Themenwahl
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Was wäre, wenn …

Es ist doch schon alles schon gesagt!
Zu dem Thema wurde schon x-mal geschrieben!

Stimmt. Über vieles wurde schon geschrieben. Und wenn du nichts Eigenes beiträgst, sondern nur dasselbe über dasselbe schreibst, dann ist ein Text tatsächlich nur für einen Bruchteil der Leser interessant.

Um dein Starterkabel zu zünden, heißt es also, ein wenig anders auf deinen Fachbereich zu schauen. Das bringt sofort frischen Wind (und ist damit außerdem ein wunderbares Hilfsmittel für alle, die schon so lange bloggen, dass ihnen nichts mehr einfällt).

Zum Beispiel:

Ein Trainer möchte über Führungsthemen schreiben. Er macht einen Themenbrainstorming und schreibt Ideen auf wie:

– Mitarbeiter abmahnen
– Mitarbeiter motivieren
– Zeitmanagement

Das sind prinzipiell Dauerbrenner. Es sind aber auch riesige Seen an Themen: Wann immer du mit einem zu fetten, schwammigen Thema anfängst, denkst du zu eindimensional. Entweder du landest zwangsläufig bei den naheliegenden, üblichen Informationen und Tipps. Oder aber, es gelingt dir nicht wirklich, das Thema kleiner zu bekommen. Dann starrt man auf „Mitarbeiter motivieren“ und denkt UÄÄÄH, ALLES SCHON DAGEWESEN!

Höchste Zeit für ein „Was wäre wenn“-Brainstorming!

Du nimmst dir dein fettes Thema vor und lässt dir ganz spontan ganz konkrete Szenarien und Fragen einfallen. Wirklich nur mal brainstormen. Stell einen Wecker auf ein paar Minuten und notiere so viele spontane Ideen, wie dir einfallen. Wie immer: Alles zulassen, selbst wenns absurd oder speziell wird. Schauen wir gleich mal:

Mitarbeiter abmahnen

Was wäre, wenn …

  • ein Chef sich vor einem Abmahngespräch in die Hose macht?
  • ein Mitarbeiter freudestrahlend zum vereinbarten Gespräch kommt, sich total bedankt und strahlt, bevor der Chef sagen kann, dass es um eine Abmahnung geht?
  • es einen triftigen Grund für eine Abmahnung gibt, der Chef die Verfehlung aber selbst nicht mitbekommen hat?
  • der Chef jemanden abmahnen soll, die Sache aber selbst gar nicht so tragisch findet?
  • ein Mitarbeiter die Abmahnung einfach nicht annimmt?
  • der Mitarbeiter anfängt, mit „Sie haben aber auch“ aufzurechnen und damit irgendwie recht hat?
  • eine Chefin eine Mitarbeiterin abmahnen muss, mit der sie privat gut befreundet ist?
  • der oberste Chef verlangt, Gründe für Abmahnungen zu finden, weil Personal abgebaut werden soll?

Mitarbeiter motivieren

Was wäre, wenn …

  • eine Führungskraft morgens mit roten Rosen für alle Mitarbeiter zur Türe hereinkäme?
  • man einführen würde, zum Arbeitsstart Witze zu erzählen?
  • man eine Gruppe Cheerleader einladen würde, die überraschend in der Abteilung auftaucht und Hallligalli macht?
  • man Mitarbeitern Motivationspunkte sammeln lässt und sie sich aus einem Katalog dann Prämien aussuchen dürfen, wie das in Kaufhäusern der Fall ist?
  • die Mitarbeiter dazu angehalten werden, täglich den Chef zu motivieren?
  • es „Motivation“ nicht mehr gäbe, welche Eigenschaften und Gefühle wären davon betroffen?
  • wir uns nur noch zu Dingen zwingen würden?
  • man seine Mitarbeiter zu Pärchen zusammenschließt und sie gegenseitig für die Motivation des anderen „verantwortlich“ macht?

 

Oder Zeitmanagement.

Was wäre, wenn …

  • jemand nicht mehr, sondern weniger Zeit haben möchte?
  • man die Zeit buchstäblich anhalten oder zurückdrehen könnte?
  • mir mein Chef täglich zwei Stunden „zur freien Verfügung“ gibt, in der ich mich um Strategie kümmern soll?
  • eine gute Fee erscheint und ich jetzt sofort benennen würde, was mein größtes Zeitproblem ist?
  • man jemandem unter Zeitdruck einfach etwas von seinem Zeitkontingent abgeben könnte?
  • „Zeit“, also alle Uhren, Arbeitszeiten etc. abgeschafft würden?
  • jeder sich für alles so viel Zeit nehmen könnte, wie er halt braucht.
  • Aufschieben was Positives wäre?

Frische Gedanken plätschern

Themen werden kleiner, konkreter, vielleicht abstruser oder lustiger. Manche lassen sich direkt als überraschenden Aufhänger nutzen, andere sind so auf den ersten Blick noch nicht brauchbar,  beinhalten aber super Sprungbretter, weiter darüber nachzudenken. So kommen Original-Ideen zum Vorschein, die nur du in der Form hast. Und du bist gefordert, wieder anders auf dein Thema zu schauen. Im ersten Augenblick ist deine Reaktion vielleicht: Hmmm, ja, was wäre denn dann …?

Sowas ist übrigens auch ein toller Ansatz, um Vorträgen und Workshops einen besonderen Dreh zu geben. Oder die Zuhörer auf ein überraschendes Denkszenario mitzunehmen.

Probiers gleich mal aus! Hilf deinem Hirn auf die Sprünge!

 

4 Kommentare

  1. Pfui Gitte,

    “ … ein Chef sich vor einem Abmahngespräch in die Hose macht?“

    jetzt habe ich so ein feuchtes Plankton-Bild im Kopf, das nicht mehr weggeht.
    Ideal fürs Konzipieren und Schreiben.

    Wünsche dir viele sommerliche Blaumacher-Momente!

    Ulrike

  2. Liebe Gitte,

    einer der motivierendsten Artikel von Dir (für mich jedenfalls).
    Dieses Gedankenspiel macht mir Spaß und inspiriert mich für meinen Vortrag in zwei Wochen! 🙂

    Dankeeeeee

    Liebe Grüße
    Heike

  3. Was wäre, wenn wir alle „Verleser“ sammeln würden?
    (irgendwo, irgendwann hast du dieses Thema auch einmal aufgegriffen…)
    Ein Beispiel aus diesem Artikel (der sehr gut ist!)

    zit: „beinhalten aber super Sprungbretter“
    Bein-halten? äh?

    Einen schönen Urlaub (nicht Ur-Laub und schon gar nicht Uhr-Laub 🙂

    Maria

  4. Gitte Härter sagt

    Huhu Ihr 3,

    das freut mich!

    Herzliche Grüße
    Gitte
    (die gerade so langsam aus mehreren größeren Projekten auftaucht)

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