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Flow-Chart: Soll ich auf meiner Website duzen?

Immer wieder erlebe ich Selbstständige im Zwiespalt, was die Anrede angeht: Das Du ist immer mehr auf dem Vormarsch, manche fühlen sich sogar unter Druck. Andere duzen frischfröhlich vor sich hin, aber wehe ich frage „Ja, wie ist das denn im Alltag? Duzt du deine Kunden denn da auch?“

Pauschal zu duzen ist im Business nicht unbedingt eine gute Idee. Außer du entscheidest dich ganz bewusst und rundherum dafür. Ich bin erst letztes Jahr aus spezifischen Gründen umgeschwenkt. Zuvor habe ich viele Jahre gesiezt – und glaubt mir, das Du macht nicht automatisch persönlichere Texte! 🙂 Da kommt es beim Schreiben schon auf mehr an, und das ganz unabhängig von der Anrede!

Hier eine Entscheidungshilfe:

duzensiezen

in A 4 zum Download (PDF)

9 Kommentare

  1. Lioba Heinzler sagt

    Hallo Gitte, eine klasse Idee Deine Aufstellung. Danke. Ich merke, dass ich bei den persönlichen Themen schnell DU schreibe. Doch im direkten Kontakt bleibe ich klassisch erst mal beim Sie.

  2. Feines Thema, das mich auch betrifft.

    Ich bin nämlich als gebürtige Kölnerin eigentlich eine Duzerin. Ich duze mich mit Hinz und Kunz. Auch in meinem kleinen Dorf.
    Aber eben doch nicht mit jedem. Es gibt Menschen, so ich merke, das stimmt nicht. Und da lass ich mich dann auch nicht auf zarte Hinweise ein, sondern sieze unverdrossen weiter.

    Bei der Webseite, Blog, Newsletter – da habe ich auch lange überlegt. Denn wie du kenne ich viele meiner Teilnehmer und Kunden lange Jahre, viele auch persönlich und live.
    Viele kenne ich aber überhaupt nicht. Und da ich nicht nur für Einzelpersonen (beispielsweise Trainer) Seminare gebe, sondern auch in Firmen, sieze ich öffentlich weiterhin.
    Bei den Social Media duze ich meist.

    In meinen Seminaren selbst schaue ich dann:
    Bei den Online-Seminaren frage ich sofort am ersten Tag (oder schon vorher per Mail) ob duzen in Ordnung ist. Bisher wurde daher in allen Online-Seminaren geduzt.

    Bei meinen Business-Seminaren, vor allem in den offenen, wo Teilnehmer aus ganz verschiedenen Unternehmen zusammen kommen, schaue ich, wie die Stimmung ist, was ich für ein Gefühl habe. Wenn es eine lockere nette Atmosphäre ist und ich merke, wie ich mich schon dauernd verspreche und „ihr“ und „euch“ sage, dann frage ich manchmal. Oder wenn die Teilnehmer auch schon anfangen sich untereinander zu duzen.

    Und manchmal merke ich, es passt nicht – und dann lass ich es. Völlig schmerzfrei. Es ändert nichts dran, ob es eine herzliche offene Atmosphäre ist oder nicht. Man kann auch siezend sehr freundlich und lustig miteinander umgehen- habe ich dann mit den Jahren gelernt. Und bin daher inzwischen ganz locker mit dem Thema und mache da nichts mehr dran fest.

  3. Sehr hilfreiche Infografik. Ich komme ganz klar beim Du raus. Wollte auf die nächste Überarbeitung meiner Website warten, bis ich offiziell umstelle. Jetzt überlege ich, ob ich einfach direkt damit starte.

  4. Ich habe ja auf meiner Website geduzt, bis ich merkte, dass es mir selbst unangenehm ist, so einfach per DU angeredet zu werden . Warum weiß ich nicht, aber ich mag es nicht, von mir völlig Fremden geduzt zu werden.
    Heute schreine ich entweder „Sie“ oder „ihr“. „IHR“ finde ich weniger ins Persönliche eingreifend als „DU“.

  5. Super Grafik! Hat sicher eine Menge Arbeit gemacht!

    Für mich ganz klar: SIE. Auf der Website, im Blog, sogar auf FB. Denn es kommen Menschen zu mir im mittleren Alter. Soll ich dann am Telefon erst mal fragen: „Wollen wir uns siezen oder duzen?“. Außerdem, warum sollte ich fragen? Ich sieze gerne, ich fühle mich wohl damit. Wenn mich jemand per Du ansprechen möchte, kann er das gerne tun, ich duze auch gerne zurück.

    Es ist eine „Mär“, dass über ein DU mehr Herzenswärme oder Freundlichkeit entsteht. Ich kenne auf FB Marketingleute, die duzen, bei denen würde ich trotzdem nicht auftauchen, wenn ich etwas bräuchte, was sie anbieten. Es kommt auf die Ausstrahlung an, das alleine zählt. Und die kann graulig sein mit DU, und sehr einladend mit SIE (und natürlich genauso gut umgekehrt).

    Liebe Grüße
    Sylvia

  6. Ildiko sagt

    Danke für den Flow-Chart, sehr interessant. Also auf der Website duze ich eigentlich so gut wie immer, ich könnte es mir nicht vorstellen, für Menschen zu schreiben, die ich sieze. Ich weiss nicht wieso, aber ich habe das Gefühl, dass dann so eine Art Bremse in meinem Kopf angezogen ist, wenn ich plötzlich siezen sollte.

    Und in diesem Bereich würde ich dann auch in einem persönlichen Gespräch duzen, ich würde je nach Situation natürlich immer vorher fragen, ob das Du okay ist.

    Ich denke, wenn man über Themen wie Persönlichkeitsentwicklung oder das schreiben von Büchern schreibt, sind das immer sehr persönliche Themen, intime Prozesse, von daher ist es für mich rein vom Gefühl her immer ein Grund zum Duzen. Vielleicht ist es auch eine Generationsfrage.

  7. Pingback: Duzen oder Siezen? | WILDPEPPERMINT-DESIGN BLOG

  8. Gitte Härter sagt

    Hallo in die Runde,

    herzlichen Dank für Eure Ergänzungen und wie Ihr es selbst haltet. Ich freue mich, dass die Flowchart so gut ankommt – und beim Nachdenken nützt.

    Holldrio!
    Gitte

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