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Ganz persönliche Themen: Schwächen und Makel

Es ist besonders cool, wenn Fachleute zugeben, dass sie nicht perfekt sind: Dass bei ihnen auch nicht nur Friede-Freude-Eierkuchen herrscht, sie nicht immer superober-selbstbewusst sind und keineswegs alles, was sie sich vornehmen, perfekt durchziehen.

Wer Makel und Defizite preisgibt, wirkt souverän. Es macht menschlich und ermutigt deine LeserInnen ungemein.

Win-Win-Win:

… Deine Texte, dein Business + deine Leser profitieren, wenn du Schwächen zugibst!

Einer der wichtigsten Faktoren, damit deine Texte – und du – bei deinen Lesern wirklich ankommen, ist deine ECHTHEIT. Denn damit schaffst du ein Band zu deinen Lesern:

Du machst dich greifbar und sympathisch. Das ist total wichtig, denn gerade bei uns DienstleisterInnen spielt das persönliche Band eine große Rolle, wenns um Aufträge geht.

Deine Botschaften sind vertrauenswürdiger, weil du nicht aus der Theorie und vor allen Dingen nicht oberlehrerhaft-expertenmäßig-perfekt rüberkommst.

Du ermutigst deine LeserInnen dazu, deine Informationen und Anregungen anzuwenden. Zum Beispiel über sich nachzudenken oder ebenfalls aktiv zu werden. Gerade bei Persönlichkeitsthemen, die ja in so gut wie jedem Fachbereich ein wesentlicher Aspekt sind, ist das umso wichtiger.

Darüber hinaus profitierst du noch mehr

  • Niemand ist perfekt! Wir sind alle nur Menschen. Je souveräner du mit dieser Wahrheit umgehen kannst, desto wertvoller für deine Texte.
  • Du gibst dir die Gelegenheit zu zeigen, dass und wie du mit deinen Schwächen umgehst.
  • Es stellt sich kein Hochstapler-Gefühl ein oder verhindert, über bestimmte Themen zu schreiben. Wenn man weiß, dass man wo selbst nicht so gut/sicher ist und mit offenen Karten spielt, kommt man sich nicht verlogen vor [Wasser predigen und Wein trinken].

 

 

Hinter jeder Frage verstecken sich unzählige spannende Themen und ganz neue Ansätze für dich, Texte anzupacken. Zumal so eine Schwäche das eigentliche Kernthema eines Artikels sein kann – sie kann genauso gut einfach ein Einstieg oder zum Sprungbrett für eine völlig andere Idee werden. Gerade, wenn du momentan sehr neutral oder „üblich“ auf dein Thema schaust, lässt sich damit richtig gut frischer Wind reinbringen.

Aber bitte mit Augenmaß!

Bist du nicht so sicher, ob es eine gute Idee, ist, etwas zu erwähnen, ist diese Vorsicht auf jeden Fall angebracht. Umsonst melden sich innere Zweifel nicht. Und: Schreiberisch läufst du tatsächlich Gefahr, dass es ins Auge geht – wenn du nicht aufpasst.

Darum sind drei Dinge elementar:

1. Souveränität vs.  Inkompetenz

Beim Schreiben geht es immer um Wirkung. Stell dir vor, du redest mit deiner besten Freundin über eine Schwäche. Dann wirst du dich anders öffnen oder auch mal gehen lassen, als wenn du im beruflichen Kontext davon erzählst. Selbst wenn der Inhalt derselbe ist und du total ehrlich bist: WIE du etwas erzählst, unterscheidet sich.

Deine Zielgruppe möchte Vertrauen zu dir haben: Es geht also darum, zu reflektieren, statt zu jammern. Kommst du unsicher und inkompetent rüber, wird dein Text vielleicht gerne gelesen, doch die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass du Aufträge bekommst. Der Leser fragt sich: Warum sollte ich zu ihm/ihr gehen? Ist doch genauso unsicher wie ich oder „kann es offenbar selbst nicht“.

2. Lesernutzen vs. Ich-ich-ich

Wenn wir über uns selbst schreiben, passiert es schnell, dass wir zu sehr auf uns fixiert sind.

Doch es geht nicht um dich, es geht immer um Deine Leser. Genau darum ist die Konzeption so wichtig, also das Vorausdenken deines Textes: Denn hier überlegst du dir vorher ganz genau, was DER LESER wissen, können oder tun soll – und hast klar, dass deine persönliche Schwäche nur ein Werkzeug dafür ist, das zu fördern.

3. Ermutigend vs.  „hat alles keinen Zweck“

Stellst du die Leser und deine positive Botschaft in den Vordergrund, ist dein Text doppelt so gut, als wenn du nur neutrale Informationen + Tipps gibst. Jetzt ist er im Alltag verankert und „an einen echten Menschen“ geknüpft.

Lässt du jedoch deine Schwächen einfach so stehen oder gewichtest sie zu stark im Text, dann kommt genau das Gegenteil beim Leser an: „Wenn nicht mal du als Experte das kannst, wie sollte ich es dann können?!“

 

2 Kommentare

  1. Wenn man (im richtigen Maße und auf die richtige Art und Weise – so wie du es erklärt hast) die eigene „Fehlbarkeit“ zugibt, klingt man auch viel echter.
    Nobody is perfect.

    Im Allgemeinen:
    Wenn in Websites übertrieben geschildert wird, irgendwie alles ausgezeichnet (etwas geht „schnell + perfekt + sogar nebenbei“) werde ich stutzig.

    • Gitte Härter sagt

      *nick* Ja, das Stutzigwerden ist berechtigt – und gut, dass du es betonst, dass man da sogar misstrauisch werden kann. Weil selbst merkt man das ja oft gar nicht, gerade weil man ja meint, es gehört so und oft sehr motiviert ist.

      Viele Grüße
      Gitte

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