr passt.

Hier steckt das erste wichtige Futter, das du reingeben kannst, damit fruchtbare Ideen entstehen können. Es geht überhaupt nicht darum, schon eine Lösung zu haben, wie was sein soll. Es geht schon gleich gar nicht darum, jetzt irgendwelche Farben oder Formulierungen auszuprobieren. Vor allen Dingen bitte nicht gleich einen Dienstleister suchen und hoffen, dass der es für dich richtet. Es geht um die folgerichtige Frage:

  • Inwiefern/warum entspricht es dir nicht mehr?

… und da muss jetzt Fleisch an die Knochen. Das bedeutet erneut: Nicht vorpreschen! Alleine das „inwiefern/warum nicht mehr“ ist eine ganz schön ergiebige Frage, aber nur, wenn du sie konkret beantwortest und erstmal ganz offen bleibst.

Für sich selbst richtig auszuloten und in klare Worte zu fassen, warum nicht mehr oder wie bin ich heute, das spuckt man selten mal eben aus.

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In der Regel ist nicht gleich klar, was man will. Selbst wenn, ist es meiner Erfahrung meistens so, dass man auf eine naheliegende Idee zurückgreift – die gar nicht so gut ist.

Darum sage ich zu meinen Kunden immer: Sag mir ruhig, wenn du schon eine Vorstellung hast, aber dann parken wir das erstmal. Denk mal ganz neu und bleib offen.

Das „Ich weiß nicht“ bietet einen weiteren Schatz: Man weiß nämlich zwar oft nicht, was man will – aber sehr wohl kann man Dinge ausschließen! Was du nicht willst, grenzt klar ein und gibt weiteres Futter, um darauf aufzubauen.

Bei einer Neuausrichtung wissen viele zum Beispiel sehr genau, welche Art von Kunden sie auf keinen Fall haben wollen. Selbst, wenn etwa die Zielgruppe insgesamt nicht klar ist, lässt sich durch das Ausschlussverfahren ein weiterer Ansatzpunkt finden.

Sagen wir, ein Kommunikations-Coach sagt „Ich habe bisher ein Sammelsurium an Kunden: Inhaber kleiner Firmen, Führungskräfte in Konzernen, Verwaltungsmitarbeiter in Behörden. Prinzipiell mag ich die auch alle behalten, aber was mir tierisch auf den Sack geht, sind so Alibiveranstaltungen, wo man rumredet, aber am Ende passiert nichts.“

Auch, wenn die Zielgruppen so bleiben, stecken da drin ganz wertvolle Ansätze für die Wirkung, die das Business bekommen soll, um solche Aufträge auszufiltern und das konkrete Leistungsangebot zu schnitzen.

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Wenn du selbst schreibst, dann schaust du vielleicht bei anderen und hast die eine oder andere Seite, die du total gerne liest. Oder du möchtest deine Website neu machen und gibst deinem Webdesigner ein paar links zu Seiten, die du gut findest.

Das ist schön. Doch so richtig zielführend kann das nur werden, wenn du sagst, was dir daran so gut gefällt und es begründest.

Denn das gibt wiederum Futter rein: So kristallisierst du für dich – und gegebenenfalls einen Dienstleister – heraus, worum es dir geht. Und das ist doppelt wichtig: Zum einen, um nicht 1:1 was zu kopieren. Zum anderen, damit Klarheit entstehen kann, was sinnvoll für dich ist. Denn du bist eine andere Person mit einem eigenen Business! Nur, wenn du benennen kannst, was genau dir an anderen gut gefällt, kannst du damit für dich konkret weiterdenken.

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Hast du deine Idee weitergedacht und die relevanten Entscheidungen getroffen, dann kommt irgendwann die Umsetzung.

Erneut ist unerheblich, ob du alleine dran arbeitest oder jemanden beauftragt hast: Wenn du merkst, dass das Ergebnis noch nicht so ist, wie du es dir vorstellst, dann sag nicht „Bläh“ und verwirf vor allen Dingen nicht vorschnell alles.

Sondern geh der Sache auf den Grund: Was genau ist es noch nicht?

Vielleicht kannst du es konkret benennen, vielleicht gefällt dir eine bestimmte Formulierung nicht, es wirkt irgendwie falsch – oder du merkst, dass eine davor getroffene Entscheidung dir doch nicht behagt.

Es kann aber auch sein, dass du es nicht genau sagen kannst. Vielleicht ist es nur so ein Gefühl. Völlig okay! Dann umschreib es. Nähere dich an.

Gib dir nur immer immer immer Futter rein.

Wer einsilbig bleibt, landet in der Sackgasse. Wie gesagt: Schlagwörter sind dein Feind.