Selbstdarstellung

Spürbar: Mangelndes Engagement

Wir müssen reden.

So krass es klingt: Es kommt schnell vor, dass bei einem Text nicht wirklich was überspringt. Dass es beim Lesen so dahinplätschert, Themen eher so lauwarm wirken und man das Gefühl hat, das ist dem, der es geschrieben hat, jetzt auch nicht so sonderlich wichtig. Warum also sollte es mir wichtig sein?

Jetzt gibt es verschiedene Ursachen. Manche haben mit dem Schreiben selbst zu tun, wenn es einem einfach nicht gelingt, die ehrliche Begeisterung oder Dringlichkeit in Worte zu packen. Andere haben damit zu tun, dass man tatsächlich keine rechte Lust hat. Und: Nicht immer tritt das generell auf! Es kann sich punktuell melden. Besonders bei Vielschreibern kommt das immer mal vor.

Ich drösel das mal weiter auf. Nimms zum Abklopfen und als Sprungbrett, ein wenig zu forschen. Hier verbirgt sich außerdem deine Schreiblust und das Potenzial, zu experimentieren. Denn wenn dein Engagement spürbar wird, rührt sich viel mehr – bei dir und bei deinen Lesern.

Grund: Das Thema

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Die Themenwahl spielt eine riesige Rolle. Das Engagement wird gerne verschüttet, …

  • wenn Themen zu groß sind. Denn das zwingt dich an die Oberfläche. Damit bleibst du bei den grundsätzlichen Informationen, die gerade als Fachmensch natürlich Routine sind. Also nicht sonderlich spannend.
  • wenn Themen auf die übliche Weise angeschnitten werden. Anders gesagt: wenn man das sagt, was die LeserInnen eh schon wissen, dann produziert man einen austauschbaren Text.
  • wenn du das Gefühl hast, das will eh niemand lesen, weil zu dem Thema schon alles gesagt wurde und tausendfach woanders steht: Die Angst vorm alten Aufguss
  • wenn dich die Themen, die du dir aussuchst, tatsächlich nicht mehr hinter dem Ofen hervorlocken, weil du entweder schon so lange im Geschäft bist oder schon zigmal über Ähnliches geschrieben hast.

Grund: Es gibt kein klares Anliegen

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Engagement hat immer etwas damit zu tun, dass man etwas erreichen möchte. Bei einem Text für dein Business-Blog, einen Fachartikel oder einen Newsletter heißt das, dass du ein Anliegen brauchst.

Und jetzt wird’s tricky! Ich behaupte, dass die meisten schreibenden Selbstständigen etwas bewegen möchten, gerade wenn sie sich für ein Blog entscheiden. Ich habe bisher nur vereinzelt Leute getroffen, die im Netz schreiben, weil „man das braucht“ oder „weil es was bringen soll“. – Klar solls was bringen, doch wer regelmäßig schreibt, will in der Regel wertvolle Impulse verschenken und darüber eben auch Aufträge generieren.

Bei Texten fehlt es leider oft an einer klaren Botschaft, …

  • weil sich der Schreiberling keine Gedanken gemacht hat, was erreicht werden soll – für diesen speziellen Text + für welche Zielgruppe genau. Eben dieses „Was soll der Leser wissen, können oder tun?“, von dem ich hier im Blog und in Workshops immer wieder spreche. – Was bringts deinem Leser?
  • weil sich manche Selbstständige nie wirklich überlegen, was ihnen ganz besonders am Herzen liegt – welche Zielgruppe und/oder welche Aspekte ihres Themas. In jedem Fachgebiet gibt es Anliegen und Aspekte, die einem ganz persönlich wichtiger sind als andere. Darin steckt bei Selbstständigen übrigens eine fokussiertere Ausrichtung deines Business, die dir viel mehr Freude macht und dich außerdem klarer positioniert.

Grund: Die eigene Handschrift fehlt

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Es geht nicht nur darum, seine eigene Sprache zu finden, was schriftlich für viele anfangs eine Herausforderung ist – die Macht des Plaudertons. Mit der eigenen Handschrift meine ich vor allem, sich etwas sagen zu trauen.

Hier spielt übrigens eine große Rolle, wie man das Schreiben gelernt hat, also ob man durch die bisherige Berufstätigkeit oder wissenschaftliches Arbeiten eingeimpft bekommen hat, dass Texte objektiv formuliert und neutral recherchiert werden sollten. Das hat bei bestimmten Einsatzgebieten natürlich seinen Platz, doch in der Selbstständigkeit schreibt man für sich und sein Business. Da ist es nachteilig, …

  • wenn sich Selbstständige aus Angst vor Kritik oder Unsicherheit zu sehr – oder ausschließlich – auf Fremdmaterial stützen.
  • wenn sich Autoren scheuen, einen klaren Standpunkt zu vertreten: Entweder eine Meinung zu äußern oder ein eigenes „So sehe ich das, weil …“, „Machs doch soundso, damit …“ veröffentlichen.

Grund: Das Schreiben wird zur Pflichtübung

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Schließlich spielt eine Rolle, wie gerne man schreibt – und wie leicht man sich tut. Ist das Schreiben eher ein lästiges To-Do, weil du es nicht magst, es beschwerlich für dich ist oder einfach wahnsinnig viel Zeit bindet, liest man das einem Text an.

Genauso macht sich Schreibmüdigkeit bemerkbar. BloggerInnen kennen das, dass sich hin und wieder chronische Unlust meldet. Dann fühlt man sich uninspiriert oder hat den Blues, weil man irgendwie über alles schon geschrieben hat.

Wann immer du so gar keinen Bock aufs Schreiben hast und es nur machst, weil du dir eine Deadline vorgenommen hast oder denkst, du müsstest, dann ist es Zeit, dich auf die Suche nach deinem Engagement zu machen. Manchmal reicht eine Schreib-Pause, manchmal brauchts einen frischen Rahmen, etwa ein neues Blogkonzept. Und manchmal ist es ein Anlass, neue Medien auszuprobieren, um die eigene Begeisterung wiederzuerwecken.