Lesernutzen

Was du für deine Leser noch tun kannst (2): Bestätige sie!

Jeder hat seine eigene Realität.

Deine Realität als AutorIn ist eine andere als die deiner LeserInnen. Schon alleine, weil du ihnen in der Regel fachlich und vom Erfahrungsschatz auf deinem Gebiet voraus bist. Das heißt nicht, dass du die Weisheit mit Löffeln gefressen hast oder überlegen wärst, sondern es bedeutet einfach: Du hast Know-how, Erfahrungen und Werkzeuge, die deine Leser so bisher nicht haben.

Zudem gilt:

  • Wir sind ganz unterschiedlich gestrickt.
  • Wir haben eine verschiedene momentane Lebenssituation.
  • Wir haben eine andere Weltsicht.

Jeder dieser drei griffig klingenden Punkte hat es mächtig in sich. Vor allem, weil unsere Sicht auf die Dinge – und uns selbst – gehörig beeinflusst, wie wir Inhalte aufnehmen.

Das gilt ausnahmslos für alle Themen! Ob du Englisch lehrst oder Kochrezepte veröffentlichst; ob du appellierst, stärker für sich einzutreten; ob du Flirttipps gibst, Bau-Anleitungen verschenkst, zum Joggen animierst oder oder oder.

Jeder deiner Leser hat seine eigene Realität, die beeinflusst, ob er denkt: „Das ist was für mich!“, „Das bringt sicher was!“, „Das geht!“, „Das kann ich!“, „Das traue ich mir zu!“ oder „Das klappt sowieso nicht!“, „Das ist realitätsfremd!“, „Das ist nichts für mich!“, „Das ist viel zu anstrengend!“ oder „Das könnte ich nie!“

Als AutorIn ist es eine wichtige Aufgabe, sich dieser verschiedenen Realitäten bewusst zu werden. Denn dann kannst du dein Thema so aufbereiten, dass sich deine Leser ernst genommen fühlen und deine Tipps in ihre Realität aufnehmen können. Das ist essenziell, wenn es um Einstellung, Verhaltensweisen und Entscheidungen für sich selbst geht: Die Besonderheiten bei Persönlichkeits- und Lebensthemen

„Du tust etwas für dich!“

Ein weiterer ganz wichtiger Aspekt, gerade wenn du ein für deine LeserInnen heikleres Thema angehst, ist, dass du sie darin bestärkst, dass sie etwas für sich tun.

Alleine, dass sie dein Blog lesen oder deinen Newsletter abonniert haben, heißt ja, dass sie an deiner Thematik interessiert sind.

Deine LeserInnen WOLLEN beispielsweise gerne gesünder kochen, endlich sportlicher werden oder ihr Englisch verbessern. Sie möchten selbstbestimmter leben, Grenzen setzen lernen oder sich auf eine Beziehung einlassen können.

Egal, worum es bei dir geht: Alleine das Interesse für deine Artikel – auch wenn es erst mal nur bedeutet, dass jemand bei dir regelmäßig mitliest – zeigt „Ich tue was für mich.“

Das ist doch großartig!

Denk bitte dran, deine Leser in dieser Beziehung immer mal zu bestätigen. Denn die sehen das häufig gar nicht so, sind vielleicht sogar unzufrieden mit sich, weil sie noch nichts getan haben, sondern „nur lesen“.

Ganz besonders wichtig ist, dass du deinen Lesern zeigst, dass gerade kleine Schritte dauerhaft voranbringen, weil sie kontinuierlich sind und so eigene Fähigkeiten langsam auf- und aufeinander aufbauen können.

So öffnest du deinen Lesern die Augen für kleine Entscheidungen und Handlungen FÜR SICH SELBST, die ihnen oft nicht bewusst sind, was gehörig den Rücken stärkt. Das ist eine der wichtigsten Zutaten, damit deine Zielgruppe nicht nur liest, sondern konsequent ins Tun kommt.

An die Hand nehmen, um positiv zu reflektieren.

Über sich nachzudenken, sich und seine Situation zu hinterfragen, das bereitet vielen Schwierigkeiten:

  • Es gibt Menschen, die generell nur Makel, Haare in der Suppe und Fehler sehen. Die kritisches Denken mit „negative Kritik üben“ gleichsetzen.
  • Viele haben einen Tunnelblick, sie stürzen sich auf das, was am Auffälligsten ist; was ihnen am stärksten ins Auge fällt oder was naheliegend scheint.
  • Weit verbreitet ist das Schwammigsein. Das gilt für uns alle. 🙂 Darum verweise ich gerne auf den Konkretwerden-übe-Artikel, weil ich mir das selbst vor langer Zeit angewöhnt habe und täglich trainiere – in E-Mails, Workshops und persönlichen Begegnungen.
  • Unabhängig davon gilt: Die meisten sehen nicht differenziert genug hin. Weil wir das im Alltag meist weder lernen, noch tun. Es geht also nicht nur um Konkretheit im Einzelnen. Weil die Dinge immer komplexer sind, ist das Wahrnehmen einer größeren Bandbreite und von Zusammenhängen gefragt.

Deinen Lesern beizubringen, wie sie positiv reflektieren können heißt nicht, alles nur positiv zu sehen. Es geht darum, dass am Ende etwas Positives für sie rausschaut.

Es gibt stets Dinge, die man schon im Sack hat/beherrscht/für sich verbuchen kann. Es gibt Neutrales. Und es gibt Hinderliches bis „große Scheiße“.

Worauf deine LeserInnen von Haus aus mehr achten, das hängt mit ihren Eigenheiten zusammen, mit ihren Gefühlen und ihrer Realität. Wir als Autoren können unseren Teil leisten, indem wir die richtigen Fragen stellen und dabei helfen, dass unsere Leser sich und das, was für sie ansteht, sinnvoll hinterfragen.

WAS damit genau gemeint ist und WIE das geht, das ist ebenfalls unsere Aufgabe. Darum reicht es zum Beispiel nicht, einfach irgendwelche Fragen in den Raum zu werfen: 5 weit verbreitete Makel bei Leitfragen

Was du für deine Leser noch tun kannst:

Teil 1: „Wir sind alle nur Menschen.“
Teil 2: Bestätige Sie!
Teil 3: Mut hat viele Facetten