Deine Leser

Leserperspektive: Triffts?

Sollen unsere Texte handfest was bei unseren LeserInnen verändern, verfolgen wir beim Schreiben eine bestimmte Absicht. Doch die besten Informationen + wirksamsten Tipps laufen ins Leere, wenn du die inneren Hürden nicht berücksichtigst.

Gratuliere! Es ist dir gelungen, aus der Infomasse hervorzustechen und du hast es geschafft, dass dein Text aufmerksam gelesen wird. Jetzt ist die erste große Hürde: Triffts?


Aus Lesersicht

Trifft mich das, was der Autor da schreibt, in irgendeiner Form:

  • Trifft es einen Nerv? Versteht da jemand mein Problem, legt den Finger in eine Wunde, greift ein für mich total wichtiges Thema auf, weckt einen Wunsch …?
  • Berührt es mich in irgendeiner anderen Form? Lässt es mich auf etwas aufmerksam werden, das ich gar nicht auf den Schirm hatte; komme ich ins Schwelgen; bekomme ich Lust, etwas auszuprobieren …?

Das allerwichtigste ist aber die Frage „Kann ich mich als Leser identifzieren?“ Da filtern sich viele ganz unbemerkt die Leser weg:

  • indem sie zu allgemein schreiben, um ja für jeden relevant zu sein
  • indem sie zu neutral + distanziert schreiben, weil sie sich nicht persönlicher trauen oder weil es sicherer scheint, sich nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen
  • indem sie Beispiele bringen, die zu speziell sind: Beachtenswertes bei Beispielen

Das sind jetzt nur drei Klassiker. Über allem steht:

Das Ziel ist, deine Leser zu treffen.

Nur, wenn was so richtig in den Kopf, in ein Problem oder ins Herz trifft, passiert mehr mit deinem Inhalt (vielleicht nur mit einer Anregungen, einem Appell oder einem Tipp aus deinem Text).

Übrigens: Ein Sternchen oder Weiterleiten auf Social Media, selbst mit glühendem Lob versehen, sagt gar nichts darüber aus, ob da tatsächlich was hängengeblieben oder passiert ist.

Idealerweise geht die Trefferei mit der Themenwahl los, mit einer klar angepeilten Zielgruppe und mit richtig gut durchdachtem „Was soll der Leser wissen, können oder tun?“ Zu allem findet Ihr jede Menge Artikel hier im Blog.

Doch wer nicht so vorgehen mag oder es zwar tut, aber sich mit einem fertigen Text trotzdem nicht so sicher ist, der kann seinen Entwurf mit drei Fragen auf Treff-Stärke prüfen:

(1) Habe ich mit dem Text eine klare Absicht – und verfolge ich sie auch wirklich? Bei vielen hapert schon das Thema, weil es zu schwammig oder zu groß ist. Andere lassen ein gutes Thema wie einen Hefeteig aufgehen, indem sie nachträglich alles Mögliche reindrücken, was ihnen grad noch einfällt. Viel hilft nicht viel! Nimm lieber deine Leser intensiver an die Hand.

(2) Wie konkret ziele ich auf EINE Sache ab? Also eine handfeste Problematik, einen Appell, ein Bedürfnis?

(3) Ist mein Text sprachlich geeignet, einen Nerv zu treffen oder zu berühren? Springt da was über oder schiebe ich eher neutral meine Informationen rüber?

Bitte drandenken: Nur das, was dasteht zählt. Nicht das, was du meinst.

 

zum Will ich? – zum Kann ich?
zum Hauptartikel: Wie nah ist das an meiner Realität?