Lesernutzen

Andere interviewen (1)

Es ist total schön, im eigenen Blog oder Newsletter immer mal andere zu interviewen: Experten, die ein Thema abdecken, das man selbst nicht bietet. Kunden, die ein eigenes Produkt oder eine Leistung erfolgreich einsetzen. Oder einfach, um persönliche Erfahrungen rauszukitzeln. Vielleicht interviewst du auch jemanden im Rahmen eines Buchprojektes oder, um Kursunterlagen anzureichern.

Schnell hat man Fragen aufgeschrieben … doch halt!

7 typische Probleme bei Interviews

Antworten zu geben, besonders schriftlich, ist für die meisten alles andere als einfach. Kein Wunder, dass Interviews leider oft nicht besonders viel bringen.

Der Interviewte tut sich schriftlich schwer. Wenn du nicht gerade jemanden interviewst, der das Schreiben gewohnt ist, ist das Schriftliche oft eine große Hürde. Es kann zu weiteren der folgenden Probleme führen oder sogar dazu, dass ein Interviewpartner abwinkt, weil er zu viel Aufwand befürchtet.

Der Interviewte antwortet zu kurz angebunden/oberflächlich. Fachleute haben irre viel Wissen im Kopf und denken sich jede Menge dazu. Darum MEINEN viele ganz viel, schreiben aber nur ganz wenig hin. Kratzt man jedoch nur an der Oberfläche, gibt es keinen Mehrwert. Dann ist ein Interview nichtssagend.

Der Interviewte ist zu ausschweifend. Das kann bedeuten, dass er viel zu lange Antworten liefert und du irre viel nachbearbeiten musst. Oder die Informationen kommen einfach nicht auf den Punkt. Sowas verwässert und verwirrt. Das gilt übrigens auch für einzelne Aspekte, etwa wenn Sätze umständlich aufgebaut sind.

Das Interview ist schnarchnasig von Inhalt und/oder Stil: Haben Antworten nicht wirklich Substanz oder wird die Materie zu trocken und umständlich geschildert, vergeht den Lesern die Lust. Das reflektiert auch auf die Personen, die hinter dem Interview stecken, also den Interviewpartner + dich!

Das Interview ist unverständlich. Zum einen kommt es vor, dass der Interviewte bestimmtes Wissen voraussetzt, das deine Leser gar nicht haben. Dann kann es sein, dass die Antworten zu sperrig formuliert sind oder Fachjargon enthalten. Weit verbreitet sind auch Gedankensprünge, die zu einem unlogischen Aufbau führen.

Das Interview ist zu ich-bezogen. Besonders, wenn du persönliche Fragen à la „Wie war das bei dir?“, „Wie machst du das?“ stellst, sind Interviewte oft zu sehr auf sich fixiert und achten nicht mehr [genug] darauf, dass es um die Leser geht. In der Regel ist der Interviewte kein Prominenter, an dessen Lebensdetails man interessiert ist.

Der Interviewte ist zu werbelastig. Es gibt Leute, die taktierend mit ihrem Wissen umgehen. Sie sagen ein Interview zu, halten jedoch gezielt Informationen zurück, um ihr Business/bestimmte Produkte zu pushen. Dann wird so ein Interview schnell zu einem Heizdeckentext mit lauter Eigenverweisen oder gar links auf Kaufprodukte.

 

Teil 2: Ein klares Konzept und konkrete Fragen