Selbstdarstellung

Ein paar Ideen für deine „über mich“-Seite

Ganz viele schleichen um ihre „über mich“-Seite rum. Oder haben eine, sind aber nicht so recht zufrieden damit. Über weit verbreitete Eier auf der Profilseite habe ich bereits gebloggt. Heute gibt’s ein paar Tipps, wie du es angehen kannst, damit dein „über mich“ so richtig aussageklar und lebendig wird.

Achtung, ich hab jetzt der Einfachheit halber ein paar Beispiele von mir selbst eingebaut. Das heißt nicht, dass das das Nonplusultra ist oder genau so gemacht werden „sollte“. Zum einen sind alle Ideen immer als Sprungbrett gedacht. Zum anderen muss Art + Inhalt gerade beim „über mich“ ZU DIR passen. Denn es geht ja gerade darum, dich und deine Persönlichkeit greifbar zu machen.

Tu dir den Gefallen: Konzipiere!

Auch für den Über-mich-Text gilt: vorausdenken. Nicht gleich losschreiben!

Deine Profil-Seite ist dazu da, den Menschen hinter dem Angebot greifbar zu machen, und zwar persönlich, aber natürlich auch fachlich. Hier möchte man sehr wohl erkennen können, was dich qualifiziert. Fakten zu deinem Background sind durchaus relevant, was nicht heißt, dass du hier lebenslaufmäßig jedes Detail aufzählen musst. Und auch seitenweise jedes kleine Seminar anzugeben, ist eher kontraproduktiv.

Konzipieren heißt, erst mal für dich festzulegen:

  • Was will ich, dass die Leute persönlich über mich erfahren?
  • Wie möchte ich wirken?
  • Was sind die fachlichen Fakten zu Qualifikation/Berufsbackground, die rein müssen?

Wieder einmal geht es darum, zunächst gezielt eine Auswahl zu treffen, und das dann im nächsten Schritt weiter zu konkretisieren. Bloß kein Blabla, bloß keine Schlagwörter, bloß noch nicht rumformulieren!

Notier dir in deinen ganz normalen Worten in ganzen Sätzen, was dir da wichtig ist. Ist diese Substanz ausgewählt, geht’s an den nächsten Schritt.

Die Struktur

Sortieren: Wie baue ich die Seite auf?

Die Substanz, die du oben ausgewählt hast, kannst du auf ganz unterschiedliche Weise reinbringen. Man muss nicht stur von oben nach unten Fließtext oder Aufzählungen machen. Du hast ganz verschiedene Möglichkeiten, so eine Über-mich-Seite aufzubauen.

u. a.

Eigene O-Töne als Überschrift oder Designelement einstreuen

Über Zitate habe ich schon geschrieben. Ich bin eine glühende Verfechterin eigener O-Töne. Die lassen sich dezent als Zitat drüber, drunter, daneben setzen [bitte dosiert] oder auch als grafisches Element größer zwischenrein plazieren. Beispiel aus einer früheren Website, als ich noch Business-Coach war:

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Berufliche Standbeine bildlich darstellen oder kurz was dazu sagen

Viele Selbstständige haben mehrere Standbeine: Sie sind zum Beispiel Speaker, Coach und Trainer. Oder vielleicht Heilpraktikerin und Dozentin. Oder du möchtest andere Rollen reinmischen, etwa:

  • Finanzexperte, Blogger, Weltverbesserer
  • PR-Frau mit Leib uns Seele + Hedonistin
  • Grafikdesigner, Nerd und Musikproduzent

Egal, was es ist – hier hast du die Gelegenheit, deine Standbeine schlüssig unter einen Hut zu bringen beziehungsweise noch mehr über dich zu sagen. Durch das, wie du die Kurztexte bestückst, steuerst du, ob da eher Fakten kommen, ob Leidenschaft oder ein Augenzwinkern im Vordergrund stehen. Das kannst du farblich unterschiedlich hervorheben oder mit Bildern illustrieren.

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Originalseite

Ein Frage-Antwort-Segment einbinden

Einige Aspekte aus deiner konzipierten Substanz lassen sich wunderbar im Frage-Antwort-Format bringen. Je nachdem, was deine Website technisch hergibt, vielleicht mit aufklickbaren Tabs oder einem Slider zum Weiterklicken – oder einfach 3 bis 5 Fragen untereinander. Achte darauf, dass du nicht zu ausschweifend wirst (weniger ist mehr) und auf die sinnvolle Reihenfolge der Passagen.

Frage-Antwort lässt sich auf jeden Bereich anwenden. Drifte nur nicht ins Erklären deiner Angebote ab! Auf der „über mich“-Seite geht’s UM DICH, den Menschen hinter dem Angebot.

z. B.

  • Du kannst 3-5 Fragen + Antworten geben, warum dein Fachgebiet dich so fasziniert oder zwei zentrale Fragen aufgreifen, die die Basis deines Business sind.
  • Du kannst aber auch ein paar persönlichere Informationen geben, vielleicht zum Schluss der „über mich“-Seite noch drei lustige Fragen. Ich hatte mal auf einer früheren Version der Himbeerwerft einige wenige Fragen wie „Hund oder Katze?“, „Schnürsenkel oder Klettverschluss?“ stehen und beim Aufklicken kam dann immer nur meine Wahl – ohne Begründung. Wenn ansonsten auf der Seite genug Substanz da ist, ist sowas ein netter Gag obendrauf.

Steckbrief-Elemente

Die ganze Seite oder ein Teil-Element kann im Steckbrieflook daherkommen. Gerade darum ist es wichtig, VORHER die Substanz auszuwählen – sonst gleitet das nämlich schnell in ein nichtssagendes schwimmen, lesen, radfahren ab.

Steckbrief-Elemente müssen etwas über dich aussagen. Also nicht nur von Lieblingsessen „Schokolade“ oder allgemeinen „Der Weg ist das Ziel“-Devisen sprechen.

Überleg dir anhand deines Konzeptes, was dir wichtig ist. Und was zu deinem Thema passt.

  • Ein Krisencoach kann aufgreifen, was er aus einer persönlichen Krise gelernt hat (ohne alles lang und breit zu erklären).
  • Eine Yogalehrerin kann Standpunkt zu typischen Klischees beziehen, wenn sie sich davon distanzieren oder was zurechtrücken will.

Aber Achtung: Der Fokus bist immer DU. Nicht wegkippen auf Angebote oder Fachinformationen.

Deinen Lebenslauf mit Illustrationen auflockern

Wenn du zeichnest oder jemanden kennst, der es tut, kannst du ohne viel Aufwand ein bisschen Farbe reinbringen, indem du über deinen Background den Lebenslauf zusammenfasst. Meiner sieht so aus:

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Stärken in den Vordergrund rücken

Vielleicht hast du eine oder drei absolute Stärken. Also keine Allerweltsdinge wie „ich bin ja so zuverlässig und genau“.

  • Ein Qualitätsmanager ist vielleicht ein Korinthenkacker – und stolz drauf.
  • Oder jemand hat eine Qualität, die man gemeinhin nicht mit seinem Beruf verbindet.

Schreibs hin und brings in einen qualitativ wertvollen Zusammenhang!

Spiel mit so einem Segment ruhig! – Du kannst positive Qualitäten in Zusammenhang mit kurzen Projektbeschreibungen setzen. Du kannst auch drüberschreiben: „Auf den ersten Blick eine Macke, aber näher betrachtet …“ und dann auf die Stärken eingehen.

Wenn du übliche Stärken nutzt, dann gib ihnen durch die Zusatzerklärung einen individuellen Dreh! Etwa, indem du sagt, warum es für deine Arbeit besonders wichtig ist.

Bilder gezielt auswählen

Auch das oder die Fotos, die du von dir zeigst, sagen was über dich aus. Ist es ein steifes, gestelltes Telefon-am-Ohr- oder Kugelschreiber-Halte-Bild? Oder zeigst du dich in der Hängematte im Garten?

Hier Beispiele, was ich aktuell und früher auf meiner über-mich-Seite für Bilder hatte:

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Und mein aktueller Favorit, der mich perfekt abbildet:

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Oder oder oder!

Du hast wieder mal alle Freiheiten der Welt. Du musst nur vorher wissen, was genau du rüberbringen willst. Und das dann klar zusammengezurrt auf den Punkt bringen.