Schreibfluss

Da hakts bei vielen: Den Kern packen!

Dieses Jahr waren ganz viele Neukunden bei mir in Workshops, die nach eigenem Bekunden teilweise schon lange im Blog mitlesen und jetzt endlich mal praktisch mit mir ausprobieren wollten, was sie bisher in Eigenregie umgesetzt haben.

Außerdem habe ich schönerweise einen großen Kreis von Stammkunden, die manchmal schon seit Jahren immer wieder Workshops bei mir besuchen. Die sind dann schon darin geübt, systematisch das Wesentliche für einen Text rauszuholen.

Das hilft bei der Themenwahl, also schnell und konkrete Plankton-Arbeitstitel zu definieren. Und es beschleunigt die Schreiberei enorm, weil das Hirn viel strukturierter rangehen kann.

Strukturiert zu sein, ist eine Frage der Übung!

Beim Wort „strukturiert“ bekommen manche ganz lange Krallen und aufgestellte Nackenhaare. Die einen haben keine Lust drauf, die anderen denken, sie können es nicht. Und wieder andere sind davon überzeugt, dass sie einfach nicht so sind.

Tatsächlich ist das eine Sache der Aufmerksamkeit und der Übung.

Einer der positiven Nebenwirkungen des von mir empfohlenen Schreibprozesses ist, dass das Hirn von Mal zu Mal lernt, was von ihm gefordert ist. Meine Kunden denken ihre Texte systematisch und komplett vor, bevor sie das erste Wort schreiben. Das ist anfangs schwierig, weil es ungewohnt ist.

Doch auch, wenn du anders vorgehst beim Schreiben, profitierst du davon, dein Hirn zu trainieren, gezielte Einzelteile deines Wissens, deiner Erfahrung und deiner Meinung rauszuholen.

Ich merke ganz oft, dass es hier bei den meisten hakt.

Das liegt nicht am Unvermögen, sondern daran, dass sie es bisher nicht oder nicht oft genug tun!

  • In unserm Expertenkopf schwirrt jede Menge rum. Das Hirn ist voll! Je sattelfester du im Thema bist, je mehr Erfahrung du hast und je klarer deine Meinungen sind, desto noch voller ist es da drin.
  • So richtig nutzt dir dieser Blob an enormem Wissen aber nur, wenn du es punktuell rausziehen kannst. Nicht nur fürs Schreiben, sondern auch, wenn dich im Kundengespräch, bei einem Training, Vortrag oder einem Interview jemand spontan was fragt.

Schon vor drei Jahren habe ich dazu zwei Videos gemacht mit zwei simplen Übungen, die du im Alltag immer wieder machen kannst – mit wechselnden Themen und Fragestellungen.

Du kannst dich damit beim Putzen oder Abspülen selbst unterhalten, am besten laut. Oder du kannst dir als Ritual beim Kaffeepäuschen vorstellen, du wirst kurz dazu interviewt. Kurz, aber oft, ist die Devise!

Wer regelmäßig Journalisten, Zuhörern oder Kunden spontan was beantwortet, kann sich ebenfalls diese beiden Antwort-Muster angewöhnen – und dann: üben, üben, üben. Du wirst sehen, dass du beim Schreiben und im persönlichen Alltag viel fokussierter antwortest. Das kommt außerdem viel souveräner und kompetenter rüber.

Es gibt nicht die eine allgemeingültige Antwort!

Manche Leute tun sich schwer, spontan solche Aussagen zu treffen. Nicht nur, weil es ungewohnt ist, sondern weil sie denken, dass sie lieber noch ausgiebig überlegen sollten, bevor sie sich festlegen.

Doch genau diese Handbremse brauchst du gar nicht! Das ist keine Prüfung, in der es eine richtige Antwort gibt.

Beim Schreiben geht’s nicht um eine neutrale Draufsicht auf ein Thema, sondern es geht um das, was dir wichtig und mitteilenswert ist.

Du triffst die Entscheidung.

Schreiben ist Auswahl. Und damit immer ein Begrenzen. Gutes Schreiben heißt, diese Auswahl sicher und immer spontaner treffen zu können, mit dem Wissen: In der Begründung stelle ich MEINE Zusammenhänge her.