Themenwahl
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Themenwahl: Ein Problem, viele Aspekte

Ein Problem ist immer ein guter Ansatz für ein Thema. Es gibt dir eine handfeste Steilvorlage,

  • den Lesern etwas Relevantes zu verklickern (wichtige Infos und Zusammenhänge).
  • für Aha-Effekte zu sorgen, indem du zur Sache/zu sich/zu Beteiligten reflektieren lässt.
  • Tipps für Veränderungen zu geben: Denke, Haltung oder Verhaltensweise.
  • Erkenntnisse und Erfahrungen zu übertragen: von etwas + zu etwas
  • Lösungsmöglichkeiten zu präsentieren: Was tun?

Damit kannst du deine Herangehensweise und Art ganz praxisnah demonstrieren. Plus: Du schenkst den Lesern einen sofortigen Nutzen.

So ein Problem aufzugreifen ist außerdem super, weil das etwas ist, das deine Leser momentan drückt. Sie sind interessierter, es zu lesen, weil es direkt mit ihnen zu tun hat. Sie sind eher bereit, ins Tun zu kommen. Was mich wiederum erinnert, dich zu erinnern:

Ein Problem hat viel mehr Facetten, als typischerweise ausgeschöpft wird. Hier 33 Aspekte, mit denen du spannende Ansätze für Themen rauskitzelst.

Rund um das Problem:

  • Worum handelt es sich genau? – Das Problem erkennen, differenziert betrachten.
  • Gibt es einen Rattenschwanz: weitere Probleme, Brandherde, die sich daraus ergeben?
  • „Kaliber“ und eigene Bewertung – Ist es wirklich ein Problem oder eine Annahme, ein Versäumnis, eine Hürde, eine Herausforderung, was Nerviges, fair/unfair …?
  • Wie ist es dazu gekommen?
  • War es abseh- und vermeidbar?
  • Wer oder was hat die Sache erst zu einem richtigen Problem gemacht?
  • Wer ist noch von dem Problem betroffen? Inwiefern, unmittelbar oder indirekt?
  • Mögliche Konsequenzen (befürchtet/so gut wie sicher/was könnte noch sein?)

Rund um die Person, die das Problem hat:

  • Wie fühle ich mich, wenn ich an das Problem denke?
  • Meine Reaktion, als ich auf das Problem aufmerksam wurde, in einem Satz.
  • Welche Nebenwirkungen hat das Problem? – Wie beeinträchigt es mich in anderer Hinsicht?
  • Wie ist meine aktuelle Verfassung, unabhängig vom Problem (mental, körperlich)?
  • Was ist überraschend positiv an dem Problem, was meine Persönlichkeit/Aha-Effekte angeht?
  • Gehe ich eher aktiv oder reaktiv an das Problem?
  • Habe ich es verschleppt oder gar verschlimmert? – ja/nein/vielleicht + inwiefern?
  • Wie sehen meine „Selbstgespräche“ zu mir und dem Problem aus?

Rund um das Meistern des Problems:

  • Liegt die Lösung des Problems zu 100 % in meiner Macht (unabhängig davon, ob ich weiß, wie ich es lösen kann)?
  • Halte ich das Problem oder Teile davon für lösbar? Ja/vielleicht/nein, weil …?
  • Ist es nötig – und möglich – Schadensbegrenzung zu machen?
  • Was erschwert mir eine Lösung (sachlich, aber auch emotional)?
  • Stichwort „Entschuldigung“? Wie geht es mir damit, wie stehe ich dazu, mich zu entschuldigen – oder eine Entschuldigung einzufordern/anzunehmen/abzulehnen?
  • Wenn das Problem komplexer ist: Gibt es Prioritäten? Was ist der wichtigste Aspekt, die zentrale Schraube?
  • Wenn Zeit zurückdrehen möglich wäre: Würde ich an irgendeiner Stelle etwas anders machen?
  • Welche früheren Erfahrungen kann ich auf das aktuelle Problem anwenden?
  • Welche Denke/Haltung/Fähigkeiten nützen mir jetzt?
  • Welche Denke/Haltung/Fähigkeiten wirken sich eher negativ aus?
  • Wen oder was muss/sollte/hätte ich gern im Boot, um das Problem zu lösen?

Rund um Rat und Reaktionen:

  • Was für Reaktionen wünsche ich mir/würden mir jetzt helfen (Kommentare, Verhalten, Unterstützung)?
  • Welches Verhalten anderer ist negativ für mich: nervt mich, bringt mich auf die Palme, demotiviert mich, lässt mich schlecht fühlen, ist wie ein Faust in die Magengrube, …
  • Welche Quellen – Informationen, Tipps, andere Leute – haben relevante Informationen, damit ich das Problem angehen kann?
  • Welchen Personen gehe ich jetzt besser aus dem Weg? Spezifische Menschen oder „Art von Mensch“?
  • Wie geht’s mir mit Einmischen?
  • Welche generellen „guten Ratschläge“, Sprüche kommen mir automatisch in den Sinn?

Es gibt’s natürlich noch viel mehr Aspekte, die du aufgreifen kannst! So richtig spannend wird es, wenn du noch weiter reinzoomst.

Denk dran, dass du diese Aspekt immer konkret an die Art von Problem und deine Zielgruppe andockst.

Beispiel: Ein Beziehungstrainer schreibt einen Text für Leser, deren PartnerIn fremdgegangen ist. DARAUF BEZOGEN schaut er sich einzelne Aspekte an und formuliert konkrete Plankton-Arbeitstitel daraus. [wer nicht weiß, was das ist, schaut in die Schreib-Basics].

Du kannst dafür einen Aspekt direkt aufgreifen oder ihn als Sprungbrett nutzen. Denn zu jedem Aspekt lassen sich unendlich viele, ganz unterschiedliche Texte schreiben.

Zusatzeffekt:

Du kannst als Übung für dich zu einem Problem mehrere Aspekte abklappern. Dann wird dir bewusst, wie komplex so ein Problem für den Leser wirklich ist. Und du merkst, wer oder was alles mit reinspielt.

Das ist nicht nur ein wunderbarer Aha-Effekt, der dich davor schützen kann, zu viel in einen Text zu pressen – und erst recht, zu oberflächlich über ein Thema wegzugehen. Es ist auch nützlich dafür, die Bandbreite deines Themas abzustecken, wenn du ein Seminar, ein Buch oder einen Selbstlernkurs planst.

 

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